Das Occupant Position Detection System, abgekürzt OPDS, ist eine Sicherheitstechnik von Honda, die die Airbag-Auslösung intelligent statt unterschiedslos gestalten soll. Frühe Airbags lösten mit einer einzigen, vollen Treibladung aus, sobald ein Aufprall einen Schwellenwert überschritt – eine Strategie, die viele Leben rettete, aber Insassen, die klein, leicht gebaut oder im Moment der Entfaltung zu nah am Airbag saßen, selbst verletzen oder töten konnte. OPDS schließt diese Lücke, indem es erfasst, wer auf dem Beifahrersitz sitzt und in welcher Position, sodass das Rückhaltesystem die Auslösung entsprechend anpassen oder ganz unterdrücken kann.
Kernstück des Systems ist ein in die Rückenlehne eingearbeiteter Sensor. Hondas Umsetzung verwendet einen elektrisch leitfähigen Faden, der in einem Muster über die Lehne verlegt ist und dessen elektrischer Widerstand sich je nach Druck, Kontaktfläche und Haltung der anliegenden Person ändert. Aus den Signalen dieses Sensornetzes kann die Steuerelektronik Größe und Sitzposition des Insassen abschätzen und etwa einen korrekt sitzenden Erwachsenen von einem zierlichen Kind oder von einem nach vorn in den Gefahrenbereich nahe dem Armaturenbrett gelehnten Erwachsenen unterscheiden.
Diese Information fließt in die Auslöselogik des Airbags ein, die daraufhin über die Auslösung entscheidet. Erkennt das System auf dem Beifahrersitz einen korrekt sitzenden Erwachsenen normaler Größe, wird der Airbag scharfgeschaltet und löst bei einem Unfall aus. Erkennt es hingegen einen kleinen Insassen, ein Kind oder eine Person, deren Kopf oder Oberkörper sich außerhalb der korrekten Position und im Entfaltungsweg des Airbags befindet, kann es den Beifahrerairbag vollständig deaktivieren. Damit verhindert es, dass die explosionsartige Entfaltungskraft, die in den ersten Millisekunden weit über 160 km/h erreicht, einen schutzbedürftigen Insassen im ungünstigsten Abstand trifft.
OPDS gehört zu einer breiteren Generation adaptiver, sogenannter intelligenter Rückhaltesysteme, die entstand, als sich Aufsichtsbehörden und Hersteller Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre mit airbagbedingten Verletzungen auseinandersetzten. Vergleichbare Ziele erreichen andere Hersteller über gewichtsbasierte Sitzbelegungsmatten, kapazitive Sensorik oder Ultraschall-Positionsüberwachung. Gemeinsam ist ihnen der Wandel von einer einheitlichen Treibladung hin zu einem System, das den Insassen erfasst und den Schutz abstuft, teils kombiniert mit zweistufigen Gasgeneratoren, die auch die Entfaltungskraft variieren.
In der Praxis sind einige Feinheiten wissenswert. Da das System die Belegung aus dem Kontakt mit der Rückenlehne ableitet, zeigt in der Regel eine Anzeige im Armaturenbrett an, ob der Beifahrerairbag aktuell ein- oder ausgeschaltet ist; ungewöhnliche Sitzhaltungen, dicke Kleidung oder auf dem Sitz abgelegtes Gepäck können das Ergebnis beeinflussen. Es arbeitet ergänzend zum Sicherheitsgurt und zum übergeordneten Sensornetz, das vom Airbag-Steuergerät verwaltet wird – nicht an deren Stelle. Als Teil eines Gesamtpakets, das auch Seiten- und Kopfairbags umfassen kann, steht OPDS für das Prinzip, dass ein modernes Rückhaltesystem dann am besten schützt, wenn es möglichst viel über die zu schützende Person weiß.
- Honda-System zur Erfassung von Position und Größe des Insassen
- Steuert die Airbag-Auslösung zum Schutz falsch sitzender Insassen
- Kann einen Airbag unterdrücken, der einen kleinen oder gelehnten Insassen gefährden würde
- Teil adaptiver, "intelligenter" Rückhaltesysteme