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06 — Glossar
Fahrwerk, Bremsen und Reifen

Verbundlenkerachse

Die Verbundlenker- oder Torsionslenkerachse ist eine einfache, kompakte Hinterachskonstruktion, die beide Hinterräder über einen biegesteifen, verdrehweichen Querträger verbindet.

Kategorie
Fahrwerk, Bremsen und Reifen
Verwandte Begriffe
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Definition

Die Verbundlenkerachse, auch Torsionslenkerachse oder H-Träger-Achse genannt, ist eine kompakte und kostengünstige Hinterachskonstruktion, die beide Hinterräder über einen einzigen verdrehweichen Querträger miteinander verbindet. Sie löst ein Bauraum- und Kostenproblem: Kleine frontgetriebene Fahrzeuge führen keine Antriebswellen nach hinten, sodass ein schmaler Bodenbereich bleibt, der eine einfache, leichte und günstige Führung der Hinterräder braucht. Die Verbundlenkerachse erfüllt diese Vorgabe besser als nahezu jede Alternative, weshalb sie Generationen von Kleinwagen und kleinen Familienwagen zugrunde liegt.

Die Struktur ist im Wesentlichen ein H- oder C-förmig gepresstes Stahlbauteil. Zwei Längslenker, einer je Rad, laufen nach vorn zu Lagerbuchsen an der Karosserie und sind durch einen Querträger verbunden, der irgendwo zwischen den Drehpunkten und den Rädern angeordnet ist. Dieser Träger ist bewusst biegesteif, aber torsionsweich, sodass sich bei gleichmäßigem Einfedern beider Räder über eine Kuppe die gesamte Baugruppe als Einheit bewegt, während sich der Träger entlang seiner Länge verdreht, wenn sich nur ein Rad hebt. Diese kontrollierte Verdrehung lässt die Räder ein Stück weit unabhängig arbeiten, während der Träger selbst als integrierter Stabilisator wirkt und die Wankneigung in Kurven ohne separates Bauteil abstützt.

Der Reiz der Bauweise liegt in ihrer schlichten Effizienz. Sie kommt mit wenigen Teilen aus, wiegt wenig, beansprucht nur minimalen Raum unter dem Kofferraumboden und ist günstig in Fertigung und Montage. Sie ist robust und weitgehend wartungsfrei; lediglich die Lagerbuchsen sowie die auf die Längslenker wirkenden Schraubenfedern und Stoßdämpfer brauchen gelegentlich Aufmerksamkeit. Da der Träger die Räder in Längsrichtung präzise führt, ergibt sich zudem ein berechenbares, stabiles Verhalten, das zur eher bescheidenen Leistung der typischerweise damit ausgestatteten Fahrzeuge passt.

Ihr prägendes Merkmal und zugleich ihr Hauptkompromiss ist, dass die Räder nur teilunabhängig statt vollständig unabhängig geführt sind. Eine Bodenwelle, die ein Rad spürt, überträgt sich teilweise über den Träger auf das andere, und die Geometrie lässt sich nicht so frei abstimmen wie bei einer voll unabhängigen Aufhängung, sodass Sturz und Spur unter Last weitgehend durch die Form des Trägers festgelegt sind. Das Ergebnis ist ein Komfort- und Fahrverhaltenniveau, das zwar tüchtig, aber weniger kultiviert ist als bei einer Mehrlenker-Hinterachse, mit geringerer Fähigkeit, Fahrbahnunebenheiten zu isolieren oder die Haftung bei harter Kurvenfahrt zu optimieren.

Aus diesem Grund bleibt die Verbundlenkerachse meist kleineren, leichteren und günstigeren Frontantriebsfahrzeugen vorbehalten, während größere oder sportlichere Modelle zu Mehrlenker- oder Einzelradaufhängungen übergehen, die eine feinere Kontrolle der Radbewegungen bieten. Die Ingenieure haben das Konzept gleichwohl erheblich verfeinert, indem sie den Querschnitt des Trägers formten, Watt-Gestänge hinzufügten oder sorgfältig abgestimmte Lager einsetzten, um ein gewisses passives Lenkverhalten der Hinterachse einzuführen und die Fahrruhe zu verbessern. Als Ausgleich von Kosten, Gewicht, Haltbarkeit und akzeptablem Komfort bleibt die Verbundlenkerachse am günstigen Ende des Marktes eine still vorherrschende Lösung.

Wichtige Punkte
  • Verbindet die Hinterräder über einen verdrehweichen Querträger
  • Einfach, günstig, leicht, robust und kompakt
  • Räder teilunabhängig, nicht vollständig unabhängig geführt
  • Verbreitet bei kleinen Frontantrieblern; weniger kultiviert als Mehrlenker
Auch bekannt als
twist beamtorsion beamtwist-beam suspensiontwist beam axle