Eine Berganfahrhilfe ist eine Fahrerassistenzfunktion, die die Bremse kurz angelegt hält, wenn ein Auto an einer Steigung steht, damit das Fahrzeug in der kurzen Zeitspanne nicht zurückrollt, in der der Fahrer den Fuß von der Bremse aufs Gaspedal umsetzt. Das Problem, das sie löst, ist bei Fahrzeugen mit Schaltgetriebe am ausgeprägtesten, wo das Anfahren bergauf das Zusammenspiel von Kupplung, Gas und Bremse erfordert; ohne Unterstützung rollt das Auto in dem Moment zurück, in dem die Bremse gelöst wird, mit dem Risiko eines Abwürgens, eines Rucks nach hinten oder einer Berührung mit dem nachfolgenden Fahrzeug.
In ihrer frühesten Form, die bis in die 1930er-Jahre zurückreicht, war die Berganfahrhilfe eine rein mechanische Einrichtung, die mit einer Neigungskugel und einem Rückschlagventil in der Bremsleitung den Druck einschloss, wenn das Auto bergauf stand, und ihn erst beim Einkuppeln wieder freigab. Moderne Systeme erreichen dasselbe Ziel elektronisch, indem sie die ohnehin für das Antiblockiersystem und das ESP vorhandene Hydraulik nutzen. Erkennen die Sensoren, dass das Auto an einer Steigung zum Stehen gekommen ist, hält das Steuergerät den Druck im Bremskreis nach dem Loslassen des Pedals und baut ihn ab, sobald der Fahrer Gas gibt.
Das System stützt sich auf Eingangssignale, die es mit der Fahrdynamikregelung teilt: Ein Neigungs- oder Längsbeschleunigungssensor stellt fest, dass das Auto an einem Hang steht und in welche Richtung es zeigt, während Raddrehzahl- und Bremsdrucksignale bestätigen, dass das Fahrzeug steht und der Fahrer anfahren will. Bei einem Schaltwagen verrät das Signal der Kupplungsstellung oder des Motormoments dem Steuergerät, wann der Antrieb greift, sodass es die Bremse genau dann löst, wenn der Motor zu ziehen beginnt, und so sowohl ein Zurückrollen als auch ein ruckartiges Anfahren gegen die noch angelegte Bremse vermeidet.
Für den Fahrer besteht der Nutzen in einem ruhigeren, besser beherrschbaren Anfahren am Berg und in spürbar weniger Stress im Stop-and-go-Verkehr an Steigungen. Indem sie das Zurückrollen verhindert, verringert sie auch die Notwendigkeit, die Kupplung gegen die Handbremse schleifen zu lassen, was wiederum den Kupplungsverschleiß und die Gefahr des Abwürgens reduziert. Das Halten ist bewusst kurz – meist eine bis zwei Sekunden –, lang genug, um den Wechsel zwischen den Pedalen nahtlos zu machen, ohne dass der Fahrer das Gefühl hat, die Bremse werde gegen seinen Willen festgehalten.
Die Funktion tritt unter vielen Marketingnamen auf, etwa Berganfahrassistent oder Anfahrhilfe, und die zugrunde liegende Fähigkeit ist heute verbreitet, weil sie vorhandene Komponenten von ABS und ESP zu geringen Mehrkosten weiternutzt. Sie ist abzugrenzen von der Bergabfahrhilfe, die das Tempo bergab regelt, und von einer automatischen Parkbremse, die das Auto dauerhaft hält. Als Funktion, die auf dem Antiblockiersystem und der elektronischen Stabilitätskontrolle aufsetzt, wird die Berganfahrhilfe besonders in Verbindung mit einem Schaltgetriebe geschätzt und ergänzt verwandte Helfer wie den Bremsassistenten.
- Hält beim Anfahren am Berg kurz die Bremse
- Verhindert das Zurückrollen zwischen Bremse und Gas
- Besonders bei Schaltwagen hilfreich; senkt den Kupplungsverschleiß
- Nutzt die ABS-/ESP-Hydraulik und einen Neigungssensor