CO2-Emissionen beschreiben, wie viel Kohlendioxid ein Fahrzeug für jeden zurückgelegten Kilometer freisetzt, angegeben in Gramm pro Kilometer. Anders als die Schadstoffe, auf die ein Katalysator abzielt, ist Kohlendioxid nicht im klassischen Sinne giftig; es ist das wichtigste Treibhausgas und der Hauptfaktor für die Klimawirkung eines Fahrzeugs. Dieser Wert zählt inzwischen zu den folgenreichsten Zahlen auf dem Datenblatt eines Autos und prägt in weiten Teilen der Welt Besteuerung, Herstellerstrategie und Kaufentscheidung.
Das bestimmende Merkmal des Kohlendioxidausstoßes ist seine direkte Proportionalität zur verbrannten Kraftstoffmenge. Bei der Verbrennung jedes Kohlenwasserstoff-Kraftstoffs entsteht Kohlendioxid als unvermeidliches Endprodukt, sodass ein Motor umso mehr davon ausstößt, je mehr Benzin oder Diesel er verbraucht – in einem festen chemischen Verhältnis. Die Verbrennung eines Liters Benzin setzt rund 2,3 Kilogramm Kohlendioxid frei, ein Liter Diesel etwa 2,6 Kilogramm, weil Diesel dichter und kohlenstoffreicher ist. Damit ist der Emissionswert letztlich nur eine andere Ausdrucksform des Kraftstoffverbrauchs, und beide Größen bewegen sich im Gleichschritt.
Da der Zusammenhang chemischer und nicht mechanischer Natur ist, lässt sich Kohlendioxid durch kein Nachbehandlungssystem entfernen. Es gibt keinen Filter und keinen Katalysator, der es aus dem Abgas herauslösen könnte, denn der im Kraftstoff gebundene Kohlenstoff muss nach der Oxidation irgendwohin. Die einzigen Wege, das Kohlendioxid zu senken, bestehen darin, weniger Kraftstoff zu verbrennen – durch leichtere Fahrzeuge, effizientere Motoren, Hybridisierung oder kleineren Hubraum – oder auf einen Kraftstoff mit weniger fossilem Kohlenstoff umzusteigen. Genau hierin liegt der grundlegende Unterschied zwischen Kohlendioxid und Schadstoffen wie den Stickoxiden, die sich nach der Verbrennung chemisch unschädlich machen lassen.
Die für Neuwagen angegebenen Werte werden nach genormten Laborverfahren ermittelt, derzeit nach dem Worldwide Harmonised Light Vehicles Test Procedure, kurz WLTP, der den älteren und allzu günstigen NEFZ-Zyklus abgelöst hat. Beim WLTP durchläuft das Fahrzeug eine festgelegte Abfolge von Geschwindigkeiten und Lasten, die den realen Fahrbetrieb genauer abbilden soll und einen reproduzierbaren Wert liefert, der den Vergleich verschiedener Modelle auf gleicher Grundlage erlaubt. Die tatsächlichen Emissionen schwanken weiterhin je nach Fahrstil, Beladung und Bedingungen, doch der Prüfwert dient als offizielle Bezugsgröße für Regulierung und Kennzeichnung.
Dieser offizielle Wert hat erhebliches finanzielles und regulatorisches Gewicht. Viele Länder koppeln die Kfz-Besteuerung unmittelbar an den Kohlendioxidausstoß, sodass ein saubereres Auto geringere Abgaben nach sich zieht, und die Hersteller unterliegen Flottenzielwerten, die sie empfindlich bestrafen, wenn sie über alle verkauften Modelle hinweg eine festgelegte Grenze in Gramm pro Kilometer überschreiten. Dieser Druck hat die rasche Verbreitung von Hybrid- und Elektroantrieben vorangetrieben, denn ein batterieelektrisches Auto stößt am Auspuff überhaupt kein Kohlendioxid aus und verändert damit die gesamte Emissionsbilanz von Grund auf.
- Gramm ausgestoßenes CO2 pro Kilometer (g/km)
- Direkt proportional zum verbrauchten Kraftstoff
- Bestimmt Kfz-Steuer und Flottenzielwerte
- Nicht filterbar – nur durch weniger Verbrauch senkbar