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06 — Glossar
ADAS und Sicherheit
AEB

Notbremsassistent (AEB)

Der Notbremsassistent (AEB) bremst das Fahrzeug automatisch ab, wenn eine Kollision unmittelbar bevorsteht und der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert hat.

Kategorie
ADAS und Sicherheit
Verwandte Begriffe
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Definition

Der Notbremsassistent ist ein aktives Sicherheitssystem, das den vorausliegenden Verkehrsraum überwacht und selbsttätig bremst, sobald es eine unmittelbar drohende Kollision errechnet und der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert hat. Er existiert, um eines der häufigsten und folgenschwersten Versagen im Alltagsverkehr abzufangen: jenen Moment, in dem ein Fahrer abgelenkt, überrascht oder schlicht zu langsam ist, um auf ein plötzlich anhaltendes Fahrzeug vor sich zu reagieren. Schon ein Bruchteil einer Sekunde automatischen Eingreifens kann den Unterschied zwischen einem schweren Aufprall und einem knapp vermiedenen Unfall ausmachen.

Das System stützt sich auf nach vorn gerichtete Sensoren, typischerweise eine Radareinheit hinter dem Kühlergrill, eine Kamera nahe dem Innenspiegel oder eine Fusion aus beidem, bei höherwertigen Fahrzeugen mitunter ergänzt um Lidar. Diese Sensoren erfassen Abstand, Annäherungsgeschwindigkeit und Bewegungsbahn vorausliegender Objekte und schätzen fortlaufend die Zeit bis zur Kollision. Fällt dieser Wert unter eine sichere Reserve, gibt das System zunächst eine Auffahrwarnung aus, um den Fahrer zu alarmieren. Bleibt eine angemessene Reaktion aus, baut es Bremsdruck vor, aktiviert den Bremsassistenten und bremst schließlich automatisch, wobei es bis zur maximalen Verzögerung steigert, falls ein Aufprall unvermeidbar bleibt.

Der Nutzen für Insassen und andere Verkehrsteilnehmer ist messbar: Unabhängige Tests und Versicherungsdaten zeigen durchweg deutliche Rückgänge bei Auffahrunfällen und bei der Schwere der dennoch auftretenden Kollisionen. Selbst wenn ein Unfall nicht vollständig vermeidbar ist, senkt das Verringern der Geschwindigkeit vor dem Aufprall die beteiligte Energie und mindert Verletzungen und Schäden. Da das System binnen Millisekunden handelt, kann es die menschliche Reaktionszeit gerade in jenen Situationen übertreffen, in denen der Mensch am schwächsten ist.

Die Technik hat sich weit über das einfache Abbremsen vor Fahrzeugen hinaus entwickelt. Moderne Ausführungen umfassen die Fußgänger- und Radfahrererkennung, Kreuzungsassistenten, die beim Abbiegen vor entgegenkommendem Verkehr bremsen, sowie einen rückwärtigen Notbremsassistenten, der vor Aufprällen mit geringer Geschwindigkeit beim Einparken schützt. Diese wachsende Leistungsfähigkeit spiegelt ihre zunehmende regulatorische Bedeutung wider: Der Notbremsassistent ist mittlerweile in vielen Märkten bei Neuwagen vorgeschrieben, darunter in der Europäischen Union und zunehmend in den USA, und eine starke AEB-Leistung ist Voraussetzung für eine Spitzenbewertung von Institutionen wie Euro NCAP.

Es gibt praktische Einschränkungen. Die Leistung kann bei starkem Regen, Nebel, Schnee oder tief stehender Sonne, die die Kamera blendet, nachlassen, und ein verschmutzter oder vereister Sensor kann die Funktion vorübergehend abschalten. Das System ist so abgestimmt, dass Fehlauslösungen vermieden werden, es ist daher nicht unfehlbar und darf niemals zu Sorglosigkeit oder dichtem Auffahren verleiten. Es lässt sich am besten als letzte Rückfallebene verstehen, die Hand in Hand mit Auffahrwarnung, Bremsassistent und Antiblockiersystem (ABS) arbeitet und einen aufmerksamen Fahrer unterstützt, ihn aber nicht ersetzt.

Wichtige Punkte
  • Bremst automatisch, wenn eine Kollision unmittelbar bevorsteht
  • Nutzt Radar nach vorn und/oder Kamera zur Risikobewertung
  • Vermeidet den Unfall oder mindert seine Schwere
  • Inzwischen in vielen Märkten bei Neuwagen Pflicht
Auch bekannt als
AEBautonomous emergency brakingautomatic emergency brakingAEBS