06 — Glossar
Getriebe und Antriebsstrang

Getriebe

Das Getriebe ist die Baugruppe, die über einen Satz Zahnräder die Motorleistung an die jeweils passende Drehzahl und das passende Drehmoment für die Räder anpasst.

Kategorie
Getriebe und Antriebsstrang
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Definition

Das Getriebe, oft auch Schaltgetriebe genannt, ist die Baugruppe, die die Drehung des Motors in die Drehzahl und das Drehmoment übersetzt, die die Räder in jedem Augenblick tatsächlich benötigen. Ein Verbrennungsmotor liefert nutzbare Leistung nur über ein recht schmales Drehzahlband, häufig etwa zwischen 1.500 und 6.000 U/min, doch ein Fahrzeug muss gleichmäßig vom Stillstand bis auf Autobahntempo beschleunigen. Das Getriebe löst diesen Widerspruch, indem es eine Reihe von Übersetzungen bereitstellt, die den Motor in seinem wirksamen Band halten, während die Fahrgeschwindigkeit stark schwankt.

Sein Grundprinzip ist die mechanische Übersetzung durch Zahnräder. Ein niedriger erster Gang vervielfacht das Motordrehmoment kräftig, damit das Fahrzeug anfahren oder Steigungen bewältigen kann, während höhere Gänge dieses Drehmoment gegen Geschwindigkeit eintauschen und ein entspanntes, verbrauchsgünstiges Dahingleiten bei niedriger Motordrehzahl ermöglichen. Jede Übersetzung ergibt sich aus den Größenverhältnissen der ineinandergreifenden Zahnräder, und eine Achsübersetzung im Differenzial sorgt für eine weitere Untersetzung. Auch der Rückwärtsgang, der durch ein zwischengeschaltetes Zwischenrad die Drehrichtung umkehrt, gehört zur selben Baugruppe.

Für den Fahrer prägt das Getriebe einen großen Teil des Charakters eines Wagens. Es bestimmt das Beschleunigungsverhalten, die Leichtigkeit und Geschmeidigkeit des Anfahrens, den Kraftstoffverbrauch und die Laufkultur sowie das eigentliche Fahrgefühl. Eine gut abgestimmte Gangstufung lässt den Motor seine Leistung entfalten, ohne zu quälen oder zu dröhnen, und ein sauber schaltendes Getriebe trägt zum empfundenen Wertigkeitseindruck ebenso viel bei wie der Motor selbst.

Es existieren mehrere unterschiedliche Bauformen. Das Schaltgetriebe nutzt eine vom Fahrer betätigte Kupplung und einen Schalthebel, um die Gänge von Hand zu wählen. Klassische Automatikgetriebe verwenden einen Drehmomentwandler als hydraulische Kupplung und schalten Planetenradsätze hydraulisch oder elektronisch. Das Doppelkupplungsgetriebe (DSG/DCT) nutzt zwei Kupplungen, um den nächsten Gang vorzuwählen und so blitzschnelle Wechsel zu erreichen, während das stufenlose Getriebe (CVT) gänzlich auf feste Stufen verzichtet und über einen zwischen variablen Kegelscheiben laufenden Riemen eine praktisch unendliche Bandbreite an Übersetzungen bietet.

Die Technik entwickelt sich mit dem Antrieb weiter, dem sie dient. Moderne Automatikgetriebe bieten mitunter acht, neun oder zehn Übersetzungen, um sowohl Wirtschaftlichkeit als auch Fahrleistung herauszuholen, und immer ausgefeiltere Elektronik steuert Schaltzeitpunkt und Wandlerüberbrückung. Bei Elektrofahrzeugen ändert sich das Bild vollständig: Da Elektromotoren schon ab null Umdrehungen ein kräftiges Drehmoment liefern und bis zu sehr hohen Drehzahlen frei drehen, kommen die meisten mit einer einzigen festen Untersetzung statt eines mehrstufigen Getriebes aus. Unabhängig von der Bauart bleibt das Getriebe ein zentrales Element des Antriebsstrangs und sitzt zwischen Motor und den Antriebs- oder Gelenkwellen beziehungsweise dem Differenzial, die die Kraft weiter zu den angetriebenen Rädern führen.

Wichtige Punkte
  • Passt die Motorleistung an die richtige Drehzahl und das richtige Drehmoment für die Räder an
  • Stellt mehrere Übersetzungen bereit, weil Motoren ein schmales Drehzahlband haben
  • Gibt es als Schaltgetriebe und Automatik (Wandler, DSG/DCT, CVT)
  • Elektrofahrzeuge brauchen meist nur eine einstufige Untersetzung
Auch bekannt als
gearbox