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06 — Glossar
Elektroautos und Batterien

Bidirektionales Laden

Bidirektionales Laden ermöglicht es einem Elektroauto, Energie sowohl aufzunehmen als auch wieder abzugeben, und macht das Fahrzeug damit zu einem mobilen Stromspeicher.

Kategorie
Elektroautos und Batterien
Verwandte Begriffe
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Definition

Bidirektionales Laden bezeichnet die Fähigkeit eines Elektrofahrzeugs, Energie in beide Richtungen fließen zu lassen: Es nimmt nicht nur Strom aus einer externen Quelle auf, um seine Batterie zu laden, sondern gibt gespeicherte Energie auch wieder ab, um andere Verbraucher zu versorgen. Aus dem Auto wird so kein passiver Stromverbraucher mehr, sondern ein großer, mobiler Speicher, der flexibel als Energiequelle dient. Da der Akku eines E-Autos sehr viel Energie fasst, oft genug, um einen durchschnittlichen Haushalt einen Tag oder länger zu versorgen, liegt der Reiz auf der Hand: Diese Kapazität bleibt die meiste Zeit ungenutzt, und das bidirektionale Laden macht sie nutzbar.

Der Oberbegriff für diese Möglichkeiten lautet V2X, also Vehicle-to-Everything, und er umfasst mehrere unterschiedliche Anwendungsfälle. Vehicle-to-Load (V2L) nutzt einen integrierten Wechselrichter, um externe Geräte direkt über eine haushaltsübliche Steckdose am Fahrzeug zu betreiben, was für Werkzeuge, Campingausrüstung oder Haushaltsgeräte praktisch ist. Vehicle-to-Home (V2H) speist Energie in das Stromnetz eines Gebäudes ein und sorgt so für eine Notstromversorgung bei Stromausfall oder verlagert den Verbrauch in günstigere Nachttarife. Vehicle-to-Grid (V2G) geht am weitesten und erlaubt dem Fahrzeug, Energie zurück ins öffentliche Netz einzuspeisen und in geeigneten Märkten Geld zu verdienen, indem es Strom zu Zeiten hoher Nachfrage verkauft.

Technisch hängt die Richtung des Energieflusses davon ab, wo die Wandlung zwischen Wechsel- und Gleichstrom stattfindet. Die Batterie speichert Gleichstrom, während Haushalt und Netz mit Wechselstrom arbeiten, weshalb ein Wechselrichter erforderlich ist. In manchen Systemen sitzt der Wechselrichter im Fahrzeug, sodass es Wechselstrom direkt ausgeben kann, während V2G in der Regel auf eine ausgefeilte bidirektionale Gleichstrom-Ladestation angewiesen ist, die die Wandlung und die komplexe Kommunikation übernimmt, die für eine sichere Synchronisation mit dem Netz nötig ist. Deshalb erfordert bidirektionales Laden kompatible Hardware auf beiden Seiten: Das Fahrzeug muss zum Entladen ausgelegt sein, und die Wallbox oder Ladestation muss den umgekehrten Energiefluss unterstützen.

Der praktische Nutzen reicht von reinem Komfort bis zu echtem wirtschaftlichem und netzdienlichem Mehrwert. Ein Haushalt mit Photovoltaikanlage auf dem Dach und einem V2H-fähigen Auto kann tagsüber erzeugten Überschuss im Fahrzeug speichern und ihn abends wieder abrufen, während V2G über viele Fahrzeuge hinweg dazu beitragen könnte, ein Netz auszugleichen, das zunehmend auf schwankende erneuerbare Quellen setzt. Zu den Nachteilen zählen die Kosten der nötigen Ausrüstung, die zusätzlichen Lade- und Entladezyklen, die der Batterie zugemutet werden, sowie die noch lückenhafte Verfügbarkeit passender Tarife und Normen.

Bidirektionales Laden steht an der Schnittstelle mehrerer verwandter Konzepte. Die einzelnen Betriebsarten V2L, V2H und V2G werden in eigenen Einträgen ausführlich beschrieben, und ihre breite Verbreitung hängt von Ladestandards und intelligenten Funktionen wie Plug and Charge ab, die die Authentifizierung und Kommunikation zwischen Auto, Ladestation und Energieversorger vereinfachen.

Wichtige Punkte
  • Das E-Auto kann Strom sowohl aufnehmen als auch abgeben
  • Oberbegriff V2X umfasst V2L, V2H und V2G
  • Versorgt Geräte, ein Gebäude oder speist Energie ins Netz zurück
  • Erfordert kompatible Hardware in Fahrzeug und Ladestation
Auch bekannt als
two-way chargingV2X