Der automatische Gurtarretierungsmechanismus ist eine Betriebsart im Gurtmechanismus eines Fahrzeugs, die es erlaubt, den Gurt herauszuziehen, straff gegen das festzuhaltende Objekt zu spannen und ihn anschließend auf dieser festen Länge zu arretieren, sodass er sich nicht mehr ausziehen lässt. Er dient in erster Linie einem ganz bestimmten Zweck: einen Kindersitz fest mit dem Fahrzeug zu verbinden. Ein Kinderrückhaltesystem muss mit wenig oder gar keinem Spiel gehalten werden, und ein gewöhnlicher Sicherheitsgurt, der bei jeder Bewegung des Insassen frei nachgibt, kann einen Kindersitz allein nicht straff halten. Der automatische Arretierungsmechanismus macht aus dem alltäglichen Gurt genau zu diesem Zweck eine starre Niederzurrung.
Im Normalbetrieb arbeitet ein Sicherheitsgurt als notblockierender Aufroller (ELR): Er spult frei aus und wieder ein, wenn sich der Träger nach vorn lehnt oder die Sitzposition verändert, und blockiert nur, wenn er eine plötzliche Verzögerung oder ein ruckartiges Ziehen registriert. Die automatische Arretierungsfunktion wird ausgelöst, indem man den Gurt bis zum äußersten Ende des Gurtbands vollständig herauszieht. Dadurch schaltet der Aufroller in einen ratschenartigen Zustand: Lässt man den Gurt nun zurücklaufen, kann er wieder einspulen und sich straffziehen, gibt aber nicht mehr nach. Indem man den voll ausgezogenen Gurt durch die Gurtführung des Kindersitzes legt und gegen den Sitz einlaufen lässt, zurrt der Einbauende das Rückhaltesystem fest nieder und arretiert es dort.
Die Unterscheidung ist deshalb von Bedeutung, weil die beiden Betriebsarten entgegengesetzten Anforderungen dienen. Ein erwachsener Insasse wünscht einen Gurt, der sich für den Komfort mit ihm bewegt und nur im Notfall blockiert, während ein Kindersitz einen Gurt verlangt, der sich nach dem Einbau überhaupt nicht mehr bewegt. Ein korrekt mit dem automatischen Arretierungsmechanismus eingebauter Kindersitz sollte sich an der Gurtführung nur geringfügig verschieben lassen – üblicherweise kaum mehr als die Breite von ein bis zwei Fingern –, was die praktische Prüfung ist, mit der Einbauende den ausreichend festen Sitz bestätigen.
Die Betriebsart hebt sich selbst auf. Sobald der Gurt geöffnet und vollständig in sein Gehäuse zurücklaufen gelassen wird, kehrt der Mechanismus selbsttätig in sein gewöhnliches notblockierendes Verhalten zurück und steht für den Normalgebrauch durch einen erwachsenen Insassen bereit. Es gibt keinen gesonderten Schalter; das vollständige Ausziehen und anschließende vollständige Einlaufenlassen des Gurtbands ist der Vorgang, der zwischen den beiden Zuständen umschaltet.
Der automatische Gurtarretierungsmechanismus ist eine von mehreren Methoden zur Verankerung von Kinderrückhaltesystemen und seit Jahrzehnten ein Standardmerkmal von Fahrzeuggurten. In vielen neueren Fahrzeugen besteht er neben eigenen Kindersitz-Befestigungssystemen wie ISOFIX und dem amerikanischen LATCH-System, die anstelle des Erwachsenengurts starre Rastarme und Haltegurtverankerungen nutzen. Wo solche Verankerungen vorhanden sind, werden sie oft bevorzugt, doch der Gurt mit seinem automatischen Arretierungsmechanismus bleibt eine universelle Rückfalllösung und wird weiterhin breit eingesetzt, besonders bei Sitzerhöhungen und an Sitzplätzen ohne eigene Verankerungspunkte.
- Arretiert den Gurt auf fester, straff gezogener Länge
- Wird durch vollständiges Ausziehen und anschließendes Einlaufen aktiviert
- Dient vor allem dem festen Sichern eines Kindersitzes
- Kehrt bei vollständigem Einlaufen in den Normalbetrieb zurück