06 — Glossar
Fahrwerk, Bremsen und Reifen

Bremsfading

Bremsfading ist der vorübergehende Verlust der Bremswirkung, wenn die Bremsen durch starke, wiederholte Beanspruchung überhitzen.

Kategorie
Fahrwerk, Bremsen und Reifen
Verwandte Begriffe
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Definition

Bremsfading bezeichnet die vorübergehende Abnahme oder den Verlust der Bremswirkung, der eintritt, wenn die Bremsen eines Fahrzeugs durch starke, anhaltende oder wiederholte Beanspruchung zu heiß werden. Es handelt sich nicht um einen Defekt oder das Anzeichen eines beschädigten Bauteils, sondern um eine vorhersehbare Folge der Funktionsweise von Reibungsbremsen: Jeder Bremsvorgang wandelt die Energie des Fahrzeugs an Scheiben und Belägen in Wärme um, und wenn diese Wärme schneller entsteht, als sie abgeführt werden kann, lässt die Bremswirkung vorübergehend nach. Der Fahrer erlebt ein Auto, das trotz mechanisch intakter Bremsen nicht mehr so willig verzögert, wie es sollte.

Hinter dem Phänomen stecken zwei verschiedene Mechanismen, die man auseinanderhalten sollte. Der erste ist das Belagfading, bei dem der Reibwerkstoff des Bremsbelags über seine Auslegungstemperatur hinaus erhitzt wird. Bei solchen Temperaturen können sich die Bindeharze im Belag zersetzen und Gase freisetzen, der Reibwert zwischen Belag und Scheibe sinkt, und dieselbe Spannkraft erzeugt eine geringere Verzögerung. Der zweite ist das Flüssigkeitsfading, bei dem die Bremsflüssigkeit selbst so heiß wird, dass sie zu sieden beginnt. Da Bremsflüssigkeit hygroskopisch ist und mit der Zeit Feuchtigkeit aufnimmt, senkt dieses aufgenommene Wasser ihren Siedepunkt, und sobald sie siedet, bilden sich kompressible Dampfblasen in den Leitungen.

Die Symptome unterscheiden sich je nachdem, welcher Mechanismus überwiegt. Belagfading äußert sich meist in einem festen Bremspedal, das das Auto schlicht nicht mehr verzögert – das Pedal fühlt sich normal an, doch die Bremswirkung ist gedämpft. Flüssigkeitsfading erzeugt dagegen ein weiches, schwammiges Pedal mit langem Weg, weil die Pedalkraft nun Dampfblasen zusammendrückt, statt soliden hydraulischen Druck an die Sättel weiterzugeben. In beiden Fällen wachsen die Bremswege alarmierend, und ein Fahrer, der das Geschehen nicht einordnen kann, gerät leicht in Panik.

Die Bedingungen, die Fading hervorrufen, sind jene, die mehr Wärme in die Bremsen leiten, als diese abgeben können: lange, steile Bergabfahrten, bei denen der Fahrer ständig auf der Bremse steht, wiederholte harte Bremsungen aus hoher Geschwindigkeit auf der Rennstrecke oder schwere Anhängerfahrten in anspruchsvollem Gelände. Sobald die Bremsen abkühlen können, kehrt die normale Leistung zurück, weshalb der Verlust als vorübergehend und nicht als dauerhaft beschrieben wird – allerdings kann starke Überhitzung Beläge verglasen oder Scheiben verziehen und so bleibende Schäden verursachen.

Fading begegnet man, indem man die Wärmeableitung der Bremsen verbessert und so fährt, dass sich Wärme gar nicht erst staut. Innenbelüftete und größere Scheiben führen Wärme schneller ab, hochtemperaturfeste Belagmischungen und Bremsflüssigkeit in Rennsportqualität mit erhöhtem Siedepunkt widerstehen dem Fading länger, und regelmäßig erneuerte, frische Flüssigkeit vermeidet das feuchtigkeitsbedingte Absinken des Siedepunkts. Carbon-Keramik-Bremsen vertragen noch deutlich höhere Temperaturen. Im Straßenverkehr ist die wirksamste Abwehr die Fahrtechnik: das Nutzen der Motorbremse bei langen Gefällen, um die Reibungsbremsen zu schonen, sowie kräftiges Bremsen mit anschließendem Lösen statt dauerndem Schleifenlassen des Pedals – beides hält das System kühler und erhält die volle Bremswirkung für den Moment, in dem sie gebraucht wird.

Wichtige Punkte
  • Vorübergehender Verlust der Bremswirkung durch Überhitzung
  • Ursachen sind Belagüberhitzung und siedende Bremsflüssigkeit
  • Spürbar an längeren Bremswegen und weichem Pedal
  • Vermeidbar durch Kühlung, Hochtemperaturteile und Motorbremse
Auch bekannt als
brake fading