Startseite/Auto-Glossar/Bremsassistent (BAS)
06 — Glossar
ADAS und Sicherheit
BA

Bremsassistent (BAS)

Der Bremsassistent erkennt eine Notbremsung und stellt sofort die maximale Bremskraft bereit, weil viele Fahrer im Schreckmoment das Pedal nicht kräftig genug betätigen.

Kategorie
ADAS und Sicherheit
Verwandte Begriffe
4
Im Glossar
#68 von 389
Definition

Der Bremsassistent ist ein Sicherheitssystem, das eine vom Fahrer eingeleitete Notbremsung erkennt und den Bremsdruck selbsttätig bis zum Maximum anhebt. Damit gleicht er eine seit Langem belegte menschliche Schwäche aus: Untersuchungen während der Entwicklung des Systems zeigten, dass die meisten Fahrer beim Auftauchen einer plötzlichen Gefahr zwar schnell auf das Bremspedal treten, es jedoch nicht kräftig genug durchdrücken, um die volle Verzögerungsleistung des Fahrzeugs auszuschöpfen. Indem er die Panikreaktion erkennt und die fehlende Kraft ergänzt, macht der Bremsassistent aus einer zögerlichen eine kompromisslose Vollbremsung und verkürzt den Anhalteweg häufig um mehrere Meter.

Das System überwacht dazu, wie das Bremspedal betätigt wird, vor allem die Geschwindigkeit und die Kraft des Pedaltritts. Ein schneller, kräftiger erster Tritt auf das Pedal wird als Notsituation und nicht als normales Abbremsen gedeutet. Klassische, unterdruckunterstützte Ausführungen verstärken den Pedaltritt anschließend über ein Magnetventil und eine empfindlichere Membran im Bremskraftverstärker, während moderne elektronische und hydraulische Lösungen die Bremsanlage anweisen, nahezu augenblicklich den vollen Druck aufzubauen. Entscheidend ist, dass dies auch dann geschieht, wenn der Fahrer den Druck leicht zurücknimmt: Die maximale Bremswirkung bleibt erhalten, bis das Pedal eindeutig losgelassen wird.

Für den Fahrer zeigt sich der Nutzen genau in den heikelsten Augenblicken. Ob kräftig oder mit voller Kraft gebremst wird, kann darüber entscheiden, ob ein Fahrzeug vor einem Hindernis zum Stehen kommt oder darauf auffährt; bei höherem Tempo lässt sich so die Aufprallenergie deutlich verringern. Da das System binnen Millisekunden reagiert und dem Fahrer das bewusste Dosieren der Bremskraft unter Stress abnimmt, erzielt es durchgängig kürzere Notbremswege, als ein Fahrer ohne Unterstützung erreichen würde.

Der Bremsassistent arbeitet nicht für sich allein, sondern ist Teil eines vernetzten Bremskonzepts. Er wirkt mit dem Antiblockiersystem zusammen, das ein Blockieren der Räder unter dem hohen Druck verhindert, sodass der Fahrer auch im Grenzbereich lenkfähig bleibt. Außerdem überschneidet er sich mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm und der elektronischen Bremskraftverteilung, und bei vielen Fahrzeugen bildet er die Grundlage des Notbremsassistenten, da beide auf die Fähigkeit angewiesen sind, auf Abruf die volle Bremskraft bereitzustellen.

Die Grenzen des Systems sind beachtenswert. Es kann nur eine Bremsung unterstützen, die der Fahrer bereits begonnen hat, und nützt daher nichts, wenn dieser gar nicht bremst – diese Lücke schließt der autonome Notbremsassistent. Seine Wirksamkeit hängt zudem vom verfügbaren Reifengrip und vom Fahrbahnzustand ab; auf Eis oder bei stehendem Wasser kann auch er die Gesetze der Physik nicht außer Kraft setzen. Als einfaches, ausgereiftes und mittlerweile nahezu überall verbautes Merkmal zählt der Bremsassistent gleichwohl zu den kostengünstigsten Beiträgen zur Sicherheit von Insassen und Fußgängern.

Wichtige Punkte
  • Stellt bei erkannter Notbremsung die volle Bremskraft bereit
  • Gleicht die Tendenz aus, schnell, aber nicht kräftig genug zu bremsen
  • Wirkt mit dem ABS zusammen und verhindert ein Blockieren der Räder
  • Verkürzt den Anhalteweg bei Notbremsungen
Auch bekannt als
emergency brake assistbrake assistEBABAS