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06 — Glossar
ADAS und Sicherheit

Adaptives Kurvenlicht

Adaptive Scheinwerfer schwenken und passen ihr Lichtbündel an Lenkung, Geschwindigkeit und Bedingungen an, um die Fahrbahn besser auszuleuchten, vor allem in Kurven.

Kategorie
ADAS und Sicherheit
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Definition

Adaptive Scheinwerfer sind Frontleuchtensysteme, die abhängig von Bewegung und Umgebung des Fahrzeugs verändern, wohin und wie sie leuchten, statt ein festes Lichtbündel geradeaus zu werfen. Sie sind nötig, weil herkömmliche Scheinwerfer auf eine gerade Strecke ausgerichtet sind und das Kurveninnere gerade dann schlecht ausleuchten, wenn der Fahrer am meisten hineinsehen muss, ohne dabei eine Anpassung an Geschwindigkeit, Beladung oder Gegenverkehr zu bieten. Indem sie das Licht der Fahrbahn nachführen und formen, erweitern adaptive Systeme das nutzbare Sichtfeld bei Nacht und schlechtem Wetter.

Der Kern ist das dynamische Kurvenlicht, bei dem die Scheinwerfereinheiten über kleine Elektromotoren waagerecht schwenken. Das Steuergerät wertet Lenkwinkel, Fahrgeschwindigkeit und Gierrate aus und dreht die Lichtbündel dem Kurvenverlauf nach, sodass Bankett und herannahende Kurve mehrere Meter früher ausgeleuchtet werden als bei einer starren Leuchte. Viele Systeme koppeln dies mit einer statischen Abbiegelichtfunktion, die an Kreuzungen sowie in engen Abbiegevorgängen bei niedrigem Tempo kurzzeitig eine Zusatzleuchte oder ein Lichtsegment zur Seite einschaltet und so den Bereich ausfüllt, den das Hauptlicht noch nicht erreicht.

Über die Lenkung hinaus passen anspruchsvollere Systeme Reichweite und Streuung des Lichtbündels an Geschwindigkeit und Bedingungen an. Bei höherem Tempo reicht das Abblendlicht weiter die Straße hinab; in der Stadt streut es breiter und kürzer; und eigene Modi können das Licht bei Nebel oder schlechtem Wetter verbreitern. Eine automatische Leuchtweitenregulierung hält die Hell-Dunkel-Grenze unabhängig von der Beladung und vom Nicken beim Beschleunigen und Bremsen korrekt ausgerichtet und verhindert so sowohl ein blendendes Anheben als auch ein nutzloses Absenken des Lichts.

Die praktische Wirkung ist eine deutlich bessere Nachtsicht, das frühere Erkennen von Gefahren wie Fußgängern, Tieren und Gegenständen am Fahrbahnrand sowie eine geringere Ermüdung der Augen auf dunklen, kurvenreichen Strecken. Weil das Licht dorthin gelangt, wohin das Fahrzeug steuert, gewinnt der Fahrer wertvolle zusätzliche Reaktionszeit gerade in jenen Situationen, in denen herkömmliche Beleuchtung am schwächsten ist.

Adaptive Scheinwerfer haben sich weit über das einfache Schwenken hinaus entwickelt. Bi-Xenon- und frühe LED-Systeme führten bewegliche Reflektoren und Blenden ein, während moderne Matrix-LED- und Pixelsysteme die mechanische Bewegung durch Anordnungen einzeln angesteuerter LEDs oder sogar winziger Spiegelchips ersetzen, die das Lichtbündel elektronisch formen. Diese können das Fernlicht nahezu durchgängig eingeschaltet lassen und dabei gezielt nur jene Lichtstreifen abdunkeln, die entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge blenden würden und von einer Frontkamera erkannt werden. In dieser Form wird das adaptive Licht Teil des größeren ADAS-Verbunds, teilt sich Sensoren und Logik mit Systemen wie dem Nachtsichtassistenten und bildet ein Kontinuum, das vom einfachen Abbiegelicht über Bi-Xenon-Einheiten bis zum vollständig lichtformenden Matrix-LED-Scheinwerfer reicht.

Wichtige Punkte
  • Schwenken das Lichtbündel dem Fahrbahnverlauf durch Kurven nach
  • Können Reichweite und Streuung des Lichts an die Geschwindigkeit anpassen
  • Verbessern Nachtsicht und das Erkennen von Gefahren
  • Entwickeln sich zu lichtformenden Matrix-LED-Systemen weiter
Auch bekannt als
adaptive lightingadaptive front lightingdynamic headlightscornering lights