Ein Kleinwagen, im Englischen Supermini genannt, ist ein kompaktes Schrägheckfahrzeug, das in der europäischen Marktklassifizierung das sogenannte B-Segment besetzt, oberhalb der kleinsten Stadtwagen und unterhalb der größeren Kompaktwagen des C-Segments. Mit einer Länge von typischerweise knapp unter vier Metern soll er Erschwinglichkeit und Handlichkeit in der Stadt mit ausreichend Innen- und Gepäckraum verbinden, um Einzelpersonen, Paaren und kleinen Familien als vollwertiges Alltagsauto zu dienen. In vielen Märkten zählt er zu den wichtigsten Volumensegmenten, gerade weil er einen praktischen, vernünftig bepreisten Kompromiss zwischen Größe und Fähigkeit bietet.
Die Bauform kombiniert fast immer einen quer eingebauten Frontmotor mit Frontantrieb und einer Zwei-Box-Schräghecksilhouette, mit zwei oder vier Türen plus einer Heckklappe, die einen Kofferraum von rund 250 bis 350 Litern freigibt. Die Rücksitze lassen sich in der Regel umklappen, um diesen Raum zu erweitern. Die kompakten Abmessungen halten das Leergewicht niedrig, fördern die Wendigkeit und machen das Einparken in engen städtischen Lücken mühelos, während ein Radstand, der gerade lang genug ist, um vier Erwachsene mit etwas Mühe unterzubringen, ihn von den darunterliegenden Stadtwagen- und Kleinstwagenformaten abgrenzt.
Für den Käufer liegt der Hauptreiz im Preis-Leistungs-Verhältnis. Moderne Kleinwagen übernehmen häufig die Sicherheitsstrukturen, Fahrerassistenzsysteme, das Infotainment und die effizienten Antriebe, die zuerst in größeren und teureren Fahrzeugen zu sehen waren, und liefern so Großwagentechnik zum Kleinwagenpreis. Niedrige Betriebskosten ergeben sich aus dem geringen Kraftstoffverbrauch, günstigerer Versicherung und einfacher Wartung. Die Klasse ist daher ein naheliegendes erstes Auto und ein vernünftiger Zweitwagen, und ihre Größe macht sie ideal für überfüllte Städte, in denen ein größeres Fahrzeug eher zur Last würde.
Der Kleinwagen ist zudem ein verbreiteter und bezahlbarer Einstieg in die Elektromobilität geworden. Batterieelektrische und Hybridversionen etablierter Modelle sowie eigens entwickelte kleine Stromer bringen emissionsfreies Fahren in Reichweite jener Käufer, die keine große Reichweite benötigen, denn das typische städtische und vorstädtische Nutzungsprofil eines Kleinwagens passt gut zu der kleinen Batterie und der geringeren Reichweite, die diese Fahrzeuge vergleichsweise günstig halten. Damit ist das Segment zentral für die breitere Abkehr von Benzin und Diesel.
Die systembedingten Grenzen sind die der Größe. Beinfreiheit im Fond und Kofferraumvolumen fallen knapper aus als in größeren Schräghecks, die Laufkultur auf langen Autobahnetappen kann hinter größeren Fahrzeugen zurückbleiben, und eine brauchbare Batterie in einer so kleinen Karosserie unterzubringen, bleibt für die Elektrovarianten eine Herausforderung. Am besten versteht man den Kleinwagen im Verhältnis zur größeren Schräghecksfamilie, deren kleines Ende er bildet, zum darüberstehenden Kompaktwagen sowie zu den darunterliegenden Kei-Car- und Kleinstwagenformaten, gegenüber denen er deutlich mehr nutzbaren Raum bietet.
- Kompaktes Schrägheck des B-Segments, meist knapp unter 4 m lang
- Verbindet stadttaugliche Größe mit echter Alltagstauglichkeit
- Starkes Preis-Leistungs-Verhältnis – Großwagentechnik zum kleinen Preis
- Verbreiteter, bezahlbarer Einstieg in die Elektromobilität