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06 — Glossar
Getriebe und Antriebsstrang
ATC

Adaptive Getriebesteuerung (ATC)

Die adaptive Getriebesteuerung ist eine Software, die Fahrstil und Bedingungen erkennt, um anzupassen, wie ein Automatikgetriebe schaltet.

Kategorie
Getriebe und Antriebsstrang
Verwandte Begriffe
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Definition

Die adaptive Getriebesteuerung ist die Softwareebene eines modernen Automatikgetriebes, die beobachtet, wie das Fahrzeug bewegt wird und welchen Bedingungen es ausgesetzt ist, und daraufhin Zeitpunkt und Charakter der Schaltvorgänge anpasst. Statt einem einzigen festen Schaltkennfeld zu folgen, wählt das Getriebesteuergerät zwischen unterschiedlichen Schaltstrategien aus oder überblendet kontinuierlich zwischen ihnen und stimmt das Verhalten des Getriebes auf den Moment ab, anstatt jeden Fahrer und jede Straße gleich zu behandeln.

Seine Entscheidungen trifft das System, indem es eine Reihe bereits am Fahrzeug vorhandener Sensorsignale ausliest. Drosselklappenstellung und die Geschwindigkeit, mit der das Pedal bewegt wird, zeigen die Absicht an; Fahr- und Motordrehzahl sowie Beschleunigung beschreiben den aktuellen Zustand; Bremsbetätigung, Lenkwinkel und Querbeschleunigung verraten eine Kurvenfahrt; und Längslast oder Saugrohrdaten, mitunter kombiniert mit Informationen aus dem Motormanagement, erlauben Rückschlüsse auf die Steigung. Daraus zeichnet das Steuergerät ein Bild davon, ob der Fahrer entspannt unterwegs ist oder zügig vorankommen will und ob das Fahrzeug bergauf fährt, bergab rollt, einen Anhänger zieht oder dahingleitet.

Der praktische Nutzen ist ein Getriebe, das zur Situation passt. Wer sanft fährt, erlebt frühe, geschmeidige Hochschaltvorgänge, die den Motor leise und sparsam halten; wer zügig fährt, dem hält es niedrigere Gänge, verzögert Hochschaltungen nahe der Drehzahlgrenze und schaltet beim Bremsen bereitwilliger zurück, um den Motor im Zug zu halten. An einer langen Steigung oder mit schwerer Last vermeidet es das lästige Pendeln zwischen den Gängen, indem es einen Gang hält, und bergab kann es einen niedrigeren Gang halten, um Motorbremswirkung zu liefern, statt zu rollen und wiederholtes Bremsen zu erzwingen.

Frühe adaptive Systeme waren vergleichsweise grob und wechselten zwischen einer kleinen Zahl voreingestellter Programme wie Economy und Sport. Heutige Umsetzungen sind weit feinfühliger, verschieben die Schaltpunkte stufenlos und lernen sogar mit der Zeit, indem sie die Befülldrücke der Kupplungen zum Verschleißausgleich anpassen und sich auf den gewohnten Stil eines Einzelnen einstellen. Viele binden zudem wählbare Fahrmodi sowie Navigations- oder Kameradaten ein, sodass das Fahrzeug für eine herannahende Kurve oder einen Kreisverkehr vorausschauend zurückschalten kann.

Es gibt Grenzen und Vorbehalte. Das System kann nur innerhalb der mechanischen Möglichkeiten der Hardware arbeiten, und durch das Lernen kann sich das Verhalten allmählich verschieben, was sich kurzzeitig uneinheitlich anfühlen mag. Das Abklemmen der Batterie oder bestimmte Reparaturen können die gelernten Werte zurücksetzen, woraufhin das Getriebe eine kurze Fahrtphase braucht, um wieder geschmeidige Schaltvorgänge zu erlernen, und eine manuelle Eingriffsmöglichkeit oder Schaltwippen bleiben nützlich, wenn die Absicht des Fahrers von dem abweicht, was die Software ableitet.

Die adaptive Steuerung ist heute eher ein nahezu universelles Merkmal als eine eigenständige Option und findet sich in Wandlerautomaten wie in Doppelkupplungsgetrieben gleichermaßen. Sie ist die Intelligenz, die über dem physischen Mechanismus jedes modernen Getriebes steht und aus festen Übersetzungen ein Getriebe macht, das auf Fahrer und Straße zugleich reagiert.

Wichtige Punkte
  • Software, die das Schaltverhalten der Automatik anpasst
  • Wertet Gaspedal, Geschwindigkeit, Bremsen, Kurven und Steigung aus
  • Hält Gänge bei zügiger Fahrt oder Steigungen; schaltet sanft bei ruhiger Fahrt
  • Ein allgemeines Merkmal moderner Automatikgetriebe
Auch bekannt als
ATCAdaptive Transmission Control