Trittbretter, im Englischen als Running Boards oder Side Steps bekannt, sind schmale waagerechte Plattformen, die entlang der unteren Karosseriekante unterhalb der Türen angebracht sind. Sie verlaufen etwa über die Länge der Türausschnitte, auf Höhe der Schweller oder knapp darunter, und bieten einen Zwischentritt zwischen dem Boden und dem Kabinenboden. Charakteristisch sind sie für hohe Fahrzeuge – große SUV, Pick-ups, Transporter und Geländewagen –, deren Bodenhöhe die Sitze weit über die für viele Menschen bequeme Einstiegshöhe hebt.
Ihr Zweck ist einfach, aber wirklich nützlich. Ein hoch bauendes Fahrzeug kann verlangen, dass ein Insasse den Fuß bis auf Kniehöhe oder höher anhebt, allein um einzusteigen, was im günstigsten Fall umständlich und für manche ein echtes Hindernis ist. Das Trittbrett zerlegt diesen einen großen Höhensprung in zwei kleinere: Der Insasse setzt einen Fuß auf das Brett, verlagert sein Gewicht und steigt erneut auf den Sitz. Das macht Ein- und Ausstieg deutlich leichter und sicherer und hilft besonders Kindern, kleineren Erwachsenen, älteren Mitfahrern sowie allen mit eingeschränkter Beweglichkeit. Das Brett bietet zudem einen Stand, um Gegenstände vom Dachgepäckträger zu erreichen oder eine hohe Ladefläche zu beladen.
Die frühesten Trittbretter waren in den ersten Jahrzehnten des Automobilzeitalters ein nahezu universelles Merkmal der Wagen, als hohe Bodenfreiheit und hochbauende Karosserien die Regel waren und die Bretter außerdem Schlamm und Spritzwasser von der Kleidung der Insassen fernhielten. Als die Fahrzeuge im Verlauf des 20. Jahrhunderts flacher und aerodynamischer wurden, verschwand das Merkmal weitgehend aus den gewöhnlichen Limousinen und überlebte vor allem an Nutz- und Geländefahrzeugen. Der Siegeszug des SUV und des modernen Doppelkabinen-Pick-ups brachte es wieder in den breiten Gebrauch, nun ebenso sehr als Stil- und Zubehörelement wie als funktionale Einrichtung.
Die meisten Side Steps sind feststehend, aus Stahl, Aluminium oder geformtem Verbundwerkstoff gefertigt und an Fahrgestell oder Karosseriestruktur verschraubt. Eine aufwendigere Variante ist das elektrisch ausfahrende Trittbrett, das beim Öffnen einer Tür selbsttätig nach außen und unten ausfährt und sich nach dem Schließen der Türen sauber wieder unter den Schweller einklappt. Diese ziehen den Tritt während der Fahrt aus dem Luftstrom und aus der Gefahrenzone, erhalten die Bodenfreiheit und verringern den Luftwiderstand sowie die Neigung feststehender Bretter, Schmutz aufzunehmen, und bieten doch genau dann einen Auftritt, wenn er gebraucht wird.
Es gibt praktische Kompromisse abzuwägen. Feststehende Bretter verringern die Bodenfreiheit und können die Geländegängigkeit beeinträchtigen, sie können bei Nässe oder Glätte rutschig werden und bringen Gewicht sowie eine Fläche mit, die Schmutz sammelt. Elektrische Ausführungen verursachen Mehrkosten und bringen elektrische Bauteile und Motoren mit, die durch Schmutz und Streusalz ausfallen oder klemmen können. Echte Trittbretter sind zudem von rein dekorativen Anbauteilen und von Rock Slidern zu unterscheiden, den schwereren Holmen ernsthafter Geländewagen, die weniger dem Einstieg dienen als dem Schutz der Schweller vor Beschädigung.
- Schmale Plattformen entlang der Schweller hoher Fahrzeuge
- Bieten einen Auftritt zum Einsteigen in die Kabine
- Helfen Kindern, kleineren und älteren Insassen
- Elektrische Varianten fahren selbsttätig aus und ein