Das Kofferraumvolumen beschreibt den Raum, den ein Fahrzeug für Gepäck und andere Gegenstände bereithält, ausgedrückt in Litern. Diese Angabe existiert, weil sich der praktische Nutzen eines Autos oft daran entscheidet, wie viel es tatsächlich aufnehmen kann, und weil eine einzige, allgemein anerkannte Zahl es einem Käufer erlaubt, einen Kleinwagen gegen einen Kombi oder ein Crossover-Modell abzuwägen, ohne raten zu müssen. Für die meisten Familienkäufer zählt sie neben dem Kraftstoffverbrauch und dem Preis zu den wenigen Werten, die darüber entscheiden, ob ein bestimmtes Modell zum eigenen Alltag passt.
Die Zahl wird nicht durch Multiplikation von Länge, Breite und Höhe ermittelt, sondern indem der Kofferraum physisch mit genormten Messblöcken gefüllt wird und man zählt, wie viele hineinpassen. Die meistverwendete Methode ist die deutsche VDA-Norm, bei der der Laderaum mit starren Quadern von 200 mal 100 mal 50 Millimetern bepackt wird, von denen jeder einen Liter darstellt, gestapelt bis zur Höhe der Hutablage oder Fensterlinie. Da sich störende Einbauten wie Radkästen und Federbeindome nicht ausfüllen lassen, spiegelt der VDA-Wert den tatsächlich nutzbaren Raum wider. Die amerikanische Methode SAE J1100 unterscheidet sich im Detail und liefert tendenziell größere Zahlen, weshalb die angegebene Kapazität eines Fahrzeugs je nach Markt schwanken kann.
Für den Besitzer ist das von Bedeutung, weil reale Ladungen selten gleichmäßig sind. Ein hoher, kantiger Kofferraum mit niedriger Ladekante nimmt einen Kinderwagen, Flachpack-Möbel oder einen großen Hund weit bereitwilliger auf als ein flacher, schräg zulaufender Raum gleichen Litervolumens, sodass sich zwei Autos mit identischem Kennwert im Alltag sehr unterschiedlich anfühlen können. Die Form der Ladeöffnung, die Höhe des Ladebodens und die Frage, ob die Rücksitze völlig eben umklappen, prägen das Erlebnis ebenso wie die Zahl selbst.
Die Hersteller geben fast immer zwei Werte an. Der Wert bei aufgestellten Sitzen misst den Kofferraum hinter den senkrecht stehenden Rücksitzen in der alltäglichen Familienkonfiguration, während der Wert bei umgeklappten Sitzen die Messung bis zu den Lehnen der Vordersitze ausdehnt und oft zwei- bis dreimal so groß ausfällt. Kombis, Vans und SUVs werben meist mit beiden Werten, während ein Sportwagen nur einen symbolischen Kofferraum bietet und ein Schrägheckmodell die Mitte hält. Limousinen mit ihrer festen Trennwand und schmalen Kofferraumöffnung ziehen häufig gegenüber gleich langen Schrägheckmodellen den Kürzeren, trotz eines täuschend großen angegebenen Volumens.
Einige Einschränkungen sind zu beachten. Manche Werte werden bis zum Dach statt bis zur Fensterlinie gemessen und blähen die Gesamtzahl auf, und ein Notrad, ein vollwertiges Reserverad oder bei einem Elektrofahrzeug ein Akkupaket kann in den Boden hineinragen und den tatsächlich verfügbaren Raum verringern. Frunks, Staufächer unter dem Ladeboden und Netze an den Sitzlehnen sind mal enthalten, mal nicht. Liest man das Kofferraumvolumen zusammen mit der Ladebodenhöhe, der Gesamtlänge und der Zahl der Sitzplätze, ergibt sich ein weit zutreffenderes Bild der Alltagstauglichkeit eines Autos als aus der Literzahl allein.
- Gepäckraum, gemessen in Litern
- Üblicherweise bei aufgestellten und umgeklappten Sitzen angegeben
- Genormt nach VDA, sodass Modelle vergleichbar sind
- Form und Ladehöhe zählen ebenso wie die reine Zahl