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06 — Glossar
Elektroautos und Batterien

Plug & Charge

Plug & Charge erlaubt es einem Elektroauto, sich allein durch das Einstecken automatisch zu authentifizieren und den Ladevorgang abzurechnen, ganz ohne App, Karte oder Bildschirm.

Kategorie
Elektroautos und Batterien
Verwandte Begriffe
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Definition

Plug & Charge ist eine Komfortfunktion beim Laden, mit der ein Elektroauto seine Identität nachweisen und die Bezahlung vollständig selbst regeln kann, sobald sein Kabel mit einer kompatiblen öffentlichen Ladesäule verbunden wird. Statt des üblichen Ablaufs aus App öffnen, RFID-Karte vorhalten oder Kartendaten am Bildschirm eingeben steckt der Fahrer einfach ein und geht; der Ladevorgang beginnt binnen Sekunden, und die Kosten werden automatisch über ein zuvor eingerichtetes Konto abgerechnet. Damit verschwindet eine der häufigsten Hürden und Fehlerquellen des öffentlichen Ladens, an dem umständliche Apps und nicht reagierende Bezahlterminals einen Vorgang oft schon scheitern lassen, bevor er begonnen hat.

Die Funktion ist im internationalen Standard ISO 15118 festgelegt, der die digitale Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladestation regelt. Sobald der Stecker einrastet, bauen Auto und Ladesäule über das Ladekabel selbst eine gesicherte Verbindung mittels Powerline-Kommunikation auf. Das Fahrzeug legt ein eindeutiges digitales Zertifikat vor, gewissermaßen einen im Auto hinterlegten kryptografischen Ausweis, den das Ladenetz mit dem Vertrag des Kunden abgleicht. Da der Austausch verschlüsselt ist und auf einer Kette vertrauenswürdiger Zertifikate beruht, können beide Seiten sicher sein, dass das Gegenüber echt ist, und die Zahlungsdaten des Fahrers müssen am Ladepunkt weder eingegeben noch offengelegt werden.

Der praktische Nutzen geht über bloßen Komfort hinaus. Indem die Authentifizierung unsichtbar und augenblicklich erfolgt, senkt Plug & Charge die Zahl gescheiterter Ladevorgänge, verkürzt die an der Säule verbrachte Zeit und lässt das Elektrofahren der Einfachheit des Tankens näherkommen. Besonders wertvoll ist die Funktion an leistungsstarken DC-Schnellladestandorten, an denen jede Minute zählt, und sie schafft die Grundlage für weiterführende Dienste wie intelligentes Laden und den Energiehandel über Vehicle-to-Grid, die allesamt auf demselben gesicherten Handschlag zwischen Fahrzeug und Ladesäule beruhen.

Der Haken ist, dass drei voneinander getrennte Parteien den Standard unterstützen müssen, damit das Ganze funktioniert: Das Auto muss die passende Hardware und ein gültiges Zertifikat mitbringen, die Ladehardware muss ISO 15118 umsetzen, und das Backend des Ladenetzes muss so konfiguriert sein, dass es das Konto des Fahrers erkennt. In der Anfangszeit der Technik passten diese Teile nicht immer zusammen, sodass ein Fahrer mit Plug-&-Charge-fähigem Auto an einer bestimmten Säule dennoch auf App oder Karte zurückfallen musste. Mit der zunehmenden Verbreitung des Standards bei Fahrzeugen und Netzen hat sich die Abdeckung stetig verbessert.

Plug & Charge steht in engem Zusammenhang mit dem Combined Charging System (CCS), der Stecker- und Protokollfamilie, über die es am häufigsten läuft, und es ist ein naher Verwandter des bidirektionalen Ladens, das dasselbe Kommunikationsrückgrat nutzt, um Energie aus dem Auto zurück ins Netz zu speisen. Zusammen weisen diese Techniken in eine Zukunft, in der Auto, Ladesäule und Energienetz nahtlos miteinander verhandeln, während dem Menschen nur noch der eine Handgriff des Einsteckens bleibt.

Wichtige Punkte
  • Authentifiziert und bezahlt den Ladevorgang automatisch beim Einstecken
  • Im Standard ISO 15118 festgelegt
  • Keine App, Karte oder Terminal nötig
  • Auto, Ladesäule und Netz müssen den Standard alle unterstützen
Auch bekannt als
Plug and ChargeISO 15118