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ADAS und Sicherheit
ICCS

Integrierte Fahrwerksregelung (ICCS)

Eine integrierte Fahrwerksregelung koordiniert die einzelnen Fahrdynamiksysteme eines Fahrzeugs, also Bremse, Stabilität, Lenkung und Fahrwerk, sodass sie zusammenwirken.

Kategorie
ADAS und Sicherheit
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Definition

Eine integrierte Fahrwerksregelung, mitunter mit ICCS abgekürzt, ist ein übergeordneter Regler, der die verschiedenen Fahrdynamiksysteme eines Fahrzeugs, also Bremse, Stabilitätsregelung, Lenkung und Fahrwerk, so koordiniert, dass sie als ein einziges, abgestimmtes Ganzes und nicht als voneinander unabhängige Inseln agieren. Sie ist deshalb notwendig, weil ein modernes Fahrzeug eine bemerkenswerte Zahl getrennter aktiver Systeme trägt, von denen jedes für ein eigenes Problem entwickelt wurde, und weil diese unkoordiniert gegeneinander arbeiten können: Ein System könnte eine Lenkkorrektur einleiten, während ein anderes ein Rad in einer Weise abbremst, die ihr entgegenwirkt, was die Reaktion abstumpft und das Fahrzeug aus der Ruhe bringt. Die Integration löst diesen Konflikt, indem sie den Systemen eine gemeinsame Befehlsstruktur gibt.

Die Architektur ist um einen übergeordneten Regler herum aufgebaut, der über den einzelnen Teilsystemreglern steht. Er sammelt Daten von Sensoren im gesamten Fahrzeug, also Raddrehzahlen, Gierrate, Quer- und Längsbeschleunigung, Lenkwinkel, Gas- und Bremsvorgaben, Federwege und mehr, und formt daraus ein einheitliches Bild davon, was das Fahrzeug tut und was der Fahrer von ihm will. Aus diesem Bild richtet er koordinierte Anforderungen an jeden Aktor, entscheidet, welche Kombination aus Bremseingriff, Momentenverteilung, Lenkunterstützung und Dämpferanpassung die gewünschte Bewegung am besten erreicht, und schlichtet zwischen den Systemen, wenn deren Ziele sonst kollidieren könnten.

Der zentrale Vorteil besteht darin, dass die Teilsysteme einander verstärken, statt zu konkurrieren. Bei einem schnellen Ausweichmanöver etwa könnte der Regler gleichzeitig die Dämpfer verhärten, um die Wankneigung zu begrenzen, die Lenkunterstützung anpassen, um das Einlenken zu schärfen, das Drehmoment verteilen, um das Eindrehen des Fahrzeugs zu unterstützen, und die Stabilitätsregelung darauf vorbereiten, ein etwaiges Ausbrechen abzufangen, alles als eine Handlung getaktet und ausbalanciert. Das Fahrzeug wirkt gefasster, reagiert präziser und fängt sich nach einer Störung sauberer wieder, als wenn jedes System für sich allein reagierte.

Damit werden Eigenschaften zusammengeführt, die Fahrverhalten, Stabilität, Komfort und Sicherheit zugleich verbessern, statt das eine gegen das andere abzuwägen. Indem der Regler das gesamte Fahrwerk als koordinierte Plattform behandelt, kann er eine sportlich-agile Reaktion verfolgen, wenn der Fahrer sie verlangt, und eine weich-stabile, wenn der Komfort im Vordergrund steht, und dabei die Beiträge von Bremsen, Lenkung, Fahrwerk und Antriebsstrang auf die Situation und den gewählten Fahrmodus abstimmen. Das ist die Logik, die den konfigurierbaren Fahrmodus-Schaltern zugrunde liegt, die in Sport- und Luxusfahrzeugen heute verbreitet sind.

Im Verhältnis zu ihren Bestandteilen ersetzt die integrierte Fahrwerksregelung weder das elektronische Stabilitätsprogramm, die Antriebsschlupfregelung, das Antiblockiersystem, aktive oder adaptive Fahrwerke noch die aktive Lenkung, sondern dirigiert sie. Diese Teilsysteme bleiben für ihre eigenen Aktoren zuständig und können weiterhin eigenständig arbeiten, während die übergeordnete Ebene dafür sorgt, dass ihre Bemühungen aufeinander abgestimmt sind. Üblicherweise arbeitet sie auch eng mit dem Torque Vectoring zusammen, das den Antrieb zwischen den Rädern verteilt, um das Kurvenfahren zu unterstützen, und lässt so das gesamte Fahrwerk als eine einzige, bewusst abgestimmte Einheit auftreten.

Wichtige Punkte
  • Koordiniert Bremse, Stabilität, Lenkung und Fahrwerk
  • Ein übergeordneter Regler teilt Daten über alle Systeme hinweg
  • Lässt die Systeme einander verstärken, statt zu kollidieren
  • Verbessert Fahrverhalten, Stabilität, Komfort und Sicherheit zugleich
Auch bekannt als
ICCSIntegrated Chassis Control Systemintegrated chassis control