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Motor und Emissionen

Euro 6 (Abgasnorm)

Euro 6 ist die EU-Abgasnorm mit strengen Grenzwerten für die Schadstoffe, die Neuwagen ausstoßen dürfen, in Kraft seit 2014–2015.

Kategorie
Motor und Emissionen
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Definition

Euro 6 ist die Abgasnorm der Europäischen Union, die die zulässigen Höchstmengen schädlicher Schadstoffe eines Neuwagens festlegt, und sie bildet die strengste Stufe einer Regelungsreihe, die 1992 mit Euro 1 begann. Sie trat im September 2014 für neue Typgenehmigungen und im September 2015 für alle neu zugelassenen Pkw in Kraft und wurde über Teilstufen wie Euro 6b, 6c, 6d-TEMP und 6d schrittweise verschärft. Die Norm dient dem Schutz der Luftqualität und der öffentlichen Gesundheit und nimmt jene Schadstoffe ins Visier, die in dicht besiedelten Ballungsräumen mit Atemwegserkrankungen, Smog und Umweltschäden in Verbindung gebracht werden.

Die Verordnung setzt konkrete Zahlenwerte, gemessen in Milligramm oder Gramm je Kilometer, für mehrere Schadstoffe: Stickoxide (NOx), Feinstaub (sowohl nach Masse als auch, bei vielen Motoren, nach Partikelzahl), Kohlenmonoxid und unverbrannte Kohlenwasserstoffe. Ihre folgenreichste Änderung betraf die Dieselmotoren, deren zulässige NOx-Emissionen auf 80 mg/km gesenkt wurden, womit der Euro-5-Grenzwert etwa halbiert und der Diesel den für Benziner geforderten Werten deutlich angenähert wurde. Diese einzige Vorgabe veränderte die Dieseltechnik der gesamten Branche.

Um diese Grenzwerte einzuhalten, mussten die Hersteller aufwendige Abgasnachbehandlungstechnik verbauen. Dieselfahrzeuge übernahmen breitflächig die selektive katalytische Reduktion (SCR), die eine als AdBlue vermarktete Harnstofflösung in den Abgasstrang einspritzt, um NOx chemisch in unschädlichen Stickstoff und Wasser umzuwandeln. Dieselpartikelfilter wurden allgegenwärtig, und die Abgasrückführung wurde verfeinert, um die NOx-Bildung während der Verbrennung zu unterdrücken. Viele direkteinspritzende Benziner erhielten später Ottopartikelfilter, um die verschärften Partikelzahl-Grenzwerte zu erfüllen.

Ein prägendes Merkmal der späteren Stufen war die Einführung der Prüfung der Emissionen im realen Fahrbetrieb (RDE). Frühere Normen wurden nur im Labor überprüft, und der Dieselabgasskandal von 2015 legte offen, wie schlecht diese Prüfstandswerte das Verhalten auf der Straße abbildeten. Ab Euro 6d-TEMP mussten Fahrzeuge die Einhaltung zusätzlich auf echten Fahrten mit mobiler Messtechnik nachweisen, wobei ein festgelegter Konformitätsfaktor eine begrenzte Überschreitung des Laborwerts zuließ. Damit schloss sich ein Großteil der Lücke zwischen zertifizierter und tatsächlicher Schadstoffmenge.

In der Praxis ist die Euro-6-Konformität für Fahrzeughalter zu einem wichtigen Bezugspunkt geworden. Sie entscheidet über die Zufahrt zu vielen Umwelt- und Niedrigemissionszonen europäischer Städte, beeinflusst den Wiederverkaufswert und wird in Gebrauchtwagenangeboten häufig als Merkmal vergleichsweiser Sauberkeit angeführt. Vor allem Dieselfahrzeuge unterhalb von Euro 6 sehen sich zunehmenden Zufahrtsbeschränkungen ausgesetzt.

Euro 6 fügt sich in ein umfassenderes Emissionsregelwerk ein und ist eng mit den Techniken verknüpft, die sie vorschrieb. Wer sie verstehen will, sollte mit den NOx-Emissionen, dem Dieselpartikelfilter, der selektiven katalytischen Reduktion und dem RDE-Verfahren vertraut sein, die jeweils einen eigenen Teilaspekt der Anforderungen abdecken. Sie ist die unmittelbare Vorläuferin der kommenden Euro-7-Norm.

Wichtige Punkte
  • Aktueller EU-Grenzwert für schädliche Neuwagen-Schadstoffe seit ~2014
  • Senkte das zulässige Diesel-NOx deutlich
  • Trieb die Einführung von SCR, AdBlue und Partikelfiltern voran
  • Spätere Stufen ergänzten die RDE-Prüfung im realen Fahrbetrieb
Auch bekannt als
Euro VIEuro 6 standardEuro 6