Die Kindersicherung ist eine einfache mechanische oder elektronische Sicherheitsfunktion, die die inneren Griffe der hinteren Fahrzeugtüren so deaktiviert, dass sie von innen nicht geöffnet werden können. Sie soll verhindern, dass ein im Fond sitzendes Kind versehentlich oder absichtlich eine Tür öffnet, während das Fahrzeug fährt oder im Verkehr steht – eine Situation, in der das Kind herausfallen, in den Weg vorbeifahrender Fahrzeuge treten oder beim Aussteigen zur Fahrbahnseite hin vom Verkehr erfasst werden könnte.
Die klassische Ausführung ist ein kleiner Hebel, ein Drehknopf oder ein Drehschlitz an der Stirnseite jeder hinteren Tür, der nur bei geöffneter Tür sichtbar ist. Wird dieser Hebel in die Sperrstellung gebracht, koppelt er den inneren Türgriff mechanisch vom Schloss ab, sodass das Betätigen des Griffs von innen wirkungslos bleibt. Die Einstellung erfolgt für jede hintere Tür getrennt und bleibt bestehen, bis sie von Hand wieder aufgehoben wird. Bei vielen modernen Fahrzeugen ist die Funktion inzwischen elektronisch ausgeführt: Eine Taste im Armaturenbrett oder in der Fahrertür verriegelt beide hinteren Türen gleichzeitig und zeigt den Zustand häufig im Kombiinstrument an.
Das wesentliche Konstruktionsprinzip besteht darin, dass die Sicherung ausschließlich die inneren Griffe betrifft. Die äußeren Griffe funktionieren weiterhin normal, sodass ein Erwachsener die hinteren Türen jederzeit von außen öffnen kann; auch die Zentralverriegelung arbeitet wie gewohnt. So lässt sich ein Kind stets von einer Bezugsperson von außen befreien, und die Funktion behindert die übliche Nutzung des Fahrzeugs durch von außen einsteigende erwachsene Mitfahrer nicht.
Die Kindersicherung ist Teil eines umfassenderen Schutzkonzepts für den sicheren Transport von Kindern, neben integrierten Kindersitzen und den genormten Verankerungssystemen ISOFIX und LATCH, die Kinderrückhaltesysteme starr mit der Karosserie verbinden. Während jene Systeme regeln, wie ein Kind bei einem Unfall gehalten wird, begegnet die Kindersicherung dem alltäglichen Risiko, dass eine Tür im falschen Moment geöffnet wird. Aus denselben Schutzgründen bieten viele Fahrzeuge auch eine Sperre der elektrischen Fensterheber im Fond.
Einige sicherheitsrelevante Feinheiten sind zu beachten. Da ein Kind eine gesicherte Tür von innen nicht öffnen kann, müssen die Insassen von außen befreit werden, was im Notfall – etwa bei einem Brand oder einem Unfall, der den Fahrer handlungsunfähig macht – Folgen hat. Ersthelfer und Betreuende sollten daher wissen, wie die Sicherung funktioniert. Am wertvollsten ist sie für jüngere Kinder und sollte bei deren Mitfahrt stets geprüft und aktiviert werden; sinnvoll ist es, sie zu deaktivieren, sobald die Mitfahrer im Fond alt und verantwortungsbewusst genug sind, die Türen sicher selbst zu bedienen.
- Deaktiviert die inneren Griffe der hinteren Türen
- Verhindert, dass ein Kind während der Fahrt eine Tür von innen öffnet
- Wird über einen Hebel an der Türkante oder elektronisch aktiviert
- Die äußeren Griffe funktionieren weiterhin normal