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06 — Glossar
Getriebe und Antriebsstrang

Achsverschränkung

Die Achsverschränkung beschreibt, wie weit die Achsen eines Fahrzeugs einfedern und sich verschränken können, um die Räder auf unebenem Gelände am Boden zu halten.

Kategorie
Getriebe und Antriebsstrang
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Definition

Die Achsverschränkung beschreibt das Maß, um das sich die Achsen eines Fahrzeugs gegenüber der Karosserie bewegen und verschränken können, damit die Räder den Konturen unebenen Geländes folgen. Steigt ein Rad über einen Felsen oder fällt in eine Mulde, ist es die Verschränkung, die es den übrigen Rädern erlaubt, am Untergrund gepresst zu bleiben, statt in die Luft abzuheben. Sie ist eines der bestimmenden Maße für die Geländetauglichkeit eines Fahrzeugs, denn Traktion steht nur an einem Rad zur Verfügung, das tatsächlich festen Bodenkontakt hat.

Der Mechanismus hinter der Verschränkung ist im Kern der Federweg in Verbindung mit der Freiheit der Achse, sich zu verwinden oder diagonal zu bewegen. An einer Starrachse kann das starre Gehäuse kippen, sodass ein Rad abhebt, während das andere absenkt, was einen großen, leicht vorstellbaren Bereich der Verschränkung über die Achse ergibt; das ist einer der Gründe, warum sich Starrachsen trotz ihrer Nachteile auf Asphalt bei reinrassigen Geländewagen behaupten. Die Einzelradaufhängung verschränkt sich anders, da sich jedes Rad an eigenen Lenkern bewegt, und obwohl sie auf großzügige Wege abgestimmt werden kann, begrenzen Bauraum und Geometrie oft, wie weit eine einzelne Ecke ausfedern kann. Die Verschränkung wird häufig mit einem Rampenindex beziffert, bei dem das Fahrzeug eine schräge Rampe hinauffährt, bis ein Rad abhebt, und das Ergebnis am Radstand skaliert wird.

Die Verschränkung ist deshalb wichtig, weil der meiste Traktionsverlust im Gelände nicht aus mangelndem Grip auf dem Untergrund stammt, sondern daraus, dass ein Rad den Untergrund ganz verlässt. Ein Fahrzeug mit geringer Verschränkung hebt ein Rad früh ab, und an einem offenen Differenzial dreht dieses abgehobene Rad einfach durch und raubt seinem Partner den Antrieb. Eine gute Verschränkung hält alle vier Reifen belastet und drehend, verteilt die Antriebskraft auf den verfügbaren Grip und erlaubt ein gleichmäßigeres, besser kontrolliertes Fortkommen über Felsen, Spurrillen und Querhänge.

Die Verschränkung wirkt selten allein. Am wirksamsten ist sie im Zusammenspiel mit Traktionshilfen, die sicherstellen, dass ein am Boden stehendes Rad auch Drehmoment erhält. Eine Differenzialsperre zwingt beide Räder einer Achse, gemeinsam zu drehen, sodass das stehende Rad selbst dann antreibt, wenn die Verschränkung nicht jedes Rad am Boden halten kann. Eine elektronische Traktionskontrolle erreicht einen ähnlichen Effekt, indem sie das durchdrehende Rad abbremst. Auch die Wahl der Radaufhängung bringt Abwägungen mit sich: Maximaler Ausfederweg und Verschränkung für den Geländeeinsatz führen tendenziell zu weicherer und loserer Aufbaukontrolle auf der Straße, weshalb Hersteller beides ausbalancieren, mitunter mit abkoppelbaren Stabilisatoren, die zusätzliche Verschränkung nur bei Bedarf freigeben.

In der Praxis erhöhen Fahrer und Umbauer die Verschränkung mit längeren Federn und Dämpfern, verlängerten Anschlagpuffern, beweglichen Gelenken und geänderter Lenkergeometrie, wobei zu beachten ist, dass übermäßiger Weg Antriebswellen, Bremsschläuche und Gleichlaufgelenke überdehnen kann. Die Verschränkung fügt sich damit in ein größeres Antriebsstrangbild ein und ergänzt Achsbauweise, Allradsysteme und Differenzialverhalten dabei, wie zuverlässig ein Fahrzeug schwieriges Gelände überwinden kann.

Wichtige Punkte
  • Wie weit Achsen sich verschränken, um Räder am Boden zu halten
  • Entscheidend für die Gelände-Traktion auf unebenem Untergrund
  • Starrachsen verschränken sich in der Regel gut
  • Wirkt mit Differenzialsperren zusammen, um den Grip zu erhalten
Auch bekannt als
suspension articulationwheel articulation