AMG ist der Hochleistungszweig von Mercedes-Benz, und der Name ist ein Akronym statt eines Wortes: A für Hans Werner Aufrecht, M für Erhard Melcher und G für Großaspach, das kleine schwäbische Dorf, in dem Aufrecht geboren wurde. Die beiden Männer waren Ingenieure bei Daimler-Benz und teilten eine Begeisterung für den Motorsport, die der damals weitgehend aus dem Wettbewerb zurückgezogene Mutterkonzern nicht ausleben wollte. 1967 verließen sie das Unternehmen, um ihre eigene Firma zu gründen, zunächst in Burgstall und später in den heute berühmten Werkstätten in Affalterbach, mit dem ausdrücklichen Ziel, Mercedes-Motoren für die Rennstrecke zu entwickeln und abzustimmen.
Der Ruf des Unternehmens gründete auf dem Prinzip, dass ein leistungsstarkes Straßenfahrzeug konstruiert und nicht bloß beworben werden müsse. AMG nahm serienmäßige Mercedes-Limousinen und -Coupés und baute deren Motoren von Grund auf neu, überarbeitete Zylinderköpfe, Nockenwellen, Ventiltrieb und Gemischaufbereitung, um deutlich mehr Leistung und ein schärferes Ansprechen herauszuholen. Die Arbeit war akribisch und weitgehend handgemacht, woraus der Leitspruch entstand, der die Marke bis heute prägt: "Ein Mann, ein Motor." Ein einzelner Techniker montiert jeden AMG-Antrieb von Anfang bis Ende und signiert eine kleine Plakette mit seinem oder ihrem Namen, die anschließend am Motor angebracht wird, ein Beleg für Herkunft und Stolz, den nur wenige Großserienhersteller bieten können.
Den Durchbruch in der öffentlichen Wahrnehmung erzielte AMG 1971, als ein stark modifizierter Mercedes 300 SEL 6.8 – eine große Luxuslimousine, die nie für die Rennstrecke gedacht war – beim 24-Stunden-Rennen von Spa Gesamtzweiter wurde und seine Klasse gewann. Das Fahrzeug, liebevoll "Rote Sau" genannt, zeigte, dass AMG einen schweren, auf Komfort ausgelegten Mercedes wirklich schnell machen konnte, und das Geschäft mit dem Tuning von Straßenfahrzeugen wuchs von da an über die 1970er- und 1980er-Jahre stetig.
Die Beziehung zu Mercedes vertiefte sich mit der Zeit. Daimler-Benz übernahm 1999 die Mehrheit an AMG, und 2005 gehörte die Sparte vollständig zum Mutterkonzern und wurde zur Mercedes-AMG GmbH. Aus einem unabhängigen Tuner entwickelte sie sich zu einer integrierten Performance-Marke, deren Ingenieure Fahrzeuge inzwischen von Grund auf entwickeln, statt nur bestehende Modelle zu modifizieren, wobei die Sportwagen SLS und AMG GT herausragende Beispiele sind.
Moderne AMG-Modelle umfassen handgefertigte V8- und frühere V12-Motoren, hochaufgeladene Vierzylinder sowie zunehmend elektrifizierte und hybridisierte Antriebe, die direkt aus dem Formel-1-Know-how stammen. Trotz all dieser Wandlungen steht das Emblem weiterhin für Motoren, die auf üppige Leistung und ein breites, kräftiges Drehmomentband ausgelegt sind, geliefert mit der von einem Mercedes erwarteten Haltbarkeit. Die Geschichte von AMG ist somit die Erzählung davon, wie aus einer Zwei-Mann-Rennwerkstatt im ländlichen Schwaben der hauseigene Maßstab für Leistung bei einem der ältesten Automobilhersteller der Welt wurde.
- Hochleistungssparte von Mercedes-Benz
- Benannt nach den Gründern Aufrecht, Melcher und Großaspach
- 1967 gegründet; später im Besitz von Mercedes-Benz
- Bekannt für handgefertigte Motoren nach dem Prinzip "Ein Mann, ein Motor"