Der Tragfähigkeitsindex ist eine in die Reifenflanke eingeprägte Kennzahl, die das maximale Gewicht angibt, das dieser einzelne Reifen bei korrektem Luftdruck tragen darf. Eine solche Angabe ist nötig, weil die Tragfähigkeit eines Reifens nicht unbegrenzt ist; sie hängt von der Festigkeit der Karkasse und der Gürtellagen sowie vom Volumen und Druck der eingeschlossenen Luft ab, und ein Überschreiten dieser Grenze lässt die Karkasse überhitzen, sich verformen und schließlich versagen. Der Index liefert eine präzise, genormte Möglichkeit, diese Tragfähigkeit auszudrücken, sodass ein Reifen auf das Fahrzeug abgestimmt werden kann, das er tragen soll.
Die Kennzahl ist nicht das Gewicht selbst, sondern ein Code, der aus einer genormten Referenztabelle abgelesen werden muss, in der jeder Wert einem bestimmten Gewicht in Kilogramm entspricht. Der Zusammenhang ist nicht linear, sodass jede Stufe der Skala für eine etwas größere Zunahme der Tragfähigkeit steht als die vorige; so entspricht ein Index von 91 rund 615 kg je Reifen, 95 etwa 690 kg und 100 etwa 800 kg. Die Kennzahl erscheint als Teil der Betriebskennung auf der Flanke unmittelbar vor dem Geschwindigkeitsbuchstaben, sodass eine Kennzeichnung 91V den Lastindex 91 mit dem Geschwindigkeitssymbol V verbindet.
Für den Fahrzeughalter ist der Tragfähigkeitsindex ein echter Sicherheitsparameter und keine technische Spielerei. Die gemeinsame Tragfähigkeit aller montierten Reifen muss das voll beladene Gewicht des Fahrzeugs einschließlich Insassen und Gepäck deutlich übersteigen, weshalb der Hersteller für jedes Modell einen Mindestindex vorschreibt. Reifen mit einem niedrigeren Index als gefordert überlasten die Karkasse und erzeugen überschüssige Wärme, die zu raschem Verschleiß oder einem plötzlichen Reifenplatzer führen kann – besonders, wenn das Fahrzeug schwer beladen ist, einen Anhänger zieht oder bei Hitze schnell fährt.
Die Werte sind international über Gremien wie die ETRTO und ihre Pendants genormt, sodass ein bestimmter Index unabhängig von Marke oder Verkaufsland dieselbe Tragfähigkeit bedeutet, was Reifen zuverlässig vergleichbar und austauschbar macht. Zu beachten ist, dass manche Nutzfahrzeug- und Transporterreifen doppelte Indizes für Einzel- und Zwillingsbereifung tragen und dass verstärkte Reifen (Extra Load) bei gleicher Größe eine höhere Tragfähigkeit für Fahrzeuge bieten, die diese benötigen.
Einige praktische Einschränkungen gelten. Die angegebene Tragfähigkeit setzt den vom Hersteller empfohlenen Luftdruck voraus, sodass ein zu gering befüllter Reifen seine indexierte Last nicht sicher tragen kann und weit eher versagt. Der Index wird stets zusammen mit dem Geschwindigkeitsindex gelesen, beide bilden die Betriebskennung, die den vollständigen Einsatzbereich des Reifens definiert, und er steht in Wechselwirkung mit der Wahl zwischen Standard-, Notlauf- und Ganzjahresreifen. Beim Reifenwechsel gilt die vernünftige Regel, den ursprünglichen Tragfähigkeitsindex zu erreichen oder zu übertreffen, niemals unter die Fahrzeugvorgabe zu gehen und die Einstufung an einer Achse einheitlich zu halten.
- Code für das maximale Gewicht, das jeder Reifen tragen darf
- Aus einer Normtabelle abgelesen (z. B. 91 ≈ 615 kg)
- Steht vor dem Geschwindigkeitsindex auf der Flanke (z. B. 91V)
- Muss die Fahrzeugvorgabe erreichen oder übertreffen