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Fahrwerk, Bremsen und Reifen
ARM

Aktive Wankstabilisierung (ARM)

Die aktive Wankstabilisierung verringert die Seitenneigung der Karosserie in Kurven und senkt das Überschlagrisiko durch aktive Stabilisatoren oder Bremseingriffe.

Kategorie
Fahrwerk, Bremsen und Reifen
Verwandte Begriffe
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Im Glossar
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Definition

Die aktive Wankstabilisierung ist eine Kategorie von Fahrwerkstechnik, die das Maß der Seitenneigung der Karosserie in Kurven verringert und – ebenso wichtig – dem Risiko eines Überschlags entgegenwirkt. Während ein herkömmliches Fahrwerk dem Wanken nur passiv über seine Federn und Stabilisatoren entgegenhält, greift ein aktives System gezielt ein: Es erfasst, wie stark das Fahrzeug eine Kurve durchfährt, und bringt Korrekturkräfte auf, um die Karosserie flacher und das Fahrzeug stabiler zu halten. Besonders relevant ist dies für hohe, schwere Fahrzeuge wie SUV und Vans, deren hoher Schwerpunkt sie sowohl zu ausgeprägter Neigung als auch in Extremmanövern zum Kippen neigen lässt.

Die Stabilisierung lässt sich auf mehr als eine Weise erreichen. Ein Ansatz nutzt aktive Stabilisatoren: Die Stabilisatoren, die die Räder einer Achse verbinden, werden geteilt und mit hydraulischen oder elektrischen Aktuatoren versehen, die sich auf Anforderung versteifen oder sogar ein Verdrehmoment aufbringen können, um dem Wanken in der Kurve weit entschiedener entgegenzuwirken, während die Stabilisatoren auf gerader, unebener Strecke für einen geschmeidigeren Federungskomfort entkoppeln. Ein zweiter, ergänzender Ansatz ist eingriffsorientiert statt mechanisch: Mithilfe der Sensoren des Stabilitätsprogramms, die Querbeschleunigung, Lenkwinkel und die Wankrate des Fahrzeugs messen, erkennt das System den beginnenden Überschlag und reagiert, indem es einzelne Räder abbremst und die Motorleistung zurücknimmt, um Tempo abzubauen und die Kurvenlast zu senken, bevor das Fahrzeug seinen Kipppunkt erreicht.

Für den Fahrer ergibt sich ein doppelter Nutzen. Im normalen, zügigen Fahrbetrieb wirkt das Fahrzeug flacher, ausgewogener und vertrauenerweckender in Kurven, mit deutlich weniger der irritierenden Neigung, die Insassen verunsichert und ein hohes Fahrzeug schwerfällig erscheinen lässt. In einer Notlage, etwa beim plötzlichen Ausweichen vor einem Hindernis, kann die Sicherheitsebene den Unterschied zwischen kontrollierter Beherrschung und Kontrollverlust ausmachen, indem sie die Karosserie unten hält und ein Abheben der kurveninneren Räder verhindert.

Die Technik entstand aus der Erkenntnis, dass SUV trotz ihrer Beliebtheit ein höheres Überschlagrisiko trugen als gewöhnliche Pkw, und wurde eng mit der breiten Einführung des elektronischen Stabilitätsprogramms verbunden, dessen dedizierte Wankstabilisierungsfunktionen eine Erweiterung sind. Der Zweig der aktiven Stabilisatoren wiederum entwickelte sich aus den Bemühungen des Motorsports und der Luxusklasse, flaches Handling mit komfortablem Federungsverhalten zu vereinen.

Wie alle aktiven Fahrwerkssysteme erhöht die aktive Wankstabilisierung Kosten, Gewicht und Komplexität, und die hydraulischen oder elektrischen Aktuatoren, die aktive Stabilisatoren antreiben, sind zusätzliche Bauteile, die über die Lebensdauer eines Fahrzeugs verschleißen oder ausfallen können. Die bremsbasierten Eingriffe wirken zwar wirkungsvoll, verzögern das Fahrzeug aber und können die Physik somit nicht unbegrenzt überlisten; sie verringern das Risiko, statt es zu beseitigen.

Der Begriff überschneidet sich mit mehreren verwandten Systemen. Er baut auf dem schlichten Stabilisator auf, erweitert die Fähigkeiten des elektronischen Stabilitätsprogramms, deckt sich in seiner Absicht im Wesentlichen mit der Wankstabilitätsregelung und ergänzt das adaptive Fahrwerk, das die Dämpfung mit ähnlichem Ziel variiert. Zusammen bilden diese Technologien das Aufgebot, das moderne, hohe Fahrzeuge stabil und souverän fahrbar hält.

Wichtige Punkte
  • Verringert die Seitenneigung in Kurven und das Überschlagrisiko
  • Kann aktive Stabilisatoren nutzen, die sich auf Anforderung versteifen
  • Kann Räder abbremsen und die Leistung zurücknehmen, wenn ein Überschlag droht
  • Verbessert Kurvenkontrolle und Sicherheit, besonders bei hohen Fahrzeugen
Auch bekannt als
ARMActive Roll Mitigation