06 — Glossar
Ältere technische Begriffe

Distronic

Distronic ist die adaptive Geschwindigkeitsregelung von Mercedes-Benz, die per Radar eine eingestellte Geschwindigkeit und einen sicheren Abstand zum Vordermann hält.

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Definition

Distronic ist der markeneigene Name von Mercedes-Benz für die adaptive beziehungsweise aktive Abstandsregelung – ein Fahrerassistenzsystem, das zugleich eine gewählte Reisegeschwindigkeit und einen sicheren Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug hält. Ein herkömmlicher Tempomat hält nur eine eingestellte Geschwindigkeit und nimmt keine Rücksicht auf den Verkehr, sodass der Fahrer ihn jedes Mal abschalten muss, wenn es vor ihm langsamer wird. Distronic hebt diese Einschränkung auf, indem es Abstand und Annäherungsgeschwindigkeit zum Vordermann fortlaufend misst und Gas und Bremse so anpasst, dass ein gleichmäßiger Abstand erhalten bleibt – das System kann im fließenden Verkehr eingeschaltet bleiben.

Das System erfasst den Verkehrsraum mit einem Radar, das typischerweise im Bereich von 76 bis 77 GHz arbeitet und hinter Kühlergrill oder Stoßfänger sitzt. Die Radarechos liefern Abstand und Relativgeschwindigkeit der Objekte in der Fahrspur, und das Steuergerät übersetzt eine vom Fahrer gewählte Folgezeit, in Sekunden statt in Metern angegeben, in einen Sollabstand, der mit der Geschwindigkeit wächst. Schließt sich der Abstand, nimmt das Gerät Gas weg und bremst bei Bedarf; wird die Bahn frei, beschleunigt es sanft wieder auf die voreingestellte Geschwindigkeit. Spätere Generationen fusionieren das Radar mit einer nach vorn gerichteten Kamera, um Fahrbahnmarkierungen zu lesen und Fahrzeuge zuverlässiger zu erkennen.

Für den Fahrer liegt der Nutzen in einer deutlich geringeren Belastung auf Autobahnen und im dichten Verkehr, wo das ständige Dosieren der Geschwindigkeit sonst ermüdet und wo Konzentrationslücken viele Auffahrunfälle verursachen. Indem es einen gleichbleibenden Abstand hält und schneller reagiert als ein abgelenkter Fahrer, verstetigt das System auch den Verkehrsfluss und bildet die Grundlage für die Notbremsfunktion, die bei drohendem Aufprall noch entschiedener eingreifen kann. Es bleibt jedoch eine Komfort- und Assistenzfunktion, kein autonom fahrendes System, und die Person am Steuer trägt weiterhin die rechtliche Verantwortung.

Mercedes-Benz war ein Vorreiter und führte Distronic 1998 in der S-Klasse ein, was die radarbasierte Abstandsregelung in Serienfahrzeugen mit auf den Weg brachte. Das leistungsfähigere Distronic Plus, Mitte der 2000er-Jahre eingeführt, erweiterte den Betrieb bis zum Stillstand und ermöglichte so das Mitfahren im Stau, und wurde später mit dem Lenk-Assistenten kombiniert, um eine sanfte Spurführung zu bieten, die das Fahrzeug dem Verlauf der Spur und dem Vordermann folgen lässt.

In der Praxis sind die Grenzen des Systems wissenswert. Radar kann durch starke Gischt, Schnee oder einen verschmutzten oder dejustierten Sensor beeinträchtigt werden, und die Assistenz verringert die Notwendigkeit der Fahreraufmerksamkeit, hebt sie aber nicht auf; stehende Objekte und Querverkehr werden weniger zuverlässig erfasst als bewegte Fahrzeuge in derselben Spur. Distronic ist die besondere Umsetzung der weiter gefassten Gattung, die allgemein als adaptive Abstandsregelung bekannt ist, und steht neben verwandten Funktionen wie dem Spurhalteassistenten und der automatischen Abstandsregelung innerhalb des breiteren Spektrums an Fahrerassistenzsystemen.

Wichtige Punkte
  • Markenname von Mercedes-Benz für die adaptive Abstandsregelung
  • Hält per Radar eine eingestellte Geschwindigkeit und einen sicheren Abstand
  • Distronic Plus ergänzt Stop-and-go und Lenk-Assistent
  • Brachte die radarbasierte Abstandsregelung Ende der 1990er auf den Weg
Auch bekannt als
DISTRONICDistronic Plus