Die Bremskraftanzeige, oft mit BFD (Brake Force Display) abgekürzt, ist eine Sicherheitsfunktion, die nachfolgenden Fahrern die Heftigkeit eines Bremsvorgangs vermittelt. Gewöhnliche Bremsleuchten signalisieren nur, dass gebremst wird, ohne zwischen einem sanften Abbremsen und einer heftigen Notbremsung zu unterscheiden. Da gerade der Unterschied zwischen einer Routinebremsung und einer Vollbremsung jene Situation ist, in der Auffahrunfälle entstehen, führten die Hersteller ein Mittel ein, um starkes Bremsen unmissverständlich sichtbar zu machen. Das System soll dem nachfolgenden Fahrer einige zusätzliche Zehntelsekunden Reaktionszeit verschaffen, was bei Autobahntempo mehreren Metern Bremsweg entspricht.
Das System funktioniert, indem es Stärke und Geschwindigkeit der Verzögerung überwacht und das Verhalten der Heckbeleuchtung entsprechend ändert. Die Eingangssignale stammen typischerweise vom Bremsdrucksensor, von der Geschwindigkeit, mit der das Bremspedal getreten wird, oder vom Ansprechen des Antiblockiersystems – jedes davon zeigt an, dass weit stärker als üblich gebremst wird. Sobald eine Notbremsung erkannt wird, lässt das Steuergerät die Bremsleuchten schnell blinken oder schaltet automatisch die Warnblinkanlage ein. Manche Umsetzungen beziehen zusätzlich eine dritte, hellere Bremsleuchte ein. Das Blinken zieht den Blick weit wirksamer auf sich als ein gleichmäßiges Leuchten und nutzt aus, dass das menschliche Sehsystem stark auf Bewegung und Veränderung reagiert.
Für den Fahrer ist der Nutzen weitgehend indirekt, aber bedeutsam: Das Auto teilt seine eigenen Absichten klarer mit und verringert so die Wahrscheinlichkeit, bei einem plötzlichen Halt von hinten getroffen zu werden. Untersuchungen zur Notbrems-Signalisierung legen durchweg messbare Verringerungen der Annäherungsgeschwindigkeit nachfolgender Fahrzeuge nahe, was sowohl die Wahrscheinlichkeit als auch die Schwere eines Auffahrunfalls senkt. Wichtig ist, dass das System vom Fahrer kein Zutun über das normale Bremsen hinaus verlangt; es aktiviert und deaktiviert sich automatisch.
Die Varianten unterscheiden sich vor allem darin, wie die Warnung dargestellt wird. Mercedes-Benz war Vorreiter eines Ansatzes, bei dem die Bremsleuchten blinken und anschließend – sobald das Fahrzeug ausreichend verzögert hat oder zum Stehen gekommen ist – die Warnblinkanlage einsetzt, um ein stehendes Hindernis zu kennzeichnen. BMW und andere Hersteller setzen auf ähnliche adaptive Bremslichtstrategien. Die Regelwerke in Europa lassen solche Systeme zu und fördern sie in gewisser Hinsicht, wobei das genaue Blinkverhalten durch die Beleuchtungsvorschriften der ECE-Normen geregelt ist, um Verwechslungen mit Fahrtrichtungsanzeigern oder Warnblinkern zu vermeiden.
In der Praxis ist die Funktion ein Baustein eines mehrschichtigen Konzepts der Bremssicherheit und keine eigenständige Lösung. Sie ergänzt den Bremsassistenten, der die Bremskraft des Fahrers verstärkt, sowie den Notbremsassistenten, der ganz ohne Zutun eingreifen kann. Während diese Systeme auf das bremsende Fahrzeug wirken, wirkt die Bremskraftanzeige auf die Wahrnehmung der Nachfolgenden und schließt eine Kommunikationslücke, die herkömmliche Bremsleuchten offenlassen. Zusammen mit dem Antiblockiersystem, das ihr oft das Auslösesignal liefert, ist sie Teil der breiteren Kette von Technologien, die Kollisionen bei plötzlicher Verzögerung verhindern sollen.
- Signalisiert nachfolgenden Fahrern eine Notbremsung
- Lässt die Bremsleuchten blinken oder schaltet den Warnblinker ein
- Erkennt hartes Bremsen über Bremsdruck oder ABS-Ansprechen
- Senkt das Risiko eines Auffahrunfalls