Der Kraftstoffverbrauch beschreibt, wie viel Kraftstoff ein Fahrzeug für eine bestimmte Wegstrecke benötigt, und ist die mit Abstand wichtigste Kennzahl dafür, wie wirtschaftlich sich ein Auto betreiben lässt. Für die meisten Halter schlägt er sich unmittelbar in den laufenden Kosten nieder, und gesamtgesellschaftlich hängt er eng mit dem CO2-Ausstoß und dem Energieverbrauch zusammen. Weil er die Effizienz des gesamten Fahrzeugs erfasst — Motor, Getriebe, Aerodynamik, Gewicht und Rollwiderstand im Zusammenspiel —, ist er eine weitaus aussagekräftigere Praxisgröße als jede einzelne technische Kenndaten.
Je nach Markt wird der Verbrauch auf zweierlei Weise angegeben. In weiten Teilen der Welt, und damit auch in Deutschland, gilt die Angabe in Litern pro 100 Kilometer (l/100 km), wobei ein niedrigerer Wert besser ist, weil er weniger verbrannten Kraftstoff über eine feste Strecke bedeutet. In Großbritannien und den USA ist dagegen traditionell die Angabe in Meilen pro Gallone (mpg) üblich, wo ein höherer Wert besser ist; zudem ist die britische Imperial Gallon größer als die US-Gallone, sodass die beiden mpg-Werte nicht unmittelbar vergleichbar sind. Beide Konventionen beschreiben jedoch dasselbe Grundverhältnis zwischen verbrauchtem Kraftstoff und zurückgelegter Strecke.
Der Kraftstoffverbrauch ergibt sich aus dem Zusammenspiel fester Fahrzeugeigenschaften und veränderlicher Fahrbedingungen. Ein höheres Fahrzeuggewicht, ein größerer oder weniger effizienter Motor, eine schlechte Aerodynamik, zu niedriger Reifendruck und eine hohe Leistungsabstimmung treiben den Verbrauch nach oben. Ebenso entscheidend ist die Fahrweise: starkes Beschleunigen, hohe Autobahngeschwindigkeiten, häufiges Anhalten, kurze Strecken im kalten Zustand, schwere Beladung und der Betrieb der Klimaanlage lassen die Werte steigen. Eine gleichmäßige, zurückhaltende Fahrweise bei warmen Bedingungen liefert die besten Ergebnisse.
Offizielle Verbrauchsangaben werden unter genormten Laborbedingungen ermittelt, damit sich unterschiedliche Modelle auf gleicher Grundlage vergleichen lassen. Das aktuelle europäische Verfahren ist das Worldwide Harmonised Light Vehicles Test Procedure (WLTP), das den älteren und bekanntermaßen schöngerechneten NEFZ-Zyklus abgelöst hat. WLTP-Werte sind realistischer, doch eine Lücke bleibt zwangsläufig: Der reale Verbrauch liegt fast immer über dem zertifizierten Wert, weil der Alltagsbetrieb selten den kontrollierten Prüfbedingungen entspricht. Halter sollten die offiziellen Zahlen daher als Vergleichsmaßstab und nicht als Versprechen verstehen.
Entscheidend ist, dass der Kraftstoffverbrauch unmittelbar mit dem Kohlendioxidausstoß gekoppelt ist. Bei der Verbrennung eines Liters Benzin oder Diesel entsteht eine feste Menge CO2 — rund 2,3 kg bei Benzin und 2,6 kg bei Diesel —, sodass die verbrauchte Kraftstoffmenge die emittierte CO2-Menge direkt bestimmt. Aus diesem Grund sind Wirtschaftlichkeit und Umweltwirkung untrennbar verbunden, und deshalb belastet eine CO2-orientierte Besteuerung durstige Fahrzeuge spürbar stärker.
Der Kraftstoffverbrauch steht im Zentrum eines ganzen Bündels verwandter Begriffe. Er wird über die Einheiten Liter pro 100 km und Meilen pro Gallone ausgedrückt, ist physikalisch an den CO2-Ausstoß gebunden und wird offiziell nach dem WLTP-Verfahren zertifiziert, das festlegt, wie die zentralen Angaben auf dem Datenblatt eines Fahrzeugs zustande kommen.
- Kraftstoff pro Strecke — die zentrale Kennzahl der laufenden Kosten
- Angabe in l/100 km (niedriger besser) oder mpg (höher besser)
- Reale Werte liegen über den offiziellen Prüfwerten
- Steigt und fällt unmittelbar mit dem CO2-Ausstoß