Startseite/Auto-Glossar/Allradantrieb per Knopfdruck
06 — Glossar
Getriebe und Antriebsstrang

Allradantrieb per Knopfdruck

Der Allradantrieb per Knopfdruck erlaubt es, den Allrad oder die Übersetzungsstufe elektronisch über Taste oder Drehregler einzulegen, statt über einen mechanischen Hebel.

Kategorie
Getriebe und Antriebsstrang
Verwandte Begriffe
4
Im Glossar
#288 von 389
Definition

Allradantrieb per Knopfdruck bezeichnet die Art und Weise, wie der Fahrer den Allradantrieb zuschaltet oder zwischen Übersetzungsstufen wechselt – über ein elektronisches Bedienelement wie eine Taste am Armaturenbrett, einen Drehregler oder einen Wippschalter statt über einen mechanischen Hebel am Mitteltunnel. Wichtig ist zu verstehen, dass dieser Begriff die Bedienschnittstelle beschreibt und nicht eine eigene Antriebsbauart. Unter der Taste verbirgt sich nach wie vor ein herkömmlicher zuschaltbarer Allradantrieb; modernisiert wurde lediglich die Bedienung.

Bei einem klassischen zuschaltbaren Allradfahrzeug bewegte der Fahrer einen kräftigen Hebel auf dem Getriebetunnel, der mechanisch mit dem Verteilergetriebe verbunden war und über innere Schiebemuffen die Vorderachse ankoppelte oder die Geländeuntersetzung einlegte. Knopfdruck-Systeme ersetzen diese mechanische Verbindung durch eine elektronische Betätigung. Der Druck auf die Taste oder das Drehen am Regler sendet ein Signal an ein Steuergerät, das einen Elektromotor oder einen elektromagnetischen beziehungsweise pneumatischen Stellantrieb im Verteilergetriebe anweist, dieselben mechanischen Verbindungen herzustellen. Das Ergebnis ist derselbe formschlüssige Allradantrieb, nur per Fingertipp statt mit kräftigem Hebeleinsatz.

Ein praktischer Vorzug der elektronischen Wahl ist das Schalten während der Fahrt. Viele Knopfdruck-Systeme erlauben das Einlegen des Allrads in der Straßenstufe bei mäßigem Tempo, oft bis etwa 60 bis 100 km/h, weil das Steuergerät die Drehzahlen von Vorder- und Hinterachswelle vor dem Koppeln synchronisieren kann. Das Einlegen der Geländeuntersetzung mit ihrer weit größeren Übersetzungsänderung verlangt dagegen meist Stillstand oder nahezu Stillstand, mitunter mit dem Getriebe in der Neutralstellung. Das System überwacht diese Bedingungen selbsttätig und verweigert oder verzögert eine Wahl, bis sie gefahrlos möglich ist, und schützt so die Mechanik.

Die Vorteile liegen in Komfort, Bauraum und Integration. Ein Drehregler schafft Platz im Innenraum, lässt sich auch in unbequemen Situationen leichter bedienen und eignet sich dafür, die Stufenwahl mit elektronischen Fahrprogrammen zu verknüpfen, die gleichzeitig Gasannahme, Traktionskontrolle und Bergabfahrhilfe anpassen. Da die Schaltvorgänge softwaregesteuert ablaufen, können Hersteller Schutzfunktionen und Rückmeldungen ergänzen – etwa beleuchtete Anzeigen, die die gewählte Stufe bestätigen –, die ein rein mechanischer Hebel nicht bieten kann.

Dieselben Einschränkungen, die für den zugrunde liegenden Antrieb gelten, bleiben bestehen. Handelt es sich um einen zuschaltbaren Allrad ohne Mitteldifferenzial, so führt das Einlegen auf trockenem Asphalt nach wie vor zu Verspannungen im Antriebsstrang, so mühelos die Taste die Wahl auch macht. Die elektronische Schnittstelle ändert nichts an der mechanischen Realität formschlüssig gesperrter Achsen; sie macht das Zu- und Abschalten lediglich schneller und einfacher. Ein Fahrzeug mit Allrad per Knopfdruck sollte daher genauso behandelt werden wie sein hebelbetätigtes Pendant, sodass der Allrad nur auf den losen Untergründen zugeschaltet wird, für die das System ausgelegt ist.

Wichtige Punkte
  • Schaltet den Allrad oder die Übersetzungsstufe per Taste oder Drehregler
  • Ersetzt den klassischen mechanischen Hebel am Verteilergetriebe
  • Erlaubt oft das Zuschalten „während der Fahrt“ bei mäßigem Tempo
  • Der Antrieb selbst bleibt ein zuschaltbarer Allradantrieb
Auch bekannt als
push-button 4WDelectronic shift-on-the-fly