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Fahrwerk, Bremsen und Reifen
DSTC

Dynamic Stability and Traction Control (DSTC)

DSTC ist Volvos kombiniertes Stabilitäts- und Traktionskontrollsystem, das Schleudern und Durchdrehen der Räder verhindert, um das Fahrzeug unter Kontrolle zu halten.

Kategorie
Fahrwerk, Bremsen und Reifen
Verwandte Begriffe
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Im Glossar
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Definition

Dynamic Stability and Traction Control, vermarktet als DSTC, ist Volvos Bezeichnung für das integrierte elektronische System, das ein Fahrzeug auf der vom Fahrer beabsichtigten Linie hält und ein Durchdrehen der Räder bei knapper Haftung verhindert. Es existiert, weil selbst ein geübter Fahrer nicht schnell oder präzise genug reagieren kann, wenn ein Reifen auf einem nassen Kreisverkehr, einer Eisplatte oder losem Schotter plötzlich die Haftung verliert. Indem DSTC das Fahrzeug viele Male pro Sekunde überwacht und binnen Millisekunden eingreift, fängt es ein sich anbahnendes Schleudern oder ein durchdrehendes Rad ab, lange bevor der Fahrer es über den Sitz oder das Lenkrad spüren würde.

Das System nutzt dieselbe Hardware, die ohnehin für das Antiblockiersystem vorhanden ist, und ergänzt sie um einige zusätzliche Sensoren. Ein Lenkwinkelsensor erfasst, wohin der Fahrer die Vorderräder lenkt, ein Gierratensensor misst, wie schnell sich das Fahrzeug um seine Hochachse dreht, und ein Querbeschleunigungssensor erfasst die Seitenkraft in der Kurve. Das Steuergerät vergleicht die vom Fahrer gewünschte Richtung mit der tatsächlichen Bewegung des Fahrzeugs. Weichen beide voneinander ab, bremst die Elektronik über das ABS-Hydraulikaggregat ein oder mehrere einzelne Räder und fordert bei Bedarf das Motormanagement auf, das Drehmoment zu verringern. Das Abbremsen des kurvenäußeren Vorderrads etwa erzeugt ein Giermoment, das dem Untersteuern entgegenwirkt, während das Abbremsen eines kurveninneren Hinterrads eine ins Übersteuern kippende Linie wieder einfangen kann.

Für den Fahrer übersetzt sich das in eine spürbare Sicherheitsreserve. Der Stabilitätseingriff senkt die Wahrscheinlichkeit von Alleinunfällen durch Kontrollverlust, weshalb solche Systeme in der Europäischen Union seit 2014 und in den Vereinigten Staaten seit dem Modelljahr 2012 für Neuwagen vorgeschrieben sind. Die Traktionskontrolle als zweiter Teil des Systems ist im Alltag ebenso nützlich, da sie das Durchdrehen der Räder glättet, wenn man bei Regen aus einer Einmündung herausfährt oder auf einer verschneiten Auffahrt anfährt, sodass die Kraft auf die Straße gelangt, statt in einem rauchenden Reifen zu verpuffen.

DSTC ist Volvos Etikett für eine Funktion, die jeder große Hersteller unter eigenen Kürzeln anbietet: BMW nennt sie DSC, Toyota verwendet VSC, Honda VSA, und der gängige Branchenbegriff lautet ESC beziehungsweise ESP. Obwohl die zugrunde liegende Physik und der Großteil der Hardware geteilt werden, unterscheidet sich die Abstimmung von Hersteller zu Hersteller, und Volvo hat sein System seinem Sicherheitsanspruch entsprechend traditionell auf einen frühen, unauffälligen Eingriff ausgelegt.

Das System hat Grenzen, die man kennen sollte. Es kann nur mit jener Haftung arbeiten, die die Reifen bereitstellen; es kann die Physik auf abgefahrenem Gummi oder blankem Eis nicht überlisten und verhindert keinen Unfall, wenn ein Auto weit zu schnell für die Verhältnisse bewegt wird. Ein Schalter erlaubt meist eine teilweise Deaktivierung, um ein in tiefem Schnee oder Schlamm festgefahrenes Fahrzeug zu befreien, wo ein wenig kontrolliertes Durchdrehen tatsächlich hilft – für den Straßenverkehr wird der durchgehende Betrieb jedoch dringend empfohlen.

Wichtige Punkte
  • Volvos kombinierte Stabilitäts- und Traktionskontrolle
  • Verhindert durchdrehende Räder und korrigiert Schleuderbewegungen
  • Bremst einzelne Räder und reduziert die Motorleistung nach Bedarf
  • Volvos Pendant zu ESC, DSC, VSC und VSA
Auch bekannt als
DSTCDynamic Stability and Traction Control