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06 — Glossar
Motor und Emissionen

Kraftstoffeinspritzung

Die Kraftstoffeinspritzung ist das System, das eine exakt bemessene Kraftstoffmenge in den Motor einspritzt und den Vergaser in allen modernen Fahrzeugen abgelöst hat.

Kategorie
Motor und Emissionen
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Definition

Die Kraftstoffeinspritzung ist das System, das eine exakt bemessene Kraftstoffmenge unter Druck in den Motor einspritzt und damit den Vergaser abgelöst hat, der diese Aufgabe in nahezu jedem Fahrzeug bis ins späte 20. Jahrhundert übernahm. Indem sie genau steuert, wie viel Kraftstoff wann in den Motor gelangt, ermöglicht die Einspritzung eine weitaus präzisere Abstimmung von Kraftstoff und Luft über sämtliche Betriebszustände hinweg — die Grundlage für die Effizienz, die Fahrbarkeit und die Einhaltung der Abgasvorschriften moderner Motoren. Heute ist sie bei neuen Benzin- wie Dieselfahrzeugen gleichermaßen Standard.

Die Kernaufgabe besteht in Zumessung und Zerstäubung. Ein Einspritzventil ist im Grunde ein hochpräzise gefertigtes elektromagnetisches Ventil, das sich für wenige Tausendstelsekunden öffnet, um den Kraftstoff als feinen, zerstäubten Strahl freizugeben. Je feiner die Zerstäubung und je genauer der Zeitpunkt, desto vollständiger verbrennt der Kraftstoff. Während der Vergaser auf den passiven Sog der einströmenden Luft setzte, um den Kraftstoff durch feste Düsen anzusaugen — ein cleverer, aber unpräziser mechanischer Kompromiss —, drückt die Einspritzung eine bemessene Dosis aktiv in den Motor, geregelt durch Sensoren, die Last, Drehzahl, Temperatur und Restsauerstoff im Abgas erfassen.

Es gibt mehrere Bauarten. Bei der Saugrohreinspritzung, der etablierten Benzinerlösung, spritzen die Ventile den Kraftstoff in die Ansaugkanäle unmittelbar vor den Einlassventilen, wo er sich mit der Luft mischt, bevor er in den Zylinder gelangt. Die Direkteinspritzung spritzt den Kraftstoff unter sehr hohem Druck direkt in den Brennraum und ermöglicht so größere Präzision, höhere Verdichtung und bessere Effizienz, allerdings um den Preis zusätzlicher Komplexität und einer Neigung zur Bildung feinen Rußes. Dieselmotoren nutzen die Common-Rail-Einspritzung, bei der ein gemeinsames Hochdruckrohr elektronisch gesteuerte Injektoren versorgt, die pro Verbrennungsvorgang mehrere präzise geformte Spritzstöße bei Drücken von über 2.000 bar abgeben können.

Nahezu jede heutige Einspritzung ist elektronisch geregelt, eine Anordnung, die als elektronische Kraftstoffeinspritzung (EFI) bekannt ist. Ein zentrales Steuergerät berechnet für jeden Moment die ideale Kraftstoffmenge mithilfe eines Sensornetzwerks und eines geschlossenen Regelkreises, der auf der Lambdasonde im Abgas beruht und das Gemisch fortlaufend nachstellt, um es nahe am chemisch idealen Verhältnis zu halten. Frühe mechanische und elektromechanische Einspritzsysteme gab es bereits ab Mitte des 20. Jahrhunderts, doch erst die Verfügbarkeit günstiger, zuverlässiger Elektronik machte die Einspritzung sowohl bezahlbar als auch dem Vergaser klar überlegen.

Die Vorteile für den Halter sind erheblich und spürbar: zuverlässiger Kaltstart ohne Choke, ruhigerer Lauf, besseres Ansprechverhalten, geringerer Verbrauch und deutlich niedrigere Emissionen. Der Preis dafür ist eine höhere Komplexität sowie die Abhängigkeit von Elektronik, Hochdruckpumpen und sauberem Kraftstoff, wobei sich die Zuverlässigkeit über Jahrzehnte der Verfeinerung in der Praxis als ausgezeichnet erwiesen hat.

Die Kraftstoffeinspritzung versteht man am besten im Zusammenhang mit ihren wichtigsten Varianten und der Elektronik, die sie steuert: Die elektronische Einspritzung beschreibt das Regelverfahren, während Direkteinspritzung und Common-Rail-Diesel die fortschrittlichsten Zumessungsstrategien darstellen — alle im Dienst desselben Verbrennungsmotors, den der Vergaser einst weitaus ungenauer versorgte.

Wichtige Punkte
  • Spritzt exakt bemessenen Kraftstoff in den Motor ein
  • Hat den Vergaser in allen modernen Fahrzeugen abgelöst
  • Bauarten: Saugrohr-, Direkt- und Common-Rail-Einspritzung
  • Heute fast immer elektronisch geregelt
Auch bekannt als
injection system