06 — Glossar
Motor und Emissionen

AdBlue

AdBlue ist eine harnstoffbasierte Flüssigkeit, die in den Abgasstrang eines Dieselmotors eingespritzt wird, um schädliche Stickoxide in unschädlichen Stickstoff und Wasser umzuwandeln.

Kategorie
Motor und Emissionen
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Definition

AdBlue ist der Handelsname für eine klare, ungiftige Flüssigkeit zur Minderung der Schadstoffemissionen moderner Dieselmotoren. Es handelt sich um eine präzise eingestellte Lösung aus hochreinem synthetischem Harnstoff in demineralisiertem Wasser, die in einem eigenen Tank getrennt vom Dieselkraftstoff bevorratet wird. In zig Millionen Pkw, Transportern und Lkw mitgeführt, ist AdBlue zu einem selbstverständlichen Teil des Dieselbetriebs geworden, dabei aber zentral für die Abgasnachbehandlung, mit der Diesel die strengen Luftreinhaltegrenzwerte einhalten.

Die Flüssigkeit ist eine 32,5-prozentige Harnstofflösung, deren Zusammensetzung international unter der Bezeichnung AUS 32 und der Spezifikation ISO 22241 genormt ist, wobei AdBlue die bekannteste Marke darstellt. Diese exakte Konzentration ist gewählt, weil sie unter allen Harnstoff-Wasser-Mischungen den niedrigsten Gefrierpunkt von etwa minus elf Grad Celsius aufweist und weil sie die optimale Menge an Reaktionsmittel für die nachfolgende Chemie liefert. Die Reinheit wird streng kontrolliert, da Verunreinigungen den Katalysator vergiften würden, auf den das System angewiesen ist.

AdBlue entfaltet seine Wirkung in der selektiven katalytischen Reduktion, kurz SCR, im Abgasstrang. Ein Dosierinjektor sprüht einen feinen Nebel der Flüssigkeit in den heißen Abgasstrom, wo die Hitze den Harnstoff in Ammoniak aufspaltet. Während die Gase über einen speziell beschichteten SCR-Katalysator strömen, reagiert das Ammoniak mit den bei der Verbrennung entstandenen Stickoxiden und wandelt sie in gewöhnlichen Stickstoff und Wasserdampf um, beides unschädlich und reichlich in der Atemluft vorhanden. Indem das System gezielt die Stickoxide angeht, bekämpft es jenen Schadstoff, der am stärksten mit dem Beitrag des Diesels zu Smog und Atemwegsbelastung verbunden ist.

Diese Abgasnachbehandlung ermöglicht es heutigen Dieseln, die Abgasnorm Euro 6 zu erfüllen, die so niedrige NOx-Grenzwerte setzt, dass eine reine Motorabstimmung sie nicht erreichen kann. Der Verbrauch ist gering, aber real und liegt typischerweise in der Größenordnung von ein bis zwei Litern je tausend Kilometer, je nach Hubraum und Fahrweise. Die Tanks sind so ausgelegt, dass ein Nachfüllen erst nach mehreren tausend Kilometern nötig ist, häufig etwa zeitgleich mit einer Inspektion, und die Flüssigkeit lässt sich in Kanistern an Tankstellen und im Zubehörhandel kaufen oder an der Zapfsäule entnehmen.

Autofahrer müssen den Tank gefüllt halten, und die Folgen der Nachlässigkeit sind bewusst empfindlich. Das Auto warnt den Fahrer frühzeitig mit Anzeigen im Display und einer Restreichweiten-Anzeige; ist das AdBlue vollständig aufgebraucht, schreibt das Abgasrecht vor, dass der Motor sich nach dem Abstellen erst wieder starten lässt, wenn die Flüssigkeit nachgefüllt wurde, damit das Fahrzeug nicht mit abgeschalteter Abgasreinigung bewegt wird. AdBlue ist weder mit einem Kraftstoffzusatz noch mit dem Dieselpartikelfilter zu verwechseln, einem eigenen Bauteil, das Ruß zurückhält. Zusammen mit dem SCR-Katalysator und dem Partikelfilter bildet AdBlue einen Baustein des mehrstufigen Systems, das einen modernen Diesel sauber innerhalb der Euro-6-Grenzen laufen lässt.

Wichtige Punkte
  • Eine 32,5-prozentige Harnstofflösung in einem eigenen Tank
  • Speist das SCR-System zur Neutralisierung der NOx-Emissionen
  • Unverzichtbar, damit Diesel die Euro-6-Norm einhalten
  • Muss nachgefüllt werden; bei leerem Tank startet der Motor nicht wieder
Auch bekannt als
DEFdiesel exhaust fluidAUS 32