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06 — Glossar
ADAS und Sicherheit
ACC

Adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC)

Die adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC) hält eine eingestellte Geschwindigkeit, bremst und beschleunigt aber selbsttätig, um einen sicheren Abstand zum Vordermann zu wahren.

Kategorie
ADAS und Sicherheit
Verwandte Begriffe
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Definition

Die adaptive Geschwindigkeitsregelung, meist mit ACC abgekürzt, ist eine Weiterentwicklung des herkömmlichen Tempomaten, die das Verkehrsgeschehen voraus mit einbezieht. Ein gewöhnlicher Tempomat hält lediglich eine gewählte Geschwindigkeit und zwingt den Fahrer, jedes Mal abzuschalten und zu bremsen, wenn ein langsameres Fahrzeug auftaucht. ACC hält bei freier Strecke dieselbe eingestellte Geschwindigkeit, nimmt aber selbsttätig Gas weg und betätigt, sofern vorhanden, die Bremse, um einen sicheren Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu halten, und beschleunigt wieder auf die eingestellte Geschwindigkeit, sobald die Bahn frei ist. Es soll das ständige Pedalspiel auf Autobahn und Schnellstraße verringern und die Ermüdung sowie das dichte Auffahren mindern, die zu Unfällen beitragen.

Das System erfasst den vorausfahrenden Verkehr über ein Fernbereichsradar hinter dem Kühlergrill oder Emblem, eine nach vorn gerichtete Kamera oder eine Verschmelzung beider. Das Radar misst über die Laufzeit reflektierter Funkwellen Abstand und Annäherungsgeschwindigkeit des vorausfahrenden Fahrzeugs, während die Kamera die Fähigkeit ergänzt, Fahrzeugumrisse und Fahrbahnmarkierungen zu erkennen. Das Steuergerät vergleicht den gemessenen Abstand mit einem vom Fahrer eingestellten Soll-Zeitabstand, der meist in Stufen von etwa einer bis zwei Sekunden angegeben wird, und steuert über das Motor- und Bremssystem die Drosselklappe sowie bei Bedarf die Bremsen, um diesen Abstand zu halten.

Für den Fahrer bedeutet das eine spürbar entspanntere Fahrt im fließenden Verkehr, da das Fahrzeug dem Vordermann in gleichbleibendem Abstand folgt, statt ständige Geschwindigkeitskorrekturen zu verlangen. Weil das System einen bewusst gewählten Folgeabstand einhält, glättet es zudem den Verkehrsfluss und verringert das ruckartige Bremsen, das Staus fortpflanzt. Der Komfortgewinn ist real, doch der Sicherheitsvorteil setzt voraus, dass der Fahrer aufmerksam bleibt, denn ACC ist als Unterstützung ausgelegt und übernimmt nicht die Verantwortung für die Fahrt.

Die Ausführungen unterscheiden sich in ihrer Leistungsfähigkeit. Einfache Systeme arbeiten nur oberhalb einer Mindestgeschwindigkeit von etwa 30 Kilometern pro Stunde und schalten sich ab, sobald der Verkehr darunter abbremst. Weiter entwickelte Stop-and-go- oder Stauassistent-Varianten können das Fahrzeug hinter einem stehenden Vordermann bis zum Stillstand abbremsen und wieder anfahren, entweder automatisch oder per Pedaltipp oder Hebel, was sie in Kolonnen wirklich nützlich macht. Viele Systeme binden Karten- und Kameradaten ein, um die Geschwindigkeit an Kurven und Tempolimits anzupassen.

ACC hat Grenzen, die man kennen sollte. Das Radar kann stehende Objekte nur schwer deuten, sodass manche Systeme nicht auf ein bereits stehendes Fahrzeug reagieren, das beim ersten Erfassen schon zum Stillstand gekommen ist, und starker Regen, Schnee oder ein verschmutzter Sensor können die Funktion beeinträchtigen. Auch Querverkehr oder Fußgänger erfasst das System nicht. ACC versteht man am besten als einen der Grundbausteine der Fahrerassistenz auf Level 2: zusammen mit einem Spurhalteassistenten liefert es die Längsführung der teilautomatisierten Fahrt mit Hand am Lenkrad und arbeitet innerhalb des umfassenderen ADAS-Verbunds mit dem Notbremsassistenten und der Auffahrwarnung zusammen.

Wichtige Punkte
  • Hält eine eingestellte Geschwindigkeit und einen sicheren Abstand zum Vordermann
  • Nutzt Radar oder Kamera zur Erfassung des vorausfahrenden Verkehrs
  • Stop-and-go-Varianten arbeiten bis zum Stillstand
  • Ein Grundbaustein der Fahrerassistenz auf Level 2
Auch bekannt als
ACCradar cruise controladaptive cruise controldynamic cruise control