Die Trommelbremse ist eine Reibbremse, bei der gebogene Bremsbacken nach außen gegen die Innenfläche einer mit dem Rad mitdrehenden Trommel gedrückt werden. Sie ist älter als die Scheibenbremse und war einst an allen vier Ecken der meisten Autos verbaut, wurde an der Vorderachse jedoch weitgehend durch Scheiben verdrängt und überlebt vor allem an den Hinterachsen günstigerer Fahrzeuge. Ihr fortdauernder Einsatz spiegelt ein Abwägen aus Kosten, mechanischer Einfachheit und einer besonderen Eignung für die Feststellbremsfunktion wider – nicht etwa einen Vorteil bei der reinen Bremsleistung.
Im Inneren der Trommel sitzen zwei mit Reibmaterial belegte Bremsbacken, die von Rückzugfedern gehalten werden. Tritt der Fahrer auf das Pedal, wirkt der hydraulische Druck auf einen Radzylinder, der die Backen auseinanderdrückt, sodass sie gegen die Innenseite der drehenden Trommel pressen. Die Reibung zwischen Belag und Trommel verzögert das Rad. Viele Bauarten sind selbstverstärkend: Die Drehung der Trommel zieht die auflaufende Backe stärker in den Kontakt und vervielfacht so die aufgebrachte Kraft. Dieser Effekt lässt eine Trommelbremse aus vergleichsweise geringer Pedalkraft eine beträchtliche Bremswirkung erzeugen, was in der Zeit vor dem flächendeckenden Einsatz von Bremskraftverstärkern wertvoll war.
Die Bauweise bringt echte wirtschaftliche und bauraumbezogene Vorteile. Trommelbremsen sind günstiger in der Fertigung, und ihre geschlossene Bauart schützt die Reibflächen vor Straßenschmutz und Wasser, was sie für die Hinterachse gut geeignet macht. Dieselbe Kapselung macht sie zudem praktisch für die Integration einer mechanischen Feststellbremse, da ein einfaches Seil samt Hebel die Backen direkt spreizen kann; deshalb halten sich Trommeln oder eine kleine Trommel-in-Scheibe-Anordnung oft selbst dort, wo hinten Scheiben verbaut sind.
Die bestimmende Schwäche ist die Wärme. Weil die Reibung im Inneren einer geschlossenen Trommel mit kaum Luftströmung stattfindet, kann die bei starkem Bremsen entstehende Wärme nicht entweichen. Die Bauteile nehmen sie auf, bis das Reibmaterial seinen Halt verliert und Bremsfading auftritt – ein gefährlicher Verlust an Bremswirkung bei längerem oder wiederholtem starkem Bremsen, etwa bei einer langen Bergabfahrt. Eingeschlossene Wärme kann die Trommel zudem von den Backen weg ausdehnen und so den Pedalweg verlängern. Wasser und Bremsstaub, die sich in der Trommel sammeln, können die Wirkung weiter beeinträchtigen, und der Mechanismus lässt sich umständlicher prüfen und einstellen als eine freiliegende Scheibe.
Aus diesen Gründen mussten Trommelbremsen überall dort der Scheibenbremse weichen, wo die Bremslasten hoch sind, insbesondere vorne, wo sich beim Verzögern der größte Teil des Fahrzeuggewichts hinverlagert. An der Hinterachse kleiner, leichter und preiswerter Fahrzeuge jedoch, wo die Bremsanforderung geringer ist und der Preis zählt, bleibt die Trommel eine praktische und langlebige Wahl. Am besten versteht man sie im Gegensatz zur Scheibenbremse und über das Phänomen des Bremsfadings, das ihre wesentliche Grenze offenlegt.
- Backen drücken nach außen gegen eine drehende Trommel
- Günstiger als Scheiben; geschlossene Bauart eignet sich für die Feststellbremse
- Schlechte Wärmeabfuhr, daher anfällig für Bremsfading
- Heute vor allem an der Hinterachse günstigerer Autos