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06 — Glossar
Motor und Emissionen

Hydraulischer Ventilspielausgleich (Hydrostößel)

Der hydraulische Ventilspielausgleich nutzt den Öldruck des Motors, um das Ventilspiel selbsttätig auf null zu halten, und macht das manuelle Einstellen der Ventile überflüssig.

Kategorie
Motor und Emissionen
Verwandte Begriffe
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Definition

Der hydraulische Ventilspielausgleich, im Alltag meist als Hydrostößel oder Hydroelement bezeichnet, besteht aus kleinen, sich selbst nachstellenden Bauteilen im Ventiltrieb, die den Abstand zwischen Nockenwelle und Ventil automatisch auf null halten. Sie lösen ein Problem, das jedem Hubkolbenmotor mit Tellerventilen innewohnt: Die Metallteile des Ventiltriebs dehnen sich mit zunehmender Wärme aus und verschleißen über die Jahre, sodass ein im kalten Zustand fest eingestelltes Spiel sich im Betrieb verändert. Ohne Ausgleich hält ein zu geringes Spiel ein Ventil offen und lässt es verbrennen, während ein zu großes Spiel zu lautem und ineffizientem Lauf führt.

Jedes Element enthält einen kleinen Kolben und ein Rückschlagventil in einem Gehäuse, das aus dem Druckölkreislauf des Motors gespeist wird. Ist das zugehörige Ventil geschlossen und besteht irgendein Spiel im Ventiltrieb, strömt Öl in die Kammer unter dem Kolben, und eine leichte innere Feder drückt den Kolben so weit nach außen, bis jeder Spalt aufgezehrt ist. Das Rückschlagventil schließt diese Ölsäule ein, sodass sie beim Niederdrücken durch den Nocken wie eine nahezu starre Verbindung wirkt und die Hubbewegung auf das Ventil überträgt. Unter Last entweicht eine winzige, kontrollierte Ölmenge und wird im nächsten Arbeitstakt wieder aufgefüllt, wodurch das Element Spieländerungen fortlaufend nachvollzieht.

Der offensichtlichste Vorteil ist der Wegfall der regelmäßigen manuellen Ventileinstellung, einer bei älteren Motoren üblichen Wartungsarbeit, bei der man den Ventildeckel abnehmen, jedes Spiel mit einer Fühlerlehre messen und in festen Serviceintervallen Plättchen einlegen oder Schrauben verstellen musste. Mit dem Wegfall dieser Arbeit sinken die Unterhaltskosten und das Risiko eines falsch eingestellten Ventils. Da das Spiel stets exakt aufgezehrt wird, läuft der Ventiltrieb zudem leiser und mit weniger mechanischen Schlägen, was den Verschleiß an Nocken und Ventilenden mindert und zu einem ruhigeren, kultivierteren Lauf beiträgt.

Je nach Motorbauart treten Hydroelemente in unterschiedlichen Formen auf. Manche sitzen als Tassenstößel direkt unter der Nockenwelle, andere bilden das Schwenklager eines Kipp- oder Schlepphebels, und bei Stoßstangenmotoren stecken sie in dem Stößel, der auf dem Nocken läuft. Alle arbeiten nach demselben Prinzip des Öldrucks, weshalb ihr Verhalten unmittelbar vom Zustand des Schmiersystems abhängt.

Die typische Schwäche ist ein Ticken oder Klappern, das man am häufigsten beim Kaltstart oder nach längerem Stillstand hört. Meist bedeutet dies, dass ein Element leergelaufen und noch nicht wieder gefüllt ist oder dass das zuführende Öl verschmutzt, von falscher Sorte oder zu knapp bemessen ist. Verschlammtes Öl kann die feinen Kanäle verstopfen und ein Element ganz am Pumpen hindern, sodass es dauerhaft klappert. Regelmäßige Öl- und Filterwechsel mit der korrekten Spezifikation sind der einfachste Weg, sie still arbeiten zu lassen, denn ihre Zuverlässigkeit hängt vollständig von einer sauberen, ausreichend mit Druck versorgten Ölzufuhr zum Zylinderkopf ab.

Wichtige Punkte
  • Halten das Ventilspiel über den Öldruck stets auf null
  • Machen das regelmäßige manuelle Einstellen der Ventile überflüssig
  • Lassen den Ventiltrieb leiser und ruhiger laufen
  • Können ticken, wenn das Öl verschmutzt oder zu knapp ist
Auch bekannt als
hydraulic liftershydraulic tappetshydraulic lash adjusters