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Fahrwerk, Bremsen und Reifen
ECA

Elektronisch gesteuertes Automatikgetriebe (ECA)

Ein elektronisch gesteuertes Automatikgetriebe ist ein Wandlerautomatikgetriebe, dessen Schaltvorgänge von einem Steuergerät statt rein hydraulisch geregelt werden.

Kategorie
Fahrwerk, Bremsen und Reifen
Verwandte Begriffe
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Im Glossar
#144 von 389
Definition

Ein elektronisch gesteuertes Automatikgetriebe ist ein klassisches Wandlerautomatikgetriebe, bei dem ein eigenes Getriebesteuergerät darüber entscheidet, wann und wie ein Gangwechsel erfolgt, und nicht eine rein hydraulische Logik. Frühe Automatikgetriebe stützten sich auf einen Fliehkraftregler, der die Fahrgeschwindigkeit erfasste, und ein Drosselventil, das die Motorlast abtastete; über ein Netz von Ventilen im Schaltschieberkasten lenkten sie das unter Druck stehende Getriebeöl so, dass die passende Übersetzung eingelegt wurde. So sinnreich diese rein mechanisch-hydraulische Lösung auch war, blieb sie ein Kompromiss: Die Schaltpunkte lagen durch Federraten und Drosselquerschnitte fest, und die Abstimmung konnte stets nur einem durchschnittlichen Betriebszustand gerecht werden. Das elektronisch gesteuerte Automatikgetriebe wurde entwickelt, um diesen Kompromiss aufzulösen, indem die Steuerung an einen Mikroprozessor übergeben wurde, der weitaus präziser und flexibler reagieren kann.

In einem elektronischen System liest das Steuergerät Eingangsgrößen wie Fahrgeschwindigkeit, Motordrehzahl, Drosselklappenstellung und gewählten Fahrmodus aus und bestromt anschließend eine Reihe elektrisch betätigter Magnetventile, die im oder am Schaltschieberkasten sitzen. Diese Magnetventile ersetzen oder übersteuern den alten hydraulischen Regler und die Modulationskreise und leiten das Öl zu den Kupplungen und Bremsbändern, die die Planetenradsätze sperren und freigeben. Da das Steuergerät den Leitungsdruck anrampen und das Lösen eines Elements mit dem Einrücken des nächsten überschneiden kann, beherrscht es den eigentlichen Wechsel mit einer Feinfühligkeit, die eine fest abgestimmte Hydraulik nie erreichte, und glättet die Drehmomentübergabe, statt einen abrupten Ruck zuzulassen.

Die praktischen Vorteile sind für den Fahrer spürbar. Die Schaltvorgänge laufen schneller und weicher ab, das Getriebe kann für eine knackigere Reaktion einen niedrigeren Gang halten oder zum Kraftstoffsparen frühzeitig einen höheren greifen, und die Abstimmung lässt sich per Software ändern, statt Ventile neu zu bearbeiten. Hersteller nutzen dies, um Emissions- und Verbrauchsvorgaben zu erfüllen, denn das Getriebe kann den Motor näher an seinem wirkungsgradgünstigsten Betriebsbereich halten und die Wandlerüberbrückung früher schließen, um Schlupfverluste zu mindern.

Die elektronische Steuerung wurde zugleich zur Grundlage für intelligenteres Verhalten. Sobald ein Rechner im Spiel ist, kann er den Fahrstil erlernen, Bergauf- und Bergabfahrten erkennen, eine Hochschaltung in einer Kurve verzögern und sich mit dem Motormanagement abstimmen, um das Drehmoment während eines Wechsels kurzzeitig zurückzunehmen. Diese Fähigkeiten bilden die Basis der adaptiven Getriebesteuerung und binden das Getriebe in den größeren Fahrzeugverbund neben Stabilitäts- und Tempomatsystemen ein.

Wartungstechnisch hängt das System von sauberem Öl der richtigen Spezifikation sowie von der Funktionsfähigkeit seiner Sensoren und Verkabelung ab; ein ausgefallener Geschwindigkeitssensor oder ein klemmendes Magnetventil löst in der Regel einen Fehlercode und ein Notlaufprogramm aus, statt unbemerkt nachzulassen. Heute ist das elektronisch gesteuerte Automatikgetriebe so verbreitet, dass es den Standard bildet, und die Bezeichnung ist weitgehend historisch: Sie markiert den Übergang, der die Automatik von einem in sich geschlossenen hydraulischen Aggregat zu einer softwaregesteuerten Komponente des modernen Antriebsstrangs machte.

Wichtige Punkte
  • Ein Automatikgetriebe mit rechnergesteuerten Schaltvorgängen
  • Ein Steuergerät kommandiert Magnetventile für präzise Gangwechsel
  • Weichere, schnellere Schaltvorgänge und besserer Verbrauch als bei rein hydraulischen Automaten
  • Heute nahezu allgegenwärtig; Grundlage der adaptiven Schaltsteuerung
Auch bekannt als
ECAElectronically Controlled Automatic