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06 — Glossar
ADAS und Sicherheit

360-Grad-Kamera

Eine 360-Grad-Kamera fügt die Bilder mehrerer Kameras zu einer einzigen Vogelperspektive des Fahrzeugs und seiner unmittelbaren Umgebung zusammen.

Kategorie
ADAS und Sicherheit
Verwandte Begriffe
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Definition

Eine 360-Grad-Kamera, auch als Umgebungs- oder Vogelperspektivsystem bekannt, fügt die Bilder mehrerer Weitwinkelkameras zu einem einzigen Gesamtbild zusammen, das dem Fahrer das Auto aus der Vogelperspektive von direkt oben zeigt. Sie löst ein grundsätzliches Problem moderner Fahrzeuge: Hohe Gürtellinien, breite Säulen und kleine Heckscheiben erzeugen bei niedrigem Tempo ausgedehnte tote Winkel und erschweren es, die genaue Lage des Autos zu Bordsteinen, Pfosten und anderen Hindernissen bei engen Manövern einzuschätzen.

Das System nutzt in der Regel vier oder mehr Kameras, die so angeordnet sind, dass sie jede Fahrzeugseite abdecken – eine im vorderen Kühlergrill oder Emblem, eine am Heck und je eine unter den Außenspiegeln. Jede Kamera trägt ein extrem weitwinkliges Fischaugenobjektiv mit einem Sichtfeld von annähernd 180 Grad, sodass sie gemeinsam den gesamten Umkreis des Autos mit überlappender Abdeckung und ohne Lücken erfassen. Die rohen Fischaugenbilder sind stark verzerrt, mit gekrümmten Geraden und an den Rändern übertriebenen Abständen.

Diese unterschiedlichen Bilder in ein stimmiges Draufsicht-Bild zu verwandeln, ist die Aufgabe einer Bildverarbeitungseinheit. Die Software korrigiert die Objektivverzerrung und projiziert dann jede Ansicht geometrisch so um, als würde sie von einer virtuellen, über dem Dach schwebenden Kamera aufgenommen – eine Umrechnung, die als perspektivische Entzerrung bekannt ist. Sie überblendet die überlappenden Bereiche, sodass die Nahtstellen zwischen den Kameras geglättet werden, und legt in der Mitte eine Grafik des eigenen Fahrzeugs darüber, um dem Fahrer ein klares Gefühl für Maßstab und Ausrichtung zu geben. Das Ergebnis ist eine Live-Draufsicht, die meist neben dem herkömmlichen Einzelkamerabild für die Fahrtrichtung gezeigt wird.

Der praktische Nutzen ist eine deutliche Erleichterung und Entlastung beim Rangieren auf engstem Raum. Der Fahrer kann das Auto in eine enge Lücke setzen, an einen Bordstein heranfahren, ohne die Felgen zu beschädigen, durch eine schmale Toreinfahrt fädeln oder sich an einer Anhängerkupplung ausrichten – und dabei genau verfolgen, wie die Karosserie zu ihrer Umgebung steht. Besonders ausgeprägt ist der Vorteil bei großen Fahrzeugen wie SUVs, Transportern und Pick-ups, deren Ecken weit vom Fahrer entfernt liegen und deren herkömmliche Sicht am schlechtesten ist. Dieselbe Kameraanordnung bildet zugleich die Grundlage für das automatische Einparken, da sie die räumlichen Informationen liefert, die das Auto braucht, um sich selbst in eine Lücke zu lenken.

Wie alle Kamerasysteme hat auch die 360-Grad-Kamera ihre Grenzen. Das Draufsichtbild ist eine berechnete Rekonstruktion und keine echte Aufnahme, weshalb hohe Objekte nahe den Nahtlinien verzerrt oder verkürzt erscheinen können; zudem setzt das System eine ebene Bodenfläche voraus, was auf unebenem Gelände in die Irre führen kann. Verschmutzte, vereiste oder regenverschmierte Objektive verschlechtern das Bild, und die Kameras müssen sauber gehalten werden, damit das System zuverlässig arbeitet. Die 360-Grad-Kamera ist eng mit dem Parkassistenten verwandt, den sie erst ermöglicht, und arbeitet mit dem Querverkehrswarner hinten, dem Toten-Winkel-Assistenten und der gesamten Familie der Fahrerassistenzsysteme zusammen, um ein vollständiges Bild der unmittelbaren Fahrzeugumgebung zu liefern.

Wichtige Punkte
  • Führt mehrere Kamerabilder zu einer Draufsicht zusammen
  • Kameras im Grill, am Heck und unter den Außenspiegeln
  • Erleichtert enges Einparken und Rangieren erheblich
  • Grundlage fürs automatische Einparken; ideal für große Fahrzeuge
Auch bekannt als
360 cameraaround view monitorsurround view camera360-degree camerabird's-eye view camera