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06 — Glossar
Getriebe und Antriebsstrang

Wandlerautomatik

Die Wandlerautomatik ist das klassische Automatikgetriebe und nutzt eine hydraulische Kupplung statt einer Reibkupplung, um die Kraft geschmeidig zu übertragen.

Kategorie
Getriebe und Antriebsstrang
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Definition

Die Wandlerautomatik ist die traditionelle Form des Automatikgetriebes und zeichnet sich durch die Verwendung einer hydraulischen Kupplung – des Drehmomentwandlers – anstelle der Reibkupplung aus, wie sie in Hand- und Doppelkupplungsgetrieben zu finden ist. Seit Jahrzehnten ist sie die übliche Automatik in Fahrzeugen von der Familienlimousine über große Luxuswagen bis zu schweren Nutzfahrzeugen, geschätzt vor allem für die nahtlose, mühelose Geschmeidigkeit, mit der sie die Kraft überträgt. Der Fahrer wählt einfach die Fahrstufe D, und das Getriebe erledigt den Rest, indem es die Übersetzungen je nach Geschwindigkeit und Last selbsttätig wechselt.

Herzstück des Systems ist der Drehmomentwandler, eine abgedichtete, ringförmige Einheit, gefüllt mit Getriebeöl, die zwischen Motor und Radsatz sitzt. In ihrem Inneren befinden sich mindestens zwei beschaufelte Räder: ein vom Motor angetriebenes Pumpenrad und ein mit dem Getriebe verbundenes Turbinenrad. Das drehende Pumpenrad schleudert das Öl gegen das Turbinenrad, reißt es mit und überträgt so den Antrieb durch das Öl selbst, ohne starre mechanische Verbindung. Da die Kupplung hydraulisch ist, kann sie frei schlupfen, was es dem Motor erlaubt, bei eingelegter Fahrstufe im Stand weiterzulaufen und außergewöhnlich geschmeidig anzufahren.

Ein drittes Element, das Leitrad, lenkt das zurückströmende Öl bei niedrigen Drehzahlen so um, dass es die Wirkung des Pumpenrads verstärkt statt ihr entgegenzuwirken. Daraus entsteht die Drehmomentverstärkung: Beim Anfahren kann der Wandler das Motordrehmoment um etwa das Zwei- bis Zweieinhalbfache vervielfachen und so einen kräftigen, sanften Schub erzeugen, ganz ohne Kupplungsbetätigung. Diese eingebaute Verstärkung macht Wandlerautomatiken besonders geeignet für den Anhängerbetrieb, schwere Lasten und das Anfahren am Berg, wo das zusätzliche mühelose Drehmoment im niedrigen Drehzahlbereich wirklich von Nutzen ist.

Die Gangwechsel übernimmt ein Satz Planetengetriebe, die hydraulisch über Lamellenkupplungen und Bremsbänder geschaltet werden, gesteuert von einem Ventilkörper und, in modernen Einheiten, von ausgefeilter Elektronik. Sobald das Fahrzeug auf Tempo ist, klemmt eine Überbrückungskupplung im Wandler Pumpen- und Turbinenrad zusammen, um den Schlupf des Öls zu beseitigen und die direkte mechanische Effizienz für die Konstantfahrt wiederherzustellen, was den Kraftstoffverbrauch senkt. Heutige Wandlerautomatiken bieten häufig acht, neun oder zehn Übersetzungen und verbinden so zügiges Ansprechen mit entspanntem, sparsamem Lauf bei hohem Tempo.

Im Vergleich zu den Alternativen ist die Wandlerautomatik bei niedrigem Tempo und im Stop-and-go-Verkehr meist geschmeidiger als ein Doppelkupplungsgetriebe, weil ihre hydraulische Kupplung dort gleitet, wo ein kupplungsbasiertes System ruckeln oder zögern kann; ihre Schwäche war früher der durch den Ölschlupf bedingte Effizienzverlust, der durch Überbrückungskupplungen und zusätzliche Gänge inzwischen weitgehend ausgeglichen ist. Sie steht im Gegensatz zum stufenlosen Getriebe (CVT), das gänzlich auf feste Gänge verzichtet, und zum Schaltgetriebe mit seiner vom Fahrer betätigten Kupplung. In puncto Bequemlichkeit und Laufkultur, besonders beim Anhängerbetrieb und Rangieren, bleibt die Wandlerautomatik ein Maßstab.

Wichtige Punkte
  • Die klassische Automatik mit hydraulischem Drehmomentwandler
  • Ermöglicht geschmeidigen Leerlauf in Fahrstufe und sanftes Anfahren
  • Verstärkt das Drehmoment beim Anfahren leicht; ideal für den Anhängerbetrieb
  • Bei niedrigem Tempo geschmeidiger als ein Doppelkupplungsgetriebe
Auch bekannt als
traditional automatictorque converter automaticconventional automaticslushbox