Das tatsächliche Gesamtgewicht, im englischen Sprachraum als GVW abgekürzt, ist das reale Gesamtgewicht eines Fahrzeugs in einem bestimmten Moment, einschließlich aller Personen und Dinge, die es befördert. Es ist eine gemessene, veränderliche Größe und keine feste Spezifikation: Das tatsächliche Gesamtgewicht eines leer in der Einfahrt geparkten Autos liegt weit unter dem desselben Wagens, beladen mit einer Familie, vollem Tank und einem für vierzehn Tage Urlaub gepackten Kofferraum. Im Kern ist es das Gewicht, das das Fahrzeug anzeigen würde, führe man es voll beladen auf eine Fahrzeugwaage.
Der Wert setzt sich aus dem Leergewicht zusammen, also der Masse des fahrbereiten Fahrzeugs mit Betriebsflüssigkeiten und einer rechnerischen Kraftstoffmenge, aber ohne Insassen oder Ladung, zuzüglich des Gewichts von allem, was anschließend hinzukommt. Insassen, Gepäck, Werkzeug, Dachboxen, der Kraftstoff im Tank und jede auf die Kupplung drückende Stützlast eines Anhängers tragen dazu bei. Da jede dieser Größen von Fahrt zu Fahrt schwankt, ist das tatsächliche Gesamtgewicht für ein bestimmtes Fahrzeug nie eine feste Zahl, sondern ein Wert, der mit der Nutzung steigt und fällt.
Warum es zählt, ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen dem tatsächlichen Gesamtgewicht und dem zulässigen Gesamtgewicht, dem vom Hersteller zertifizierten Höchstwert. Das tatsächliche Gesamtgewicht darf diesen Grenzwert niemals überschreiten. Ein über seine Grenze hinaus beladenes Fahrzeug verhält sich unberechenbar, weist längere Bremswege auf, belastet seine Reifen über deren Tragfähigkeitskennzahl hinaus und beschleunigt den Verschleiß von Fahrwerk, Radlagern und Bremsen. Ein Verhalten, das sich auf ebener Strecke nur träge anfühlt, kann bei einer Notbremsung oder einem Ausweichmanöver wirklich gefährlich werden.
Die Folgen einer Überschreitung des Grenzwerts reichen über die Physik hinaus. Das Führen eines überladenen Fahrzeugs ist in den meisten Ländern eine Ordnungswidrigkeit, die Bußgelder und Punkte nach sich zieht, und das Wiegen von Transportern und Pick-ups am Straßenrand gehört zur gängigen Kontrolle im gewerblichen Verkehr. Auch ein Versicherer kann einen Schaden ablehnen oder die Leistung kürzen, wenn ein Fahrzeug zum Zeitpunkt eines Vorfalls über seinem Höchstwert lag, sodass der Halter den vollen Kosten für Reparaturen oder Drittschäden ausgesetzt ist.
In der Praxis lässt sich das tatsächliche Gesamtgewicht beherrschen, indem man Leergewicht und zulässiges Gesamtgewicht des Fahrzeugs kennt und dann grob mitrechnet, welche Zuladung hinzukommt. Der Abstand zwischen Leergewicht und zulässigem Höchstwert ist die Zuladung, und das tatsächliche Gesamtgewicht ist schlicht das Leergewicht zuzüglich des gerade genutzten Anteils dieser Zuladung. Für alle, die regelmäßig schwere Lasten befördern, beseitigt ein gelegentlicher Kontrollgang auf eine öffentliche Fahrzeugwaage jedes Rätselraten und bestätigt, dass das Gespann auf der richtigen Seite sowohl der gesetzlichen als auch der sicheren Grenze bleibt.
- Tatsächliches Gesamtgewicht im beladenen Zustand zu einem gegebenen Zeitpunkt
- Entspricht dem Leergewicht zuzüglich Personen, Ladung und Kraftstoff
- Darf das zulässige Gesamtgewicht niemals überschreiten
- Überladung ist unsicher, illegal und gefährdet den Versicherungsschutz