TDI, für Turbocharged Direct Injection, ist die seit Langem etablierte Markenbezeichnung des Volkswagen-Konzerns für seine turboaufgeladenen Dieselmotoren mit Direkteinspritzung. Erstmals 1989 im Audi 100 eingeführt, erschien das Kürzel seither bei Volkswagen, Audi, Skoda, SEAT und weiteren Konzernmarken und wurde zu einer der bekanntesten Motorbezeichnungen Europas. Es steht nicht für einen einzelnen Motor, sondern für eine Familie und eine technische Philosophie: die Verbindung der Effizienz der Direkteinspritzung mit den Atmungs- und Leistungsvorteilen der Aufladung.
Die beiden im Namen genannten Technologien wirken zusammen. Die Direkteinspritzung bringt den Dieselkraftstoff unter sehr hohem Druck unmittelbar in den Brennraum ein, statt in eine Vorkammer oder den Ansaugtrakt, und erlaubt so eine präzise Steuerung von Menge und Zeitpunkt jeder einzelnen Einspritzung. Die Aufladung drückt anschließend zusätzliche verdichtete Luft in die Zylinder und liefert den zusätzlichen Sauerstoff, der nötig ist, um mehr Kraftstoff effizient zu verbrennen und Energie zurückzugewinnen, die sonst im Abgas verloren ginge. Gemeinsam liefern sie das großzügige Drehmoment von unten heraus, den niedrigen Kraftstoffverbrauch und den vergleichsweise kultivierten Lauf, für die Dieselfahrzeuge bekannt wurden. Frühe TDI-Aggregate nutzten Verteilerpumpen und später Pumpe-Düse-Konstruktionen, bevor die Familie in den 2000er-Jahren weitgehend auf die Common-Rail-Einspritzung umstieg.
Für Fahrer lag der Reiz der TDI-Motoren in ihrer Flexibilität und Sparsamkeit. Eine typische TDI-Limousine der Mittelklasse konnte entspanntes Reisen auf der Autobahn, reichlich Drehmoment zum Überholen und einen Praxisverbrauch verbinden, den Ottopendants jener Zeit nur schwer erreichten, und bot dabei große Reichweiten zwischen den Tankstopps. Diese Eigenschaften machten TDI, verbunden mit offensiver Vermarktung und der günstigen Besteuerung in vielen europäischen Ländern, zu einem allgemein geläufigen Begriff und trugen zum breiten europäischen Dieselboom von den 1990er- bis in die 2010er-Jahre bei, als der Diesel in weiten Teilen des Kontinents rund die Hälfte der Neuwagenverkäufe ausmachte.
Der Name TDI wurde untrennbar mit dem Abgasskandal von 2015 verbunden, der oft als Dieselgate bezeichnet wird. Dem Volkswagen-Konzern wurde nachgewiesen, bestimmte TDI-Motoren, namentlich das Aggregat EA189, mit einer Abschalteinrichtungs-Software ausgestattet zu haben, die die offiziellen Prüfbedingungen erkannte und die Stickoxidemissionen nur während der Prüfung senkte, während die Fahrzeuge auf der Straße weit mehr NOx ausstießen, als die Vorschriften erlaubten. Die Affäre löste enorme Bußgelder, Fahrzeugrückrufe, Strafverfahren und einen anhaltenden Zusammenbruch des Vertrauens von Öffentlichkeit und Behörden in die Dieseltechnik der gesamten Branche aus.
In der Folge wurden überlebende und neuere TDI-Motoren mit deutlich anspruchsvollerer Abgasnachbehandlung neu entwickelt, darunter die selektive katalytische Reduktion mit AdBlue, um die strengen Euro-6-Normen ehrlich zu erfüllen. Das Kürzel ist weiterhin im Einsatz, auch wenn der Marktanteil des Diesels angesichts strengerer Regulierung und der Elektrifizierung stark zurückgegangen ist. TDI steht neben den Entsprechungen anderer Hersteller — etwa Mercedes-Benz CDI und Hyundai-Kia CRDi — als markenspezifischer Ausdruck derselben zugrunde liegenden Common-Rail- und Turbodieseltechnik.
- Markenbezeichnung des VW-Konzerns für einen turboaufgeladenen Diesel mit Direkteinspritzung
- Verbindet Direkteinspritzung mit Aufladung
- Treibende Kraft des europäischen Dieselbooms
- Zentral im Abgasskandal von 2015 ("Dieselgate")