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06 — Glossar
Getriebe und Antriebsstrang
RWD

Hinterradantrieb (RWD)

Der Hinterradantrieb (RWD) treibt die Hinterräder an, sodass die Vorderräder sich ganz auf das Lenken konzentrieren – geschätzt für Sportlichkeit und Ausgewogenheit.

Kategorie
Getriebe und Antriebsstrang
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Definition

Der Hinterradantrieb, abgekürzt RWD, ist eine Auslegung, bei der die Motorleistung an die Hinterräder geleitet wird, während die Vorderräder allein für das Lenken zuständig bleiben. Es ist die klassische Konfiguration des Automobils, in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts vorherrschend und bis heute bei Sport-, Luxus- und Lastfahrzeugen bevorzugt. Indem die Aufgaben Antreiben und Lenken auf die beiden Achsen verteilt werden, kann jedes Räderpaar eine Aufgabe gut erfüllen, statt beide zugleich zu übernehmen.

In einem typischen Hinterradfahrzeug sitzt der Motor vorn und leitet das Drehmoment über das Getriebe und eine Kardanwelle nach hinten an ein Differenzial in der Hinterachse, das wiederum die Hinterräder antreibt. Diese Anordnung verteilt die großen Massen über die Länge des Fahrzeugs und hilft, eine ausgewogene Achslastverteilung zu erreichen, im Idealfall nahe an fünfzig zu fünfzig. Die gute Gewichtsbalance führt zusammen mit dem Fehlen jeglicher Antriebskräfte an den Vorderrädern zu jenem charakteristisch reinen Lenkgefühl, das Hinterradfahrzeuge auszeichnet.

Ein wesentlicher Vorzug ist der Wegfall des Antriebseinflusses auf die Lenkung – jener Tendenz eines leistungsstarken Frontantriebs, beim heftigen Beschleunigen am Lenkrad zu zerren. Da die Vorderräder keine Antriebskraft übertragen, bleibt die Lenkung sauber und unverfälscht, gleich wie viel Leistung anliegt. Der Hinterradantrieb setzt die Leistung zudem wirksamer um: Beim Beschleunigen verlagert sich das Gewicht nach hinten auf die angetriebenen Räder, drückt sie stärker auf die Fahrbahn und verbessert ihre Traktion genau dann, wenn sie am meisten gebraucht wird. Deshalb nutzen leistungsstarke Sportwagen, Limousinen und viele Performance-Fahrzeuge diese Auslegung, und deshalb eignet sie sich für den Anhängerbetrieb und schwere Lasten, die zusätzliches Gewicht über die angetriebene Hinterachse bringen.

Die Auslegung hat Nachteile. Mit den angetriebenen Rädern hinten und – bei frontmotorisierten Fahrzeugen – weniger statischem Gewicht darüber kann die Traktion auf Schnee und Eis schlechter ausfallen als beim Frontantrieb, bei dem die Motormasse direkt über den angetriebenen Rädern liegt. Hinterradfahrzeuge neigen außerdem zum Übersteuern, bei dem die Hinterreifen die Haftung vor den Vorderreifen verlieren und das Heck nach außen drängt, besonders wenn die Leistung in der Kurve unsauber abgerufen wird. In geübten Händen lässt sich das beherrschen und sogar genießen, doch es verlangt dem Fahrer mehr Sorgfalt ab, weshalb moderne Hinterradfahrzeuge stark auf das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) bauen.

Der Hinterradantrieb steht im Gegensatz zum Frontantrieb, der günstiger, raumsparender und im Alltag sicherer ist, und zum Allradantrieb, der die Traktion aller angetriebenen Räder mit weiten Teilen der Ausgewogenheit einer heckbetonten Auslegung verbindet. Die Wahl spiegelt die Prioritäten eines Fahrzeugs wider: Frontantrieb für Packaging und Wirtschaftlichkeit, Hinterradantrieb für Lenkpräzision und Leistungsumsetzung, Allradantrieb für Sicherheit bei jedem Wetter.

Wichtige Punkte
  • Der Motor treibt die Hinterräder an; die Vorderräder lenken nur
  • Bessere Gewichtsbalance und Lenkgefühl, kein Antriebseinfluss auf die Lenkung
  • Setzt hohe Leistung sauber um – bei Sportlern bevorzugt
  • Weniger Traktion auf Schnee; neigt zum Übersteuern
Auch bekannt als
RWDrear-wheel drive