Ein Reifendruckkontrollsystem, allgemein mit RDKS abgekürzt (international als TPMS bekannt), warnt den Fahrer, wenn ein oder mehrere Reifen deutlich unter ihren korrekten Fülldruck fallen. Es ist nötig, weil zu niedriger Druck zugleich häufig und tückisch ist: Reifen verlieren mit der Zeit und durch winzige Einstiche von Natur aus Druck, der Verlust ist mit bloßem Auge kaum zu erkennen, und viele Fahrer prüfen ihre Reifen nur selten von Hand. Doch schon ein mäßiger Druckverlust mindert Sicherheit und Effizienz, sodass eine automatische Warnung eine wichtige Lücke in der laufenden Fahrzeugpflege schließt.
Es gibt zwei grundverschiedene Ansätze. Das direkte RDKS verbaut in jedem Rad einen batteriebetriebenen Sensor, meist in das Ventil integriert, der den tatsächlichen Luftdruck (und oft die Temperatur) misst und den Messwert per Funk an einen Empfänger im Auto übermittelt. Es meldet den Druck jedes Reifens einzeln und genau, doch die Sensoren haben begrenzte Batterielaufzeiten von einigen Jahren und müssen beim Radwechsel neu angelernt werden. Das indirekte RDKS kommt ganz ohne eigene Sensoren aus; es greift stattdessen die Raddrehzahldaten des Antiblockiersystems ab und nutzt die Tatsache, dass ein zu schwach gefüllter Reifen einen etwas kleineren Abrollradius hat und sich daher geringfügig schneller dreht als seine korrekt gefüllten Nachbarn. Es ist günstiger und wartungsfrei, aber ungenauer, kann keinen absoluten Druckwert angeben und muss nach jedem Befüllen oder Reifenwechsel zurückgesetzt werden.
Die Folgen, mit weichen Reifen zu fahren, erklären, warum die Technik wichtig ist. Zu niedriger Druck vergrößert die Aufstandsfläche und überdehnt die Seitenwände, wodurch Wärme entsteht, die bei hohem Tempo zu plötzlicher Laufflächenablösung oder einem Reifenplatzer führen kann. Er verlängert den Bremsweg, macht die Lenkung schwammig und mindert die Kurvenhaftung – alles Faktoren, die die Sicherheit beeinträchtigen. Zudem beschleunigt und verteilt er den Profilverschleiß ungleichmäßig, verkürzt also die Reifenlebensdauer, und erhöht den Rollwiderstand, was den Kraftstoffverbrauch und den CO2-Ausstoß messbar steigert – ein Reifen, der deutlich unter Vorgabe läuft, kann die Spritrechnung um mehrere Prozent erhöhen.
Diese Sicherheitsrelevanz führte zur gesetzlichen Vorschrift. Nach einer Reihe tödlicher Überschlagsunfälle infolge von Reifenversagen schrieben die USA das RDKS ab Mitte der 2000er-Jahre für neue Pkw vor, und die Europäische Union folgte: Sie verlangt die Systeme seit 2012 für neue Fahrzeugtypen und seit Ende 2014 für alle Neuwagen. Folglich ist die Warnleuchte, die einen Reifenquerschnitt mit einem Ausrufezeichen zeigt, heute ein vertrautes Merkmal nahezu jedes modernen Armaturenbretts.
Fahrer sollten verstehen, was die Warnung bedeutet und was nicht. Ein RDKS ist ein Sicherheitsnetz, das einen zu niedrigen Reifen meldet, doch in den meisten Systemen leuchtet es erst auf, wenn der Druck bereits deutlich unter den empfohlenen Wert gesunken ist – es ersetzt also nicht die regelmäßige manuelle Prüfung mit einem Manometer, idealerweise bei kalten Reifen. Kaltes Wetter kann die Leuchte durch natürliche Druckabnahme auslösen, und ein schleichender Plattfuß braucht unter Umständen fachmännische Behandlung. Das RDKS ist eng mit dem Antiblockiersystem verwandt, auf dessen Sensoren die indirekten Ausführungen angewiesen sind, sowie mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm; beide setzen voraus, dass die Reifen richtig gefüllt sind, um wie vorgesehen zu funktionieren.
- Warnt, wenn der Druck eines Reifens zu weit absinkt
- Direktes RDKS nutzt Sensoren im Rad, indirektes nutzt ABS-Daten
- Zu niedriger Druck schadet Fahrverhalten, Sicherheit, Verschleiß und Verbrauch
- Für Neuwagen in der EU und den USA vorgeschrieben