Ein Lithium-Ionen-Akku ist die wiederaufladbare Energiespeichertechnik, die praktisch jedes moderne Elektrofahrzeug antreibt, ebenso wie die meisten Laptops, Smartphones und Akkuwerkzeuge. Er existiert, weil er eine außergewöhnliche Kombination aus Energiedichte, Wirkungsgrad und Zyklenfestigkeit bietet: Eine bestimmte Masse Lithium-Ionen-Zellen kann weit mehr nutzbare Energie speichern als die älteren Chemien aus Blei-Säure, Nickel-Cadmium oder Nickel-Metallhydrid, die ihr vorausgingen. Diese Dichte macht ein praxistaugliches Elektroauto überhaupt erst möglich und erlaubt es, dass ein Pack von wenigen hundert Kilogramm die 40 bis 100 Kilowattstunden speichert, die für eine brauchbare Reichweite nötig sind.
Der Akku arbeitet, indem er Lithium-Ionen durch einen flüssigen Elektrolyten zwischen zwei Elektroden hin und her bewegt. Beim Entladen wandern Lithium-Ionen von der negativen Elektrode (der Anode, meist aus Graphit) durch den Elektrolyten zur positiven Elektrode (der Kathode), während die zugehörigen Elektronen den umgekehrten Weg über den äußeren Stromkreis nehmen, um im Motor nützliche Arbeit zu verrichten. Das Laden kehrt den Vorgang um und drängt die Ionen zurück in die Anode. Ein dünner poröser Separator hält die Elektroden voneinander getrennt und lässt zugleich Ionen passieren, und weil anders als bei älteren Chemien kein Metall abgeschieden oder aufgelöst wird, ist die Reaktion hochgradig reversibel und kann tausende Male wiederholt werden.
Das ist von Bedeutung, weil Zyklenfestigkeit und Wirkungsgrad sich unmittelbar in Fahrzeuglanglebigkeit und Betriebskosten niederschlagen. Ein gut verwalteter E-Auto-Pack behält typischerweise rund 80 bis 90 Prozent seiner Kapazität nach 1.500 bis 3.000 vollen Zyklen, oft mehr als 200.000 Meilen Fahrleistung, und der Lade-Entlade-Wirkungsgrad übersteigt häufig 90 Prozent. Die hohe Spannung jeder Zelle – nominell etwa 3,2 bis 3,7 Volt je nach Chemie – bedeutet zudem, dass weniger Zellen in Reihe nötig sind, um die 400 oder 800 Volt zu erreichen, die ein E-Auto-Antriebsstrang nutzt.
Lithium-Ionen ist kein einzelnes Rezept, sondern eine Familie von Chemien, die sich vor allem durch das Kathodenmaterial unterscheiden. Die zwei vorherrschenden Typen im Auto sind NMC (Nickel-Mangan-Kobalt), geschätzt für hohe Energiedichte und große Reichweite, und LFP (Lithium-Eisenphosphat), das etwas Dichte gegen niedrigere Kosten, mehr Sicherheit und längere Lebensdauer eintauscht. Weitere Varianten wie NCA, LMO und aufkommende Feststoffbauweisen besetzen besondere Nischen, und Hersteller justieren die genaue Mischung fortwährend, um Reichweite, Leistung, Kosten und Haltbarkeit auszubalancieren.
Die wichtigste praktische Sorge ist die Temperaturempfindlichkeit. Hitze beschleunigt die chemischen Nebenreaktionen, die eine Zelle altern lassen, und kann im Extremfall ein thermisches Durchgehen auslösen, während Kälte die verfügbare Leistung und die Ladegeschwindigkeit stark verringert. Aus diesem Grund sind E-Auto-Packs in eine Flüssigkeits- oder Luftkühlung gehüllt und werden von einem Batteriemanagementsystem überwacht, das Spannung und Temperatur jedes Moduls erfasst, die Zellen ausgleicht und das Laden begrenzt, um den Pack in seinem sicheren Fenster zu halten. Das Verständnis dieser Grenzen erklärt viele Verhaltensweisen von Elektroautos, vom Vorkonditionieren vor einem Schnellladevorgang bis zum Rat, den Akku bei heißem Wetter nicht dauerhaft voll geladen stehen zu lassen.
- Die vorherrschende wiederaufladbare Chemie in Elektrofahrzeugen
- Speichert Energie durch Bewegung von Lithium-Ionen zwischen Elektroden
- Eine Familie von Chemien – vor allem NMC und LFP
- Hitzeempfindlich; durch Kühlung und Elektronik verwaltet