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06 — Glossar
Getriebe und Antriebsstrang

Achsübersetzung (Endübersetzung)

Die Achsübersetzung ist die letzte Untersetzungsstufe zwischen Getriebe und Rädern und sitzt im Differenzial.

Kategorie
Getriebe und Antriebsstrang
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Definition

Die Achsübersetzung ist die letzte Untersetzungsstufe im Antriebsstrang eines Fahrzeugs, angewandt zwischen dem Abtrieb des Getriebes und den Rädern. Sie existiert, weil das Getriebe allein meist keine ausreichende Gesamtuntersetzung liefern kann, um einen schnell drehenden Motor an die vergleichsweise langsam laufenden Räder anzupassen. Eine feste, dauerhafte Untersetzung am Ende der Kette vervielfacht das Drehmoment ein letztes Mal und senkt die Drehzahl in einen nutzbaren Bereich, weshalb die dafür gewählten Werte einen durchdringenden Einfluss auf das gesamte Fahrverhalten haben.

Physisch findet diese Untersetzung innerhalb des Differenzials statt, oder innerhalb des Achsgetriebes bei Frontantrieb und vielen quer eingebauten Konzepten, bei denen Getriebe und Achsantrieb ein gemeinsames Gehäuse teilen. Erzeugt wird sie durch das Verhältnis zwischen einem kleinen, vom Getriebe angetriebenen Kegelritzel und einem deutlich größeren Tellerrad, das mit dem Differenzial verbunden ist. Eine Achsübersetzung von etwa 3,9 zu 1 bedeutet, dass das Tellerrad 3,9-mal so viele Zähne hat wie das Ritzel, sodass sich der Eingang 3,9-mal drehen muss für jede Umdrehung des Differenzials. Bei Fahrzeugen mit Heckantrieb lenkt das rechtwinklige Zusammentreffen von Ritzel und Tellerrad den Antrieb zugleich um neunzig Grad von der Kardanwelle auf die Seitenwellen um.

Die Bedeutung der Übersetzung rührt daher, dass sie sich mit jedem Gang des Getriebes multipliziert. Die Gesamtübersetzung in einem bestimmten Gang ist die Getriebeübersetzung dieses Gangs multipliziert mit der Achsübersetzung, und dieser kombinierte Wert bestimmt das Raddrehmoment und die Fahrgeschwindigkeit, die bei einer bestimmten Motordrehzahl erreicht wird. Da die Achsübersetzung gleichermaßen auf alle Gänge wirkt, verschiebt eine Änderung den Charakter sämtlicher Übersetzungen auf einen Schlag, was sie zu einem wirkungsvollen Abstimmungsmittel macht.

Genau hier liegt der Balanceakt. Eine numerisch höhere, kürzere Achsübersetzung vervielfacht das Drehmoment stärker, schärft die Beschleunigung und verbessert das Anfahren oder Bergauffahren, treibt jedoch die Motordrehzahl bei jeder Fahrgeschwindigkeit hoch und schadet so dem Kraftstoffverbrauch und erhöht das Geräusch beim Dahingleiten. Eine numerisch niedrigere, längere Achsübersetzung bewirkt das Gegenteil, senkt die Autobahndrehzahl und spart Kraftstoff auf Kosten des reinen Durchzugs. Die Hersteller wählen den Wert passend zum vorgesehenen Einsatz eines Modells, und Enthusiasten tauschen mitunter die Differenzialräder, um ein Fahrzeug neu abzustimmen.

In der Praxis arbeitet die Achsübersetzung Hand in Hand mit den Overdrive-Gängen moderner Getriebe, die es den Konstrukteuren erlauben, eine recht kurze Achsübersetzung für lebhafte untere Gänge zu verbauen und dennoch die Reisedrehzahl niedrig zu halten. Sie ist eng mit der Achsübersetzung der Hinterachse verwandt, oft dasselbe nur anders ausgedrückt, sowie mit den einzelnen Getriebeübersetzungen, die sie multipliziert, alle untergebracht im oder gespeist durch das Differenzial. Ihr Verständnis erklärt, warum sich zwei ansonsten identische Fahrzeuge mit unterschiedlicher Hinterachs- oder Achsgetriebeübersetzung deutlich verschieden fahren können.

Wichtige Punkte
  • Die letzte feste Untersetzung vor den Rädern
  • Sitzt im Differenzial oder Achsgetriebe
  • Multipliziert sich mit jedem Gang zur Gesamtübersetzung und Geschwindigkeit
  • Stimmt das Verhältnis von Beschleunigung, Verbrauch und Reisedrehzahl ab
Auch bekannt als
axle ratiofinal drivefinal gear ratio