Startseite/Auto-Glossar/Rampenwinkel (Böschungsüberhangwinkel)
06 — Glossar
Abmessungen und Gewichte

Rampenwinkel (Böschungsüberhangwinkel)

Der Rampenwinkel beschreibt den steilsten Geländekamm, den ein Fahrzeug überfahren kann, ohne mit dem Unterboden zwischen den Achsen aufzusetzen.

Kategorie
Abmessungen und Gewichte
Verwandte Begriffe
4
Im Glossar
#75 von 389
Definition

Der Rampenwinkel, im Deutschen auch als Böschungsüberhangwinkel bekannt, ist ein Maß der Geländegeometrie eines Fahrzeugs und beschreibt den steilsten Kamm oder Hügelrücken, den es überfahren kann, ohne dass der Unterboden zwischen Vorder- und Hinterachse aufsetzt. Er ist definiert als der größte Winkel einer Erhebung, die unter der Fahrzeugmitte hindurchpasst, und wird von zwei gedachten Linien gebildet, die vom tiefsten Punkt des Unterbodens in der Fahrzeugmitte zu den Aufstandsflächen der Vorder- und Hinterreifen verlaufen. Der Wert ist immer dann entscheidend, wenn ein Fahrzeug eine scharfe Kuppe, einen Geländekamm, eine Grabendurchquerung oder den Scheitel eines steilen Hügels überquert, denn bei Überschreitung setzt der Unterboden auf dem Hindernis auf.

Bestimmt wird der Winkel im Wesentlichen durch zwei Maße: die Bodenfreiheit unter der Fahrzeugmitte und den Radstand, also den Abstand zwischen Vorder- und Hinterachse. Eine größere Bodenfreiheit in der Mitte hebt den Unterboden vom Kamm ab und vergrößert den Winkel, während ein längerer Radstand die gegenteilige Wirkung hat: Je größer der Abstand zwischen den Achsen, desto flacher muss der Unterboden zu ihnen hin abfallen, sodass nur ein flacherer Kamm berührungsfrei darunter hindurchpasst. Der tiefste Punkt in der Fahrzeugmitte, häufig der Rahmen, die Abgasanlage, die Kardanwelle oder ein Querträger, legt fest, wo der Unterboden zuerst aufsetzt.

Die praktische Folge ist eindeutig: Ein Fahrzeug mit kurzem Radstand und hoher Bodenfreiheit überfährt einen deutlich schärferen Kamm als ein gleich hohes mit langem Radstand. Deshalb meistern kompakte Geländewagen mit kurzem Aufbau Kuppen und welliges Gelände besonders gut, während Fahrzeuge mit langem Radstand, Pick-ups mit Doppelkabine und gestreckte SUVs Gefahr laufen, auf Kuppen aufzusitzen, die ein kürzeres Fahrzeug mühelos überwinden würde. Typische Rampenwinkel reichen von rund zwanzig Grad bei gewöhnlichen, straßenorientierten Fahrzeugen bis deutlich über fünfundzwanzig oder dreißig Grad bei ausgewiesenen Geländemodellen.

Der Rampenwinkel ist das dritte Mitglied der drei Geländewinkel und ergänzt den Böschungswinkel vorn und den Böschungswinkel hinten. Während diese beiden bestimmen, wie ein Fahrzeug in ein Hindernis hinein- und wieder herausfährt, regelt der Rampenwinkel, wie es dessen Scheitel überquert; zusammen legen die drei fest, wie gut ein Fahrzeug zerklüftetes Gelände von Anfang bis Ende bewältigt. Es ist der Winkel, der am unmittelbarsten vom Radstand abhängt, weshalb er ansonsten geländetaugliche, aber lange Fahrzeuge oft an ihre Grenzen bringt.

Im realen Einsatz ist der angegebene Wert ein statischer Idealwert und verringert sich durch alles, was den Unterboden in der Mitte absenkt, etwa eine schwere Zuladung, das Ziehen eines Anhängers, ein eingefedertes Fahrwerk oder weiche Reifen, während Achsverschränkung und Schwung das Bild beim Fahren von Moment zu Moment verändern. Unterfahrschutzplatten und eine umsichtige Linienwahl helfen, das Risiko des Aufsetzens zu mindern. Der Rampenwinkel lässt sich am besten zusammen mit den beiden Böschungswinkeln, der ihn vergrößernden Bodenfreiheit und dem Radstand verstehen, der ihm bei großer Länge entgegenwirkt.

Wichtige Punkte
  • Steilster Kamm, der ohne Aufsetzen des Unterbodens überfahrbar ist
  • Festgelegt durch Bodenfreiheit und Radstand
  • Kurzer Radstand plus hohe Bodenfreiheit ergeben einen größeren Winkel
  • Lange Fahrzeuge laufen Gefahr, auf Kämmen aufzusitzen
Auch bekannt als
ramp breakover angle