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06 — Glossar
Abmessungen und Gewichte

Bodenfreiheit

Die Bodenfreiheit ist der Abstand zwischen dem tiefsten Punkt der Fahrzeugunterseite und der Fahrbahn.

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Abmessungen und Gewichte
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Definition

Die Bodenfreiheit ist der senkrechte Abstand zwischen dem tiefsten festen Punkt der Fahrzeugunterseite und der darunterliegenden Fahrbahn. Sie zählt zu den aussagekräftigsten Maßen, wenn es darum geht zu beurteilen, wo ein Fahrzeug fahren kann und wo nicht, denn sie legt fest, wie hoch ein Hindernis sein darf, das das Fahrzeug überfahren kann, ohne dass der Unterboden aufsetzt. Gemessen wird üblicherweise am tiefsten Bauteil, etwa einem Querträger, dem Unterfahrschutz, der Abgasanlage oder einem Differenzial, und der Wert gilt, sofern nicht anders angegeben, für das unbeladene Fahrzeug, da Insassen und Ladung das Fahrwerk einfedern lassen und das Maß verringern.

Der praktische Nutzen der Bodenfreiheit zeigt sich darin, was ein Fahrzeug überwinden kann. Ein großzügiger Abstand erlaubt es, hohe Bordsteine, tiefe Spurrillen, raue Feldwege, festgefahrenen Schnee, Bodenschwellen und die Kuppen steiler Einfahrten zu überfahren, ohne aufzusetzen und empfindliche Bauteile wie Ölwanne, Kraftstofftank oder Auspuff zu beschädigen. Geländewagen sind genau aus diesem Grund bewusst hoch gebaut, während flache Sportwagen die Bodenfreiheit zugunsten anderer Ziele opfern und dieselben Hindernisse mit Vorsicht passieren müssen.

Diese Höhe hat jedoch ihren Preis, denn eine höher gelegte Karosserie hebt den Schwerpunkt an. Ein höheres Fahrzeug neigt sich in Kurven stärker, verlagert mehr Gewicht zur Seite und ist von Natur aus anfälliger für Wankbewegungen und im Extremfall für ein Überschlagen. Hierin liegt der zentrale Zielkonflikt der Fahrzeuggeometrie: Bodenfreiheit verschafft Gelände- und Schlechtwegtauglichkeit, wirkt aber dem satten, planen Fahrverhalten entgegen, das aus einer fahrbahnnahen Masseverteilung entsteht. Die Entwickler stimmen das Fahrwerk ab und verbauen ein elektronisches Stabilitätsprogramm, um etwas Fassung zurückzugewinnen, doch der grundlegende Kompromiss bleibt bestehen.

Die Bodenfreiheit wirkt zudem eng mit drei verwandten Winkeln zusammen, die die Geländegeometrie eines Fahrzeugs beschreiben. Der Böschungswinkel vorn bestimmt, wie steil eine Steigung sein darf, in die die Front einfahren kann, ohne dass der Stoßfänger aufsetzt, der Böschungswinkel hinten gilt entsprechend für das Heck, und der Rampenwinkel entscheidet, ob der Unterboden auf einer Kuppe aufsetzt. Ein Fahrzeug kann reichlich Bodenfreiheit besitzen und dennoch auf einem scharfen Grat aufsetzen, wenn der Radstand lang und der Rampenwinkel flach ist, weshalb die Bodenfreiheit allein nie das ganze Bild liefert.

Manche Fahrzeuge gewinnen Flexibilität durch eine verstellbare Luftfederung, die die Karosserie für unwegsames Gelände oder Hindernisse bei geringem Tempo anheben und auf der Autobahn absenken kann, um Luftwiderstand zu senken und die Stabilität zu verbessern. Halter sollten bedenken, dass der angegebene Wert ein leicht beladenes Fahrzeug auf ebenem Grund voraussetzt; schwere Ladung, ermüdete Federn und nachträgliche Tieferlegung verändern ihn. Die tatsächliche Bodenfreiheit vor unbekannten Wegen, überfluteten Furten oder heiklen Rampen zu prüfen, ist der sicherste Weg, ein teures Aufsetzen am Unterboden zu vermeiden.

Wichtige Punkte
  • Abstand zwischen Fahrbahn und tiefstem Fahrzeugpunkt
  • Mehr Bodenfreiheit hilft über Bordsteine, Rillen, Schnee und Wege
  • Hebt den Schwerpunkt und beeinflusst das Fahrverhalten
  • Verstellbare Luftfederung kann sie bei manchen Modellen variieren
Auch bekannt als
ride height