Der Typ-2-Stecker ist der Standardstecker für das Wechselstromladen von Elektrofahrzeugen in ganz Europa und in weiten Teilen der übrigen Welt. Entwickelt vom deutschen Unternehmen Mennekes und als europäische Norm übernommen, löste er einen früheren Flickenteppich inkompatibler Stecker ab und verschaffte dem Kontinent eine einheitliche, verlässliche AC-Ladeschnittstelle. Sowohl die Buchse am Fahrzeug als auch der Stecker an heimischen Wallboxen und öffentlichen AC-Ladepunkten nutzen dieselbe siebenpolige Anordnung, sodass nahezu jedes europäische Elektroauto mit dem passenden Kabel an nahezu jedem AC-Ladepunkt laden kann.
Der Stecker führt bis zu sieben Kontakte in einer abgeflacht-runden Stirnfläche: einen Schutzleiter, zwei Signalkontakte sowie bis zu drei stromführende Phasen mit einem Neutralleiter. Diese Dreiphasenfähigkeit ist das bestimmende Merkmal. Wo ein einphasiger Anschluss das Laden auf rund 7,4 kW begrenzt, kann eine dreiphasige Typ-2-Verbindung 11 kW oder 22 kW liefern, und Sonderinstallationen reichen noch höher. Die beiden kleineren Signalkontakte übernehmen die Control-Pilot- und Proximity-Funktionen nach der Norm IEC 61851, über die Fahrzeug und Ladestation den verfügbaren Strom aushandeln und bestätigen, dass das Kabel ordnungsgemäß steckt, bevor Strom fließt.
Für den Fahrer bringt das echte Vorteile. Ein Verriegelungsmechanismus sichert den Stecker während des Ladens, sodass er weder von Vorübergehenden abgezogen werden noch sich durch Vibration lösen kann. Da die Norm in der gesamten Region einheitlich ist, kann ein Besitzer ein einziges Typ-2-auf-Typ-2-Kabel mitführen und die große Mehrheit öffentlicher AC-Ladepunkte nutzen, von denen viele nur eine Buchse bieten und erwarten, dass der Fahrer das Kabel selbst mitbringt. Die tatsächliche Ladegeschwindigkeit zu Hause wird in der Regel nicht vom Stecker begrenzt, sondern vom fahrzeugeigenen Onboard-Lader, der den ankommenden Wechselstrom in den Gleichstrom umwandelt, den die Batterie benötigt.
Der Stecker ist formell als IEC 62196 Typ 2 genormt, und sein Design hat sich als flexibel genug erwiesen, um auch die europäische Schnellladeinfrastruktur zu tragen. Die Version 2 des Combined Charging System, kurz CCS2, fügt der vertrauten Typ-2-Stirnfläche schlicht zwei große DC-Kontakte hinzu, sodass die obere Hälfte eines CCS2-Einlasses geometrisch eine Typ-2-Buchse ist. Damit nimmt ein einziger Anschluss am Fahrzeug sowohl das alltägliche AC-Laden als auch das leistungsstarke DC-Schnellladen auf, wobei jeweils die passenden Kontakte unter Spannung stehen.
Einige praktische Punkte sind erwähnenswert. Typ 2 ist in seiner eigenständigen Form ein reiner AC-Stecker; er kann die hohen Gleichströme der Autobahn-Schnelllader nicht selbst führen, was genau der Grund für die Existenz von CCS2 ist. Viele Haushalte verfügen nur über einen einphasigen Anschluss, sodass der oft genannte Wert von 22 kW im häuslichen Umfeld unabhängig vom Kabel häufig unerreichbar bleibt. Tesla verwendete an seinen europäischen Superchargern mehrere Jahre lang Typ-2-Stecker, ein ungewöhnlicher Fall der Zweckentfremdung eines AC-Steckers für DC, bevor das Netz weitgehend auf CCS2 umstellte. Den Stecker zu verstehen heißt daher, seinen Platz innerhalb der weiteren Familie aus AC-Laden, Onboard-Ladern und dem CCS-Standard zu verstehen, den er mitbildet.
- Der europäische Standard-Ladestecker für Wechselstrom
- Unterstützt ein- und dreiphasiges AC-Laden bis 22 kW und mehr
- Bildet die obere Hälfte der CCS2-Schnellladebuchse
- Genormt als IEC 62196 (Mennekes)