Die Schreibweise 6x4 ist eine Antriebsformel, die vor allem bei Lastwagen und anderen Nutzfahrzeugen verwendet wird. Die erste Zahl gibt die Gesamtzahl der Radstellungen am Fahrzeug an, die zweite, wie viele davon vom Motor angetrieben werden. Ein 6x4 hat demnach sechs Radstellungen, von denen vier angetrieben sind, während die übrigen zwei lediglich mitlaufen und meist die Lenkung übernehmen. Bei dieser Zählweise gilt ein Räderpaar auf einer Nabe, wie es an zwillingsbereiften Antriebsachsen vorkommt, als eine einzige Radstellung.
In der Praxis ist ein 6x4 fast immer ein dreiachsiger Lkw oder eine Sattelzugmaschine mit einer Lenkachse vorn und zwei angetriebenen Achsen hinten, eine Anordnung, die häufig als Tandemantrieb bezeichnet wird. Der Motor leitet das Drehmoment über das Getriebe an die vordere der beiden Hinterachsen, und ein Durchtrieb oder ein Längsausgleichgetriebe gibt die Kraft an die hinterste Achse weiter, sodass beide Hinterachsen ziehen. Die Vorderachse trägt die Lenkung und einen Teil der Last, ist aber nicht angetrieben.
Diese Anordnung ist der Arbeitsstandard für den Schwerlastverkehr auf befestigten Straßen. Zwei angetriebene Hinterachsen verteilen das Gewicht von Ladung und Antriebsstrang auf mehr Reifen, was sowohl die Fahrbahn schont als auch die gesetzlichen Achslastgrenzen einhält, und liefern zugleich genug Traktion, um sehr schwere Zugkombinationen auf Asphalt zu bewegen. Es ist die typische Konfiguration für Sattelzugmaschinen im Fernverkehr, für Kipper, Mischer und Solo-Lkw, die den Großteil ihres Lebens auf dem Autobahnnetz verbringen.
Die Formel versteht man am besten im Vergleich zu ihren Nachbarn. Ein 6x2 hat ebenfalls drei Achsen, treibt aber nur eine der beiden hinteren an, während die andere eine nicht angetriebene Stütz- oder Liftachse ist; das spart Gewicht und Kraftstoff bei leichteren oder teilbeladenen Einsätzen, kostet aber Traktion. Ein 6x6 hingegen treibt alle drei Achsen einschließlich der vorderen an und tauscht Wirtschaftlichkeit gegen maximalen Grip im Gelände. Der 6x4 steht dazwischen und stellt Ladekapazität und Straßentraktion über die extreme Geländegängigkeit des Allradantriebs.
Der Tandemantrieb bringt Zielkonflikte mit sich. Die zweite angetriebene Achse, ihr Differenzial und das Längsausgleichgetriebe erhöhen im Vergleich zum 6x2 Gewicht, mechanische Komplexität, Rollwiderstand und Kosten, weshalb sich Betreiber je nach Gelände, Nutzlast und Verbrauchsvorgaben zwischen beiden entscheiden. Auf lockerem oder rutschigem Untergrund hat auch ein 6x4 keine angetriebenen Vorderräder, sodass ein 6x6 ihn unter schlechten Bedingungen übertreffen kann.
Die Antriebsformel zieht sich durch die gesamte Bandbreite der Fahrzeugbauarten, vom vertrauten 4x2 eines gewöhnlichen heckgetriebenen Pkw oder leichten Lkw über den 4x4 bis hin zum schweren 8x4 und darüber hinaus. Wer 6x4 zusammen mit verwandten Begriffen wie 6x6, Allradantrieb und dem Grundgedanken einer angetriebenen Achse versteht, erhält ein klares Bild davon, wie Hersteller Traktion und Tragfähigkeit auf den vorgesehenen Einsatzzweck eines Fahrzeugs abstimmen.
- Sechsrädriges Fahrzeug mit vier angetriebenen Rädern
- Meist ein Lkw mit einer Lenkachse und zwei angetriebenen Hinterachsen
- Standardanordnung für den schweren Fernverkehr auf der Straße
- Im Gegensatz zum 6x6 (alle angetrieben) und 6x2 (nur eine Hinterachse)