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Fahrwerk, Bremsen und Reifen
SLA

Kurz-Lang-Lenker-Aufhängung (SLA)

Die Kurz-Lang-Lenker-Aufhängung (SLA) ist eine Doppelquerlenker-Bauform mit kürzerem oberen als unteren Lenker, die die Radgeometrie auf maximale Haftung optimiert.

Kategorie
Fahrwerk, Bremsen und Reifen
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Definition

Die Kurz-Lang-Lenker-Aufhängung, fast immer mit SLA (Short Long Arm) abgekürzt, ist eine besondere Ausführung der Doppelquerlenker-Bauweise, bei der der obere Querlenker bewusst kürzer ausgeführt ist als der untere. Sie existiert, weil Fahrwerksingenieure nicht nur steuern wollen, wie weit ein Rad einfedert, sondern auch, wie sich dessen Winkel zur Fahrbahn über den gesamten Federweg verändert. Indem die Längen und Anlenkwinkel der beiden Lenker unabhängig voneinander gewählt werden, kann der Konstrukteur die Bahn vorgeben, der das Rad beim Ein- und Ausfedern folgt – etwas, das eine einfachere Bauform nicht ohne Weiteres erreicht.

Mechanisch wird der Radträger von zwei annähernd waagerechten Lenkern gehalten, die jeweils innen am Aufbau und außen am Radträger angelenkt sind. Da der obere Lenker kürzer ist, durchläuft er beim Einfedern einen engeren Bogen als der längere untere Lenker. Die Geometrie ist so abgestimmt, dass unter Last die Oberseite des Rades gegenüber der Unterseite nach innen gezogen wird und so ein zunehmend negativer Sturz entsteht. Eine Schraubenfeder mit Dämpfer, häufig als Federbein-Einheit, nimmt die vertikalen Lasten auf, während die Lenker und eine separate Spurstange die Quer- und Lenkkräfte übernehmen.

Der praktische Nutzen zeigt sich bei harter Kurvenfahrt, wenn der Aufbau wankt und das belastete kurvenäußere Rad in seinen Einfederweg gedrückt wird. Der in die SLA-Geometrie eingebaute Sturzgewinn wirkt dem Wanken entgegen, sodass der stark belastete kurvenäußere Reifen nahezu senkrecht bleibt und seine Lauffläche flach auf den Asphalt setzt. Das Ergebnis ist eine größere, gleichmäßiger belastete Aufstandsfläche, gleichmäßigere Haftung und ein berechenbareres Fahrverhalten, weshalb die Bauform bei Sportwagen, vielen frontmotorigen Sportlern und im Rennsport bevorzugt wird.

Die SLA ist eine Verfeinerung der größeren Doppelquerlenker-Familie und eng mit Mehrlenker-Bauweisen verwandt, die die Lenker zur noch feineren Kontrolle in mehrere einzelne Streben aufteilen. Historisch verbreiteten sich ungleich lange Querlenker, sobald die Einzelradaufhängung vorn die Starrachse ablöste, und die Bauform tauchte vom Grand Tourer der 1960er-Jahre bis zu modernen Supersportwagen und der Vorderachse vieler Pick-ups auf. Die genauen Lenkerlängen, Anlenkpunkthöhen und Lagersteifigkeiten werden auf Masse, Bodenfreiheit und Einsatzzweck jedes Fahrzeugs abgestimmt.

Der Preis dafür ist Komplexität und Kosten. Eine SLA verwendet mehr Einzelteile, Gelenke und Anbindungspunkte am Aufbau als ein McPherson-Federbein, beansprucht mehr Platz im Radkasten und bringt Mehrgewicht, was sie in Fertigung und Reparatur teurer macht. Lager und Kugelgelenke verschleißen mit der Zeit, und ein Stoß kann die sorgfältig eingestellte Achsvermessung verstellen, weshalb regelmäßige Geometriekontrollen wichtig sind. Für platz- oder kostenkritische Fahrzeuge bleibt das Federbein die pragmatische Wahl, doch wo es auf maximale Haftung und Fahrverhalten ankommt, ist die Kurz-Lang-Lenker-Anordnung kaum zu schlagen.

Wichtige Punkte
  • Ein Doppelquerlenker mit kürzerem oberen als unteren Lenker
  • Erzeugt zunehmend negativen Sturz beim Einfedern
  • Hält den kurvenäußeren Reifen bei harter Kurvenfahrt flach
  • Hervorragende Haftung; aufwendiger als ein McPherson-Federbein
Auch bekannt als
SLAShort-Long Arm suspensionshort-long armunequal-length wishbones