Startseite/Auto-Glossar/Adaptive Luftfederung (AAS)
06 — Glossar
Fahrwerk, Bremsen und Reifen
AAS

Adaptive Luftfederung (AAS)

Die adaptive Luftfederung verbindet Luftfedern mit elektronisch geregelten adaptiven Dämpfern und passt sowohl Niveau als auch Federungshärte automatisch an.

Kategorie
Fahrwerk, Bremsen und Reifen
Verwandte Begriffe
4
Im Glossar
#17 von 389
Definition

Die adaptive Luftfederung führt zwei eigenständige Technologien zusammen, Luftfedern und elektronisch geregelte adaptive Dämpfer, sodass ein einziges Fahrwerk sowohl sein Niveau als auch seine Härte automatisch verändern kann. Sie zählt zu den anspruchsvolleren Formen der Federungsregelung im Pkw und vereint die Niveauregulierung und Höhenverstellung eines Luftsystems mit dem situativen Komfort und der Karosseriekontrolle einer variablen Dämpfung. Am häufigsten findet sie sich in Luxuslimousinen und SUV, wo die Bandbreite ihrer Fähigkeiten besonders geschätzt wird.

Die beiden Teile des Systems erfüllen einander ergänzende Aufgaben. Anstelle herkömmlicher Stahl-Schraubenfedern nutzt an jedem Rad eine Luftfeder einen verstärkten Gummibalg, der mit Druckluft aus einem elektrischen Kompressor und einem Druckspeicher gefüllt wird. Durch Zuführen oder Ablassen von Luft kann das System die Karosserie anheben oder absenken und sie – entscheidend – unabhängig von der Beladung waagerecht halten. Neben jeder Luftfeder sitzt ein adaptiver Dämpfer, typischerweise mit einem Ventil oder einer magnetorheologischen Flüssigkeit, deren Widerstand sich elektronisch innerhalb von Millisekunden verändern lässt, sodass das Steuergerät die Dämpfung an Fahrbahn und Fahrstil anpassen kann.

Ein zentrales Steuergerät verbindet beide Komponenten und liest Sensoren für Radstellung, Karosseriebewegung, Geschwindigkeit, Lenkung und den gewählten Fahrmodus aus. Daraus steuert es beide Eigenschaften gleichzeitig: Es kann das Fahrzeug für mehr Bodenfreiheit im Gelände anheben, bei Autobahntempo zur Verringerung des Luftwiderstands und für mehr Stabilität absenken, die Dämpfer in einer sportlichen Abstimmung für flachere Kurvenfahrt versteifen oder alles für ein weiches, gleitendes Federungsverhalten entspannen. Da die Luftfedern die Niveauregulierung übernehmen, steht das Fahrzeug stets auf der richtigen Höhe – und in korrekter Scheinwerfereinstellung –, ob mit einem Insassen oder mit voller Besetzung samt Gepäck.

Für den Halter bedeutet das echte Vielseitigkeit aus einem einzigen Fahrzeug. Ein großer SUV kann hoch genug stehen, um eine ausgefahrene Piste zu meistern, und sich dennoch tief und souverän auf der Autobahn niederlassen; eine Luxuslimousine kann ihre Insassen über schlechte Beläge verwöhnen und sich bei sportlicher Fahrweise dennoch straffen. Manche Systeme senken das Fahrzeug zudem automatisch ab, um Ein- und Ausstieg zu erleichtern oder das Beladen zu unterstützen.

Die Raffinesse bringt bekannte Nachteile mit sich. Luftfedern, Kompressor, Ventilblöcke sowie das Netz aus Leitungen und Sensoren sind teuer in der Herstellung und mit der Zeit in der Reparatur. Die Gummibälge können mit dem Alter spröde werden und undicht werden, der Kompressor arbeitet hart und kann ausfallen, vor allem wenn er durch das Ausgleichen einer schleichenden Undichtigkeit überlastet wurde, und ein defektes System kann das Fahrzeug tiefliegend zurücklassen oder die Verstellung verhindern. Dies sind anerkannte Wartungspunkte bei älteren so ausgestatteten Fahrzeugen und ein Thema bei der TÜV-Hauptuntersuchung.

Die adaptive Luftfederung gehört zu einer Familie verwandter Systeme. Sie baut unmittelbar auf der reinen Luftfederung auf, indem sie variable Dämpfung ergänzt, überschneidet sich mit dem adaptiven Fahrwerk, das sich allein auf die Dämpfer konzentriert, entspricht im Wesentlichen dem Konzept, das manche Hersteller als elektronische Luftfederung vermarkten, und ist grundlegend auf den Dämpfer als eine ihrer beiden Kernkomponenten angewiesen.

Wichtige Punkte
  • Luftfedern plus adaptive Dämpfer in einem System
  • Verändert sowohl Niveau als auch Dämpfungshärte
  • Hebt für Bodenfreiheit an, senkt bei Tempo ab, bleibt unter Last waagerecht
  • Teuer; Luftfedern und Kompressor können mit der Zeit verschleißen
Auch bekannt als
AASAdaptive Air Suspension